Hückeswagen: Ben Musaeus holte sich Bronze bei EM

Sportliches in Hückeswagen : Ben Musaeus holt sich Bronze bei EM

Der Sportler kehrt mit einem weinenden Auge zurück, denn sein Ziel war Gold.

Landesmeister ist Ben Musaeus schon (2017), außerdem gewann er 2017 bei den Special-Olympics im G-Judo (Behinderte) im schweizerischen Uster seinen ersten internationalen Titel. Das brachte dem Judoka des Hückeswagener Judoclubs Mifune Anfang vorigen Jahres die Auszeichnung „Sportler des Jahres“ in Wermelskirchen ein, da war er gerade einmal 17 Jahre alt. Im Sommer des gleichen Jahres folgten die Bronzemedaillen bei der Europameisterschaft und den British Open. Nun hat der 19 Jahre alte Wermelskirchener erneut eine Medaille auf internationalem Parkett gewonnen: Bei den ID-(intellectual disability)- Judo-Europameisterschaften in Köln schaffte er es erneut auf den dritten Rang und sicherte sich damit Bronze.

Kein Wunder, dass der Judoka mit Downsyndrom, der in Dabringhausen lebt, der Stolz seines Hückeswagener Trainers Eddy Tscheschlog ist. Allerdings kehrte Musaeus auch mit einem weinenden Auge zurück, denn die „Mission“ war ganz auf Gold ausgerichtet. Die erfüllte er zumindest in diesem Jahr noch nicht.

Ben Musaeus hatte vier harte Kämpfe in seiner Wettkampfklasse bis 73 Kilogramm zu absolvieren. Im ersten Kampf trat er gegen einen starken Österreicher an, den er im vorigen Jahr mit einem Schulterwurf (Seoi Nage) nach sieben Sekunden besiegt hatte. Der Hückeswagener Judoka war dieses Mal aber offenbar noch nicht konzentriert genug und unterlag durch eine Kontertechnik, die erst im Videoentscheid für den Österreicher gewertet wurde. Trotz des unglücklichen Einstiegs in das Turnier ließ sich der junge Wermelskirchener nicht entmutigen. Durch seinen Vater Jörg Musaeus, der als Trainer mitgereist war, mental besser eingestellt, gelang es ihm im zweiten Kampf, seinen polnischen Gegner bereits nach drei Sekunden von der Matte zu fegen – er fügte damit dem späteren Europameister die einzige Niederlage zu. Nun war wieder alles offen. Musaeus gewann auch Kampf drei mit Ippon, der höchsten Wertung, nach kurzer Zeit durch einen Schulterwurf gegen einen Konkurrenten aus Deutschland. So musste der letzte Kampf die Entscheidung bringen. Gegen einen weiteren starken Polen konnte der Kämpfer des JC Mifune seine Techniken jedoch nicht anbringen und verlor knapp. Immerhin reichten seine zwei Siege zu Platz drei. Etwas enttäuscht, dennoch dankbar über die gewonnene Bronzemedaille blickt der Wermelskirchener optimistisch in die Zukunft. Mit seinen 19 Jahren war er einer der jüngsten Teilnehmer bei der EM in Köln.

Die Experten waren sich sicher, dass Ben Musaeus mit seinen hervorragenden Judotechniken überzeugte und sicher noch große Erfolge feiern wird.

(büba)