Langes Wochenende der Naturparke machte Station in Hückeswagen Bergischer Duathlon wird zum lehrreichen Naturerlebnis

Hückeswagen · Die Kombination aus Wanderung und Kanufahrt kam bei den Teilnehmern des zweiten Naturpark-Wochenendes sehr gut an und war, wie schon bei der Bergischen Wanderwoche, schnell ausgebucht. Henrik Andre und Jens Eichner vermittelten dabei viel Wissenswertes.

Überwiegend Auswärtige nahmen an dem fünfstündigen Bergischen Duathlon teil, der am Parkplatz in Reinshagensbever startete.

Überwiegend Auswärtige nahmen an dem fünfstündigen Bergischen Duathlon teil, der am Parkplatz in Reinshagensbever startete.

Foto: Heike Karsten

Seit dem vergangenen Wochenende gibt es einige Menschen mehr, die von den Wanderwegen rund um die Schloss-Stadt und dem Freizeitparadies Bever-Talsperre begeistert sind. Sie konnten bei einer geführten Wanderung und anschließendem Kanufahren die Natur vom Land und Wasser aus entdecken – und zwar völlig kostenfrei. Die Naturparke des Landes Nordrhein-Westfalen hatten zu besonderen Aktionen und Entdeckerreisen in der Natur eingeladen. Ein Höhepunkt im Naturpark Bergisches Land war der „Bergische Duathlon“ am Sonntag.

Dieser Name wurde für die Bergische Wanderwoche kreiert und steht seitdem für eine Kombination der Sportarten Wandern und Kanufahren. Die 7,5 Kilometer lange Wanderung auf dem Bergischen Panoramasteig führte vom Bever-Staudamm über Niederlangenberg zur Neye-Talsperre bis nach Großhöhfeld. Von Diplomsportlehrer Henrik Andre und Jens Eichner, Geschäftsführer der Naturparke Bergisches Land, erfuhren die Teilnehmer unterwegs viel Interessantes über das Bergische Land und die Bedeutung des Wassers und der Talsperren in der Region.

Nach einem Picknick in Großhöhfeld ging es in sieben Vierer-Kanadier über die Bever-Talsperre zum Ausgangspunkt zurück. „Es war wunderbar und total lohnenswert“, sagte Hannah Trog, die sich mit ihrem Partner für die Tour angemeldet hatte. Die Kölner kannten die bergischen Talsperren bisher nicht und freuten sich über die vielen neuen Eindrücke. „Wir sind gerne und viel in der Natur unterwegs und versuchen, in der heimischen Region neue Sachen zu entdecken“, sagte Hannah Trog. Von dem Bergischen Duathlon hatten sie durch Zufall über die Internet-Plattform Instagram erfahren.

Zu den jüngsten Teilnehmern zählte Nick (12), der beim Wandern und Paddeln durchaus mithalten konnte. „Wir haben ein Schlauchboot und einen Hund und sind viel unterwegs“, sagte er. Auch Teilnehmer aus Dortmund, Recklinghausen, Wermelskirchen und Wipperfürth hatten die insgesamt 28 freien Plätze in den sieben Kanus per Voranmeldung ergattern können.

Paddel-Erfahrung hatte Peter Toschew aus Essen, der schon Rafting-Touren auf der Ruhr unternommen hatte. Michael Schmid aus Marl absolvierte die Wanderstrecke sogar barfuß. „Ich bin das gewohnt und mache das schon seit über zwölf Jahren“, berichtete er.

Die Veranstaltung war mit 26 Teilnehmern ausgebucht, alle Plätze in den sieben Canadierbooten besetzt. Während der Paddeltour mussten Aufgaben durch die Bootsteams erledigt und Rätsel gelöst werden.

Die Veranstaltung war mit 26 Teilnehmern ausgebucht, alle Plätze in den sieben Canadierbooten besetzt. Während der Paddeltour mussten Aufgaben durch die Bootsteams erledigt und Rätsel gelöst werden.

Foto: Jens Eichner

Der Bergische Duathlon war einer von 24 Veranstaltungen in den zwölf Naturparken des Landes. Das Programm zum zweiten langen Naturpark-Wochenende nach der Premiere 2023 bestand aus außergewöhnlichen Veranstaltungen unter freiem Himmel, in alten Gemäuern, zu Fuß, mit dem Fahrrad oder, wie in Hückeswagen, mit dem Kanu.

Es verdeutlichte, was Naturpark-Arbeit ausmacht und wie vielfältig die Aufgaben und Handlungsbereiche der Naturparke sind, deren Gebiet immerhin rund 45 Prozent der gesamten Landesfläche ausmacht. Denn zum einen sind die Naturparke attraktives Ziel für alle, die Erholung, Ruhe und Naturerlebnis suchen. Zum anderen widmen sie sich dem Bewahren und Schutz von Natur und Landschaft, der Bildung für nachhaltige Entwicklung und der Förderung regionaler Produkte. „Unsere Aufgabe ist es, für die Natur und die Region zu werben und den Menschen ihre Heimat beziehungsweise den Gästen das Bergische Land zu erklären“, sagte Jens Eichner.

Eine Wettergarantie lässt sich im Bergischen Land jedoch nur schwer geben, wie auch die Gruppe bemerken musste, die am späten Vormittag bei sonnigem Wetter gestartet war. Auf dem Wasser war Muskelkraft zum Paddeln gegen den Wind gefragt, wobei einige Quizfragen in den Buchten für unterhaltsame Erholung sorgten. Erst auf den letzten Metern vor dem Ziel zogen dunkle Wolken auf. „Wir sind gerade noch in den letzten Sekunden vor dem Riesenguss an Land gekommen“, berichtete Teilnehmerin Hannah Trog.

Das hatten jedoch nicht alle Kanuten geschafft. Da war es gut, dass sie den Rat der Wanderführer befolgt und trockene Wechselkleidung eingesteckt hatten. Nach gut fünf Stunden endete die erlebnis- und lehrreiche Tour, die den Teilnehmern sicherlich noch lange in Erinnerung bleiben wird.

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort