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Hückeswagen: Bei Glasfaser ist noch Geduld gefragt

Schnelles Internet in Hückeswagen : Bei Glasfaser ist noch Geduld gefragt

An mehreren Stellen im Stadtgebiet werden derzeit Leerrohre für die Glasfaserkabel verlegt. Die ersten Häuser in Hückeswagen werden aber wohl frühestens im Frühjahr an das schnelle Internet angeschlossen sein.

Im Zuge der Corona-Krise machte ein weiterer Begriff „Karriere“: systemrelevant. Darunter fallen auch aktuell noch Berufe, die unverzichtbar sind für den Alltag, also etwa Alten- und Krankenpfleger, Erzieherinnen, Lehrer, Müllmänner, Landwirte oder Behördenmitarbeiter. Als systemrelevant hat sich aber auch die Digitalisierung erwiesen, denn gerade während des Lockdowns waren viele Arbeitnehmer im Homeoffice und nutzten viele Schüler aufgrund der geschlossenen Schulen beim Homeschooling das Internet, um zu lernen. Dass sich das gerade in manchen Außenortschaften der Schloss-Stadt als schwierig erwies, lag auf der Hand: Fehlt es dort doch an der notwendigen Bandbreite. In einigen Gebieten sind die Geschwindigkeiten für das Herunterladen und Versenden von Daten noch im „digitalen Steinzeitalter“.

Das soll sich ändern, haben doch Hückeswagen und Wipperfürth Fördermittel in Höhe von mehr als 20 Millionen Euro bei Bund und Land beantragt und in Aussicht gestellt bekommen, damit gerade die „weißen Internet-Flecken“ auf den Landkarten beider Städte verschwinden. Partner ist die Bergische Energie- und Wasser-GmbH (BEW), die den Breitband-Ausbau seit fast einem Jahr vorantreibt und sowohl in der Schloss- als auch in der Hansestadt seit August 2019 Leerrohre verlegt, durch die später die notwendigen Glasfaserkabel hindurch geblasen werden. „Wir sind auf einem guten Weg“, versichert BEW-Geschäftsführer Jens Langner im Gespräch mit unserer Redaktion. Das Bauvolumen beträgt aktuell fünf Millionen Euro und damit etwa ein Viertel des Gesamtetats. Langner geht davon aus, dass bis Jahresende noch einmal mehr als diese Summe hinzugekommen sein wird.

In Hückeswagen wird derzeit an mehreren Stellen gearbeitet, um die organgefarbenen Leerrohre zu verlegen. Etwa in Voßhagen, Dürhagen, an der Großberghauser Straße, am Hambüchener und Frohnhauser Weg sowie im Bereich der Grundschule Wiehagen. Allerdings sind diese Arbeiten in der Nachbarstadt deutlich weiter, berichtet Langner. Das liegt daran, dass im Bereich Ibach bei Egerpohl die „Backbone-“, also die Hauptleitung beginnt und sich durch die Innenstadt und über Hämmern bis nach Hückeswagen zieht. Von dort gehen sogenannte Linienverzweiger ab – das sind die dunkelgrünen Verteilerkästen an den Straßenrändern. Aus denen werden später die Verbindungen zu den einzelnen Gebäuden führen.

Dennoch wird sich in Kürze in der Schloss-Stadt etwas Wichtiges tun in Sachen Breitband-Ausbau: Für Ende Juli / Anfang August ist die Aufstellung des PoP-Standorts an der Gerhard-Rottlaender-Straße auf Wiehagen geplant, etwas später wird eine alte, nicht mehr genutzte Stromstation an der Friedrichstraße dazu umgebaut. In diesen zentralen Knotenpunkten wird später das Signal eingespeist und dann über die Linien- und Kabelverzweiger bis zum Hausanschluss geleitet, erläutert BEW-Pressereferentin Sonja Gerrath. Ohne diese PoP-Standorte geht nichts. Ein erster dieser Hauptverteiler, der aussieht wie eine Garage, war Ende Mai mittels 160-Tonnen-Kran an der Wipperfürther Bahnstraße aufgestellt worden.

Doch noch ist der komplett leer – und daher haben auch die Anwohner von Wipperfürth-Kreuzberg noch nichts davon, dass in ihrer Ortschaft in diesen Tagen die ersten Glasfaserkabel verlegt werden. Denn das Signal kommt nur an, wenn es über den Hauptverteiler geht. Und bis die belegt und in Betrieb gesetzt werden, wird es noch einige Monate dauern. Langner geht davon aus, dass vielleicht zum Jahresende die ersten Wipperfürther Kunden tatsächlich ans Netz angeschlossen werden und schnelles Internet bekommen können. Die Hückeswagener werden hingegen noch etwas mehr Geduld aufbringen müssen, denn vor Frühjahr oder Sommer 2020 wird sich wohl noch nichts tun mit dem Glasfaseranschluss bis ins Haus. „Unser Ziel ist es aber weiterhin, bis Ende 2021 alle ans Netz zu bringen“, versichert der BEW-Geschäftsführer.