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Hückeswagen: Benefizspiele für die Hochwasseropfer

Benefizaktion in Hückeswagen : Kicken und „Kippen“ für den guten Zweck

Rund 700 Zuschauer unterstützten am Samstag die spontan organisierten Benefizspiele von SC Heide, ATV und RSV 09 auf dem Sportplatz. Mit dem Kauf der Eintrittskarte, dem Verzehr und Losen wurden Geld für die Betroffenen der Flut gesammelt.

Was der Fußballverein SC Heide besonders gut kann, ist nach eigener Aussage Fußballspielen und Biertrinken. Dass damit auch viel Geld in die Kasse zu holen ist, haben die Kicker am Samstag eindrucksvoll bewiesen. Gemeinsam mit der Handballabteilung des ATV und den Fußballspielern des RSV 09 hatte der SC Heide zu zwei Benefizspielen auf den Sportplatz an der Schnabelsmühle eingeladen. Etwa 700 Zuschauer waren gekommen, die mit dem Kauf der Eintrittskarte, ihrem Verzehr und den Loskäufen Geld für die Betroffenen und Helfer des Hochwassers spendeten.

Um 13 Uhr begann die erste Partie zwischen der zweiten Mannschaft des SC Heide und den ATV-Allstars – zu dieser Zeit noch bei schönem Wetter. Die Partie begann mit einer Schweigeminute für Steffi, einer viel zu früh verstorbenen ehemaligen Handballerin der ATV-Damenmannschaft. Für deren Mann und Kinder wurde gesondert Geld gesammelt. Während des Spiels lief ein „Flitzer“ über den Platz - eine geplante Aktion des ATV. Das Ablenkungsmanöver nutzte den Handballern jedoch nichts – sie verloren mit 4:7 Toren gegen den SC Heide. Der ATV nahm die Niederlage mit Humor: „Das verlangt nach einer Revanche beim Handballspiel in der Halle“, schlug ATV-Handballer Mario Moritz vor.

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Zwischen den beiden Benefizspielen dankten die stellvertretenden Bürgermeisterinnen Cornelia Päper und Heike Mühlinghaus den drei Vereinen, die innerhalb kürzester Zeit diese Veranstaltung aus dem Boden gestampft hatten: „Auch wenn Hückeswagen mit Blick auf andere betroffene Städte Gott sei Dank keine Menschenleben zu beklagen hat, so gibt es dennoch Menschen, die vor den Trümmern ihrer Existenz stehen. Diesen Menschen zu helfen, ist das Ziel dieses Benefizspiels. Umso mehr freut es uns, dass heute so viele Menschen hierhergekommen sind, um ihre Solidarität zu zeigen und zu helfen“, sagte Päper.

Pünktlich zum Lokalderby zwischen dem SC Heide und dem RSV setzte dann der Regen ein, der die Stimmung aber nicht trüben konnte. Der prominente Gastspieler, Daniel Danger, schoss als Stürmer für den SC Heide auch gleich das erste Tor der Partie. Die zusammengewürfelte Mannschaft des RSV hatte bis zum Schluss nicht den Hauch einer Chance gegen die starken Heider. Erst in 84. Minute schoss Jonas Vesper das Ehrentor für den RSV zum 1:7, mit dem Stadionsprecher Yannick Mergner schon nicht mehr gerechnet hätte.

Am Spielfeldrand herrschte reges Treiben. Für die Zuschauer gab es mehrere Bier- und Essensstände. Die Mitglieder der Initiative „Wir sind mehr im Bergischen“ engagierten sich beim Verkauf der Lose für die Tombola, die der SC Heide noch kurzfristig organisiert hatte. Als Hauptpreis gab es ein Trikot des Vereins Borussia Mönchengladbach mit den Unterschriften aller aktiven Spieler. Daniel Danger versteigerte nach dem Spiel seine noch laufwarmen signierten Fußballschuhe. In der Halbzeit des Lokalderbys sang der ehemalige DSDS-Kandidat Sebastian Wurth einige Lieder, einschließlich einer Gesangseinlage von Hauptorganisator und Vorsitzenden des SC Heide, Kevin Zrock. Er hatte mit viel Organisationstalent und Einsatz dieses große Event auf die Beine gestellt. Selbst auf den Regen waren die Organisatoren eingestellt und verkauften hellgrüne Regenschirme mit der Aufschrift „Gemeinsam für Hückeswagen“. Die Zuschauer spendeten gerne und waren allesamt begeistert vom Engagement der Vereine und dankbar für die Abwechslung in der Corona-Krise. Von Zrock fiel nach dem Abpfiff des zweiten Spiels die Anspannung ab. „Jetzt feiern wir die dritte Halbzeit“, kündigte er lachend an. Noch in dieser Woche soll die endgültige Spendensumme bekanntgegeben werden. Sie soll nicht nur den Betroffenen zugutekommen. „Wir möchte auch etwas für die ehrenamtlichen Organisationen abzwacken, die bei dem Hochwasser geholfen haben“, betonte Kevin Zrock.