Hückeswagen Auf der Suche nach dem Wasserleck

Hückeswagen · Mitarbeiter der BEW überprüfen derzeit mit einer Fachfirma das Wasserleitungsnetz im ganzen Stadtgebiet. Die Arbeiten finden in der Nacht statt, Beeinträchtigungen gibt es nicht.

 Rohrnetzmonteur Jörg Winterhager zeigt, wie die Schieber an den Hydranten geschlossen werden, damit ein geschlossener Kreislauf entsteht.

Rohrnetzmonteur Jörg Winterhager zeigt, wie die Schieber an den Hydranten geschlossen werden, damit ein geschlossener Kreislauf entsteht.

Foto: Wolfgang Weitzdörfer

Für den Rohrnetzmonteur Jörg Winterhager stehen derzeit lange Nachtschichten auf dem Arbeitsplan. Der Mitarbeiter des Energieversorgers BEW kümmert sich seit der Nacht auf Montag mit Kollegen einer Fachfirma darum, das Trinkwassernetz in der Schloss-Stadt auf eventuelle Leckagen hin zu überprüfen. „Wir sind zwei Wochen lang in den Nächten unterwegs, am Ende werden wir die rund 200 Kilometer Leitungen im gesamten Stadtgebiet überprüft haben“, berichtet Winterhager.

Die Arbeiten werden nachts vorgenommen, weil dann in den Haushalten am wenigsten Wasser verbraucht wird – und die Messwerte am eindeutigsten sind. „Es gibt zwar auch nachts Schwankungen, aber das lässt sich sehr stark eingrenzen“, berichtet der BEW-Mitarbeiter. So könne man einfach zwischen einer Rohr-Leckage und einem nächtlichen Toilettengang unterscheiden. „Die Leckage zeigt einen beständigen Wert auf dem Messgerät an. Wenn gespült wird, ist der Ausschlag nach oben schnell wieder verschwunden“, erläutert Winterhager.

 Jörg Winterhager bei der Arbeit mit dem „Aquaphon“.

Jörg Winterhager bei der Arbeit mit dem „Aquaphon“.

Foto: Wolfgang Weitzdörfer

Das Trinkwassernetz liegt unterirdisch, einzig sichtbarer Hinweis darauf sind die Hydranten- und Schieberdeckel auf den Bürgersteigen oder den Straßen. Daher sind Schäden an den Rohrleitungen nicht so einfach auszumachen. „Es gibt zwar einen normalen Grundwert an Wasserzufluss, den wir dauerhaft messen. Wenn der aber in der Nacht dauerhaft signifikant erhöht ist, ist das ein Anzeichen dafür, dass irgendwo irgendetwas nicht in Ordnung ist“, betont Winterhager. Allerdings werde die Überprüfung auch ohne diese Symptome routinemäßig einmal im Jahr vorgenommen. An zehn bis zwölf Stellen im Stadtgebiet – das natürlich auch die Außenregionen umfasst – sind die BEW-Mitarbeiter dann im Einsatz, die Nachtschicht beginnt gegen 21 Uhr und dauert bis zum nächsten Morgen gegen fünf Uhr.

Eine dieser Messstellen ist am Bergischen Kreisel, Ecke Bergstraße. Dort stehen Winterhager und seine beiden Kollegen. Die Monteure haben einen geschlossenen Kreislauf zwischen zwei Hydranten hergestellt, der die Leitungen auf dem Höchsten umfasst. „Das reicht praktisch von der Mittelstraße über die Ringstraße und die Heidenstraße bis zur August-Lütgenau-Straße“, erklärt Winterhager. Damit auch nur diese Bereiche des Trinkwassernetzes durchflutet werden können, haben die BEW-Mitarbeiter die sogenannten Schieber an den Grenzen des zu überprüfenden Gebiets geschlossen. „Jetzt steht das Wasser mit Druck in den Leitungen – bestenfalls, wie am Tag zuvor am Fürstenberg und Dierl der Fall gewesen, haben wir keine Verluste“, sagt Winterhager. Was bedeuten würde, dass die Netze intakt sind.

 Der Rohrnetzmonteur zeigt BEW-Pressereferentin Sonja Gerrath, was in der nächsten Nachtschicht ansteht.

Der Rohrnetzmonteur zeigt BEW-Pressereferentin Sonja Gerrath, was in der nächsten Nachtschicht ansteht.

Foto: Wolfgang Weitzdörfer

Auf dem Höchsten sind jedoch Verluste von zwei Kubikmetern zu verzeichnen. „Das sieht nach einem kleinen Schaden aus“, sagt der Rohrnetzmonteur. „Wir haben das auch in der Vornacht schon gemerkt, da war der Bezirk, den wir gemessen haben, größer und ging bis nach Wiehagen hoch. Wir grenzen das jetzt weiter ein, bis wir wissen, in welcher Straße der Schaden ist.“

Dann kommt ein anderes Gerät zum Einsatz, das die Mitarbeiter als „Aquaphon“ bezeichnen: Mit einer akustischen Sonde können die BEW-Mitarbeiter die Leitungen an den Ausgängen aus dem Asphalt abhören, um festzustellen, wo genau sich die Leckage befindet. „Und dann wird der Boden aufgestemmt, die Rohre werden freigelegt und der Schaden repariert“, sagt Winterhager. Gründe für die Schäden können Absackungen der Asphaltdecke sein, oder mangelnde Verdichtung der Rohrleitungen bei den Hausanschlüssen.

Für die Anwohner entstehen durch die insgesamt zwei Wochen dauernden Maßnahmen in aller Regel keine Einschränkungen. „Es kann sein, dass mal für einige Sekunden das Wasser abgedreht ist. Aber da wir ja nachts arbeiten, dürften sich die Auswirkungen in engen Grenzen halten“, versichert Winterhager. Schäden in den Hausleitungen werden durch die Wasserlecksucher übrigens fast nie aufgespürt. „Wenn doch, dann ist das ein Zufallsfund. Denn die Leitungen der BEW gehen nur bis zu den Häusern. Alles, was danach kommt und ins Haus führt, liegt in der Verantwortung der Eigentümer“, sagt der Monteur.

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