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Hückeswagen: Beverdamm wird für Kraftzeuge gesperrt

Dreimonatige Testphase in Hückeswagen : Beverdamm wird für Kraftfahrzeuge gesperrt

Von kommendem Freitag, 3. Juli, an dürfen Autos, Lkw und Motorräder nicht mehr über die Staumauer fahren – testweise bis zum 30. September. Damit soll erreicht werden, dass die Bever als Ausflugsziel noch attraktiver wird.

Für drei Monate haben Fußgänger und Radfahrer ab dem 3. Juli auf dem Beverdamm alle Freiheiten, denn Autos, Lkw und Motorräder sind – bis auf wenige Ausnahmen wie etwa die Fahrzeuge des Wupperverbands, Rettungsfahrzeuge und der Linienverkehr (Bürgerbus) – in den Sommermonaten bis Ende September dort nicht mehr erlaubt. Die Polizei wird darauf achten, dass die entsprechenden Verbotsschilder, die am Freitag vom Bauhof aufgestellt werden, auch Beachtung finden. Das betonte Landrat Jochen Hagt am Montag in einem Pressegespräch. Ziel der Test-Aktion ist „die Stärkung und Attraktivierung des Naherholungsgebiets Bever-Talsperre“.

„Die „Badewanne des Bergischen Landes“ habe eine herausragende Bedeutung für den Freizeittourismus, betonte Georg Wulf, Vorstand des Wupperverbands. Auch wenn die Bever-Talsperre in erster Linie für die Wasserwirtschaft gedacht sei, so sei ihre Freizeitfunktion doch nicht zu unterschätzen: „Daher sehen wir zu, dass wir sie auch in trockenen Zeiten immer gut gefüllt halten“, versicherte Wulf. Unterstützung erhielt er durch den Landrat, der sagte: „Die Bever gehört zu den Talsperren im Oberbergischen Kreis mit der höchsten Freizeitfrequentierung.“ Doch gerade deshalb gebe es seit geraumer Zeit auch einen hohen Freizeitdruck, weswegen 2004 etwa die Ordnungspartnerschaft Bever-Talsperre gegründet worden sei, um die Besucherströme zu lenken.

„Dem Thema ,Regionaltourismus’ kommt in diesem Sommer große Bedeutung zu“, unterstrich Hagt mit Blick auf die Menschen, die angesichts der Corona-Krise vermehrt Urlaub in der heimischen Region machen werden. Kreis, Stadt, Polizei und Wupperverband hätten daher im Vorfeld überlegt, wie dieser Druck kanalisiert werden könne. Und weil laut Landrat ein wesentlicher Faktor der Verkehr rund um die Talsperre sei, wäre der Damm mehr und mehr zu einer Gefahrenstelle geworden. Zumal der Gehweg sehr schmal ist und viele Fußgänger daher auf die Fahrbahn ausweichen. „Gerade an heißen Wochenenden wird’s beim Begegnungsverkehr mit Kraftfahrzeugen kritisch“, stellte Wulf klar.

Alle Beteiligten haben sich nun entschieden, den Damm für eine dreimonatige Testphase für den Kraftfahrzeugverkehr zu sperren und ihn nur für Fußgänger und Radfahrer offen zu lassen. In einer gemeinsamen Presseerklärung heißt es: „Das Gebiet rund um die Bever-Talsperre wird für den Rad- und Wandertourismus damit noch attraktiver und die Region als beliebtes Reise- und Ausflugsziel weiter gestärkt.“

Während der Sperrung wird der Kreis weitere Messungen vornehmen (s. Info-Kasten). Geprüft werden soll laut Hagt, wie sich der Verkehr verteilt und wohin er sich verlagert. Diese Zahlen sollen dann als Grundlage für die Entscheidung dienen, die im Herbst getroffen wird. Dass der Damm auf Dauer für Autos & Co. gesperrt wird, ist der derzeit noch nicht beschlossen. Zudem beginnen im Herbst die Sanierung und der Ausbau der Kreisstraße 5, die vom Beverteich entlang der Talsperre bis Oberlangenberg führt, auch wird dort und bis zum Wanderparkplatz der Neye-Talsperre an der K 13 ein Geh-/Radweg errichtet.

Bürgermeister Dietmar Persian hält die testweise Sperrung für einen gute Weg, zum einen die Attraktivität der Bever zu erhöhen, zum anderen aber auch, „um die Lärmbelästigung in den Griff zu bekommen“. Damit verwies er eindeutig auf die seit Jahren geführte Diskussion um den Motorradlärm. Dass nun vielleicht weniger Biker die Bever anvisieren, sei ein in Kauf genommener Nebenaspekt der Sperrung, gestand er.

Persian geht dennoch davon aus, dass die im Westen der Talsperre – in Großberghausen, Wefelsen und Käfernberg – gelegene Gastronomie auch weiterhin besucht wird. Zumal gerade viele motorisierte Gäste den Weg dorthin kennen würden, aber auch Fahrradfahrer könnten die Lokale nun sicherer erreichen.