Hückeswagen: Bauhof macht Gehölzarbeiten statt Winterdienst

Bauhof Hückeswagen : Gehölzarbeiten statt Winterdienst

Der Bauhof nutzt den bislang sehr milden Winter mit kaum Schnee und nur wenig Glätte dazu, auf städtischen Flächen Sträucher zu schneiden und Gefahrbäume zu fällen. Die Streufahrzeuge mussten bislang kaum ausrücken.

Der Lärm am Mittwochmorgen um kurz nach 9 Uhr ist ohrenbetäubend. Gut, dass die meisten Anwohner von Kastanienweg, Schmalbeinsweg und Birkenweg schon zur Arbeit oder in der Schule sind. Es ist weniger die Motorsäge, mit der Maik Krautwald vom Bauhof Äste von den Bäumen im Einmündungsbereich des Kastanienwegs abtrennt. Hauptlärmquelle ist der Häcksler, der über eine Welle mit dem Traktor verbunden ist. Andreas Wohlert, Sven Sixt und Nico Dreiner arbeiten gewissermaßen im Akkord und stopfen einen Ast nach dem anderen in das Mahlwerk, das das Holz in kleinste Schnitzel zerkleinert und anschließend auf die Grünfläche rings um das Regenrückhaltebecken pustet.

Eigentlich sollten die Mitarbeiter des Bauhofs schon seit Wochen im winterlichen Dauerstress sein, doch Schnee und Eis haben sich – bis auf wenige Ausnahmen (s. Info-Kasten) – bislang kaum gezeigt. Was deutlich weniger Überstunden zur Folge hat. „Wir haben jetzt Zeit für andere Sachen“, berichtet Bauhof-Leiter Magnus Bernhardt im Gespräch mit unserer Redaktion. Zwar sind die Mitarbeiter aktuell auch etwa mit Pflasterarbeiten, dem Ausbaggern von Gräben und dem Abziehen und Wiederherstellen von Banketten beschäftigt, die Hauptarbeit in diesem milden Winter aber ist die Gehölzpflege. Das ist etwa das Freischneiden von Sichtachsen, was am Dienstag auch am Kastanienweg passiert. „Wir schneiden das Sichtfeld frei, damit die Autofahrer besser in den Schmalbeinsweg gucken können“, erläutert Andreas Wohlert. Auch das sogenannte Lichtraumprofil muss freigeschnitten werden – Äste dürfen wegen der Lkw nicht tiefer als 4,50 Meter über der Fahrbahn in selbige ragen, und über Rad- und Gehwegen müssen 2,50 Meter „Luft“ sein.

Zudem werden Totholz aus dem Bäumen entfernt, das den Baumkontrolleuren aufgefallen ist. Davon gibt’s nach den zurückliegenden zwei heißen und trockenen Sommern derzeit reichlich. „Immerhin hat uns der Sturm zu Wochenbeginn nicht so schlimm getroffen“, berichtet Bernhardt. Lediglich auf dem Radweg zwischen Mühlenweg und Vorsperre und Kleineichen und Wupperaue waren fünf Bäume umgekippt, die die Mitarbeiter des Bauhofs entfernten. Sicherheitshalber blieb der Radweg bis Dienstagmittag gesperrt.

Bauhof-Mitarbeiter Maik Krautwald kümmert sich am Kastanienweg um dem Baumschnitt. Foto: Moll, Jürgen (jumo)

Auch wenn zwischen Oktober und Februar Bäume gefällt und Sträucher beschnitten werden dürfen, bekommt der Bauhof-Leiter doch immer wieder Anrufe von Hückeswagenern und Wipperfürthern. „Die einen sind froh, dass was gemacht wird“, sagt er. „Anderen beschweren sich dagegen.“ Er würde dann sachlich erläutern, warum das Grün beschnitten werde. In der Regel hätten die Anrufer dann Verständnis. „Wir machen aber ohnehin keine radikalen Rückschnitte“, versichert er. Böschungen zum Beispiel würden nur ausgedünnt: In einem Jahr wird eine Hälfte beschnitten, die im Jahr darauf wieder erblüht. Dann kommt die andere Hälfte an die Reihe.

Zwischen dem 1. März und 31. September dürfen keine Bäume gefällt und Sträucher geschnitten werden, weil dann die Vögel dort in Ruhe brüten sollen. Das 2010 in Kraft getretene Bundesnaturschutzgesetz enthält aber einige Ausnahmen. Ein leichter Heckenformschnitt ist laut Magnus Bernhardt ebenso erlaubt, wie die Baumpflege, bei der etwa die Krone beschnitten wird. „Das sollte sowieso im Sommer passieren, weil das der Baum dann besser verträgt“, macht der Bauhof-Leiter deutlich. Und auch wenn vor allem Bäume eine Gefahr für den Straßenverkehr und Fußgänger darstellen, dürfen sie gefällt werden – wie etwa die fünf Ahorne an der B 37 bei Schmalbeinsweg im November, die aufgrund der trockenen Sommer von einem Pilz befallen worden waren und umzustürzen drohten.