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Hückeswagen: Bergischer Kreisel bekommt neue Asphaltdecke

Straßenarbeiten in Hückeswagen : Bergischer Kreisel bekommt neuen Asphalt

Mit rund 30 Arbeitern und acht Lastwagen rückte der Bautrupp am Samstagmorgen an. Lange Warteschlangen an den Ampeln blieben aus, die meisten Autofahrer folgten den ausgewiesenen Umleitungen.

Robert Irnstetter blickt skeptisch zum Himmel. „Regen und heißer Asphalt: Das passt gar nicht gut zusammen“, sagt er. Für die Bauüberwachung von Straßen.NRW ist Irnstetter schon früh an diesem Samstag in Hückeswagen im Einsatz. Auf dem Programm stehen an diesem Wochenende das Abfräsen der obersten Asphaltschicht und der erste Teil der Asphaltierung des Bergischen Kreisels. Am kommenden Wochenende soll dann der zweite Teil erledigt werden.

Fast wäre den Arbeiten der Regen dazwischen gekommen: Denn als der große Bautrupp mit rund 30 Arbeitern, drei Fahrzeugen mit heißem Asphalt aus Wuppertal, Gerät und Technik anrückt, regnet es in Strömen. Mit einem Laubbläser versuchen die Arbeiter dem Wasser Herr zu werden. „Einen Teil des Asphalts mussten wir wieder entfernen, weil er auf dem nassen Boden Blasen geschlagen hat“, erklärt Irnstetter und beobachtet zufrieden, wie der Himmel aufklart. Ein paar Tropfen würden nicht schaden, sagt er. Die Asphaltierung kann fortgesetzt werden: Die Arbeiter vertreiben den letzten Rest des Wassers von der Straße und bauen dann Meter für Meter den Asphalt ein. Mit Erfolg.

Wer die Männer bei ihrem Einsatz beobachtet, der bekommt eine Ahnung von der schweren körperlichen Arbeit, die sie hier leisten. Schubkarre für Schubkarre transportieren sie den rund 250 Grad heißen Asphalt, bringen ihn auf, ein anderer beginnt sofort zu haken und zu glätten. Mit einer großen Schaufel sorgt ein weiterer Arbeiter für den Splitt, der für die Griffigkeit sorgen soll. „Wir arbeiten hier nicht mit Walzasphalt“, erklärt Irnstetter. Stattdessen setzt Straßen.NRW als Baulastträger auf Gußasphalt. Der sei hohlraumarm, erklärt der Fachmann – und deswegen auf Dauer angelegt. Genau das brauche der Bergische Kreisverkehr, auf dem jeden Tag auch Lastwagen unterwegs seien. Entsprechend aufwendig fallen die Arbeiten aus. Bereits am Freitagabend waren die ersten Fahrzeuge angerückt, um die Fräsarbeiten zu übernehmen und die Asphaltierung vorzubereiten.

Die sei dringend nötig gewesen, sagt Irnstetter – auch wenn das für das Auge des Laien nicht unbedingt sichtbar gewesen sei. „Wir hatten hier deutliche Risse“, erklärt der Fachmann von Straßen.NRW, „das wäre nicht mehr lange gut gegangen.“ Der neue Asphalt soll nun für die nächsten 20 Jahre halten – und wird voraussichtlich mit rund 100.000 Euro zu Buche schlagen.

Während die großen Teams des Bautrupps von verschiedenen Seiten des Kreisverkehrs aufeinander zuarbeiten, regeln Ampeln den Straßenverkehr. Um Pendler nicht zu belasten, sind die Arbeiten extra auf das Wochenende gelegt worden. Wohl wegen des wechselhaften Wetters bleiben die Besucherströme Richtung Bever am Samstagvormittag auch aus. Und so bilden sich trotz der halbseitigen Sperrung des Bergischen Kreisverkehrs nur kurze Warteschlangen an den drei Baustellenampeln. Jedes wartende Fahrzeug schafft die Durchfahrt für gewöhnlich während einer Ampelphase. Allerdings bedarf es einer kurzen Orientierung, um die ungewohnten Wege dann auch zu finden und zu fahren.

Die Zufahrt zur Bergstraße bleibt voll gesperrt. Wer von der Bachstraße kommt und auf der Rader Straße weiter fahren will, muss einen Umweg über die Alte Ladenstraße nehmen, am nächsten Kreisverkehr drehen und sich dann erneut an einer Baustellenampel einzureihen. Dabei begegnen die Autofahrer auch dem Verkehr, der aus Richtung Bever kommt – und sich ebenfalls einfädeln muss. „Das klappt aber gut“, sagt Irnstetter am Vormittag. „Bisher gab es keine Probleme.“ Wer über die Ladenstraße kommt, hat bei grünem Ampellicht die Möglichkeit, sowohl rechts als auch links abzubiegen. Kritisch wird es nur dann, wenn Autofahrer Abkürzungen nehmen wollen und in den Gegenverkehr geraten.

Mit dem Entfernen des überschüssigen Splitts und der Kontrolle des getrockneten Asphalts enden die Bauarbeiten fürs erste am Montagmorgen – bevor am nächsten Wochenende der zweite Abschnitt des Kreisverkehrs ansteht. Zügig soll nach den Arbeiten dann die neue Straßenmarkierung aufgebracht werden.