Hückeswagen: Bauhof ist gerüstet für den Winterdienst

Schnee und Eis : Bauhof ist gerüstet für den Winterdienst

Es ist kalt geworden: Die ersten Schneeflocken sollen am Montag schon gesichtet worden sein. Höchste Zeit also, die Winterräder aufzuziehen und die warme Jacke aus dem Schrank zu holen. Der Winterdienst des Bauhofes steht parat.

Seit Ende Oktober sind die Mitarbeiter des Bauhofs für Hückeswagen und Wipperfürth damit beschäftigt, die Maschinen für den Winterdienst vorzubereiten. „Wir haben die Streuer und Schneepflüge angebaut und einen Testlauf gemacht. Es ist alles in Ordnung“, sagt Leiter Magnus Bernhardt. Die Salzhalle an der Egener Straße in Wipperfürth fasst 900 Tonnen, 600 waren übrig vom letzten Winter. „Anfang März habe ich die Halle nochmal voll gemacht – zu einem günstigen Preis und zu einer guten Qualität“, sagt Bernhardt. Je nach Bedarf werde nachbestellt.

Neben der großen Halle auf dem Gelände des Bauhofs in Wipperfürth gibt es noch ein ähnlich großes Außenlager in Herweg – in Kooperation mit dem Landesbetrieb, von wo aus vor allem Streusalz für die Außenortschaften geordert wird. „Die Strecken werden sonst viel zu lang“, sagt Bernhardt. Das zweite viel kleinere Lager des Bauhofs befindet sich an der Peterstraße zwischen den beiden Tankstellen. Hier bedienen sich vor allem die Kleinschlepper an einer Schüttbox, die 50 bis 60 Tonnen Salz fasst, um dann die Gehwege in der Schloss-Stadt zu streuen. Aufgefüllt wurden auch die im gesamten Stadtgebiet stehenden Streuboxen, die vor allem für Privatleute an Steigungen gedacht sind. „Aber bitte nicht für den Bedarf zu Hause“, sagt Bernhardt.

Der Bauhofleiter studiert ab sofort mehrmals täglich den Wetterbericht. Sind Schnee und Eis vorhergesagt, wird die Bereitschaft zwei Tage vorher ausgerufen, alle 47 Mitarbeiter müssen dann in verschiedenen Gruppen einsatzbereit sein. „Es muss wirklich jeder raus“, fordert Bernhardt, der sich selbst nicht schont und gerade bei krankheitsbedingten Ausfällen auch schon mal „auf dem Bock“ sitzt und Schnee schiebt. Externe Hilfe bekommt der Bauhof aber auch: In Hückeswagen ist eine Firma mit drei Großschleppern für Außengebiete und Parkplätze zuständig sowie zwei Kleinschlepper für die Gehwege.

Insgesamt sind beim Bauhof drei große Lkw (18 Tonner) im Einsatz, außerdem drei Großschlepper, drei kleinere Kommunalfahrzeuge (bis neun Tonnen), vier Kleinschlepper für die Gehwege sowie vier Pritschenfahrzeuge für die Handkolonnen für Treppen und kleinere Gehwege.

„Die Bereitschaft arbeitet nach einem Prioritätenplan, der mit Politik und Verwaltung in den beiden Städten abgestimmt ist“, sagt Bernhardt. Beim ersten Schneefall werden alle Straßen abgefahren – bevorzugt zunächst Steigungen und die Zufahrt zum Wipperfürther Krankenhaus. Im späteren Verlauf werden nur noch die Hauptstraßen geräumt, die Nebenstraßen entfallen. „Nach 16 Uhr räumen und streuen wir nur noch sporadisch, dann sind nur noch zwei bis vier Fahrzeuge für beide Städte in Bereitschaft“, erläutert der Bauhofleiter. Die Arbeitszeiten würden keine andere Regelung erlauben. Und nach 20 Uhr werde nur noch auf Anweisung der Polizei gefahren. Schneit es nachts, sind spätestens um 3.30 Uhr alle Mitarbeiter unterwegs. „Vor dem Berufsverkehr soll bis 7 Uhr alles frei sein“, sagt Bernhardt. Problematisch werde es, wenn es später schneit und der Berufsverkehr schon läuft oder wenn es am späteren Nachmittag losgeht.

Gärtnermeister Andreas Wohlert ist für die Bereitschaft und für Hückeswagen zuständig. Er weiß, wo es bei Schnee und Eis in der Schloss-Stadt brenzlig wird. „Relativ steil und eng ist es in der Siedlung Kleineichen am Jung-Stilling-Weg und an der Waldstraße“, berichtet er. Starkes Gefälle und parkende Autos erschweren hier den Winterdienst – ebenso an der Kaiserhöhe gegenüber Mickenhagen in Richtung Bever. „Da besteht die Gefahr, dass das Fahrzeug auf die Hauptstraße abrutscht“, sagt er. Steil sei es auch in „Neue Welt“, extrem eng in der Vogelsiedlung, an der Robert-Schumann-Straße, wo parkende Autos die Durchfahrt mit Schneepflug fast unmöglich machen. Auch an der Feldstraße müssten sich seine Kollegen durchzirkeln. Nur rückwärts reinfahren können die Einsatzkräfte am Fürstenberg sowie am Jahnplatz und am Schillerplatz. „Da ist es so eng, da hat das Streufahrzeug keine Chance, zu wenden“, berichtet Wohlert.

Überhaupt erfordert die Arbeit beim Winterdienst nach Angaben von Magnus Bernhardt höchste Konzentration, da es oft um Zentimeter geht, wenn Räumfahrzeuge zwischen Bordstein und parkenden Autos im Einsatz sind.

Sein Wunsch: Die Anwohner sollten mehr darauf achten, wie sie parken und vor allem an die Rettungswege denken. Sackgassen und Wendehämmer würden oft komplett zugestellt. Da wünsche er sich mehr Sensibilität der Menschen.