Hückeswagen: Baugebiet Eschelsberg soll grüner werden

Fachausschuss: „Eschelsberg“ soll jetzt grüner werden

In der Sitzung des Planungsausschusses vergangene Woche wurde eine aktuelle Variante des Nutzungskonzepts zum künftigen Baugebiet im Brunsbachtal vorgestellt. Dabei wurden auch einige Änderungswünsche berücksichtigt.

Mittlerweile ist ein gutes Jahr vergangen, seit die Stadtverwaltung mit der Vorbereitung eines Bauleitplanverfahrens für das Neubaugebiet im Brunsbachtal beauftragt wurde. Mehrere Varianten für das „Wohngebiet Eschelsberg“ wurden vom Büro Brechtefeld & Nafe in Kooperation mit dem Büro Stadt, Land, Brehm erarbeitet.

Naturgemäß ergeben sich in so einer Planungsphase noch Änderungswünsche, so dass nun in der jüngsten Sitzung des Planungsausschusses der Entwurf 5c vorgestellt wurde. „Es hatte ja noch Anmerkungen gegeben, dass zu viele Einfamilienhäuser und insgesamt zu wenig Grünfläche geplant waren“, sagte Verwaltungsmitarbeiterin Kerstin Brinkmann. Das habe man berücksichtigt, so dass nun neben etwa 35-Einfamilienhäusern auch einige Mehrfamilienhäuser zwischen der Kölner Straße und der Straße Zum Sportzentrum eingeplant worden seien. Zudem solle es rund um die neuzubauende Grundschule und das bestehende Hallenbad weitere Grün- und Freizeitflächen geben, sagte Brinkmann. Die Flächen der Reithalle mit Reitplatz sowie der östliche Tennisplatz seien vom Geltungsbereich des Bebauungsplans ausgenommen. „Es besteht derzeit keinerlei Interesse der Eigentümer, ihre Grundstücke anders als bisher zu nutzen. Also haben wir beschlossen, erst einmal alles so zu belassen, wie es ist“, sagte Bauamtsleiter Andreas Schröder. „Sollte sich das ändern, können wir jederzeit reagieren.“

Die neue Planungsvariante stieß bei den Ausschussmitgliedern insgesamt auf Zustimmung. So sagte SPD-Ortsvorsitzender Horst Fink: „Vielen Dank, dass die Anregungen aus dem Ausschuss aufgegriffen wurden. Diese Variante gefällt mir sehr viel besser.“ Grünen-Fraktionsvorsitzender Egbert Sabelek lobte ebenfalls, dass die Zahl der Einfamilienhäuser zugunsten von Mehrfamilienhäusern reduziert worden sei. „Unsere Fraktion möchte zudem gerne eine Reihenhausstraße ins Gespräch bringen – diese ist für viele Menschen finanziell interessanter als das freistehende Einfamilienhaus.“ Bürgermeister Dietmar Persian sagte hierzu: „Wir müssen uns darüber klar werden, was wir dort wollen. Zumal es bei Reihenhaussiedlungen in der Regel einen gemeinsamen Erschließungsträger von Häusern und Straße gibt – und das ist bei unserer HEG ja nicht der Fall.“ Schröder ergänzte: „Wir können das aber problemlos als Möglichkeit im Bebauungsplan offenhalten.“

  • Neubaugebiet : Brunsbachtal ohne sozialen Wohnungsbau 

Auch das Thema „Sozialer Wohnungsbau“ wurde in diesem Zusammenhang von Sabelek angesprochen. „Wir könnten doch im Bebauungsplan festhalten, dass zehn, 20 oder 50 Prozent der Mehrfamilienhäuser Sozialwohnungen sein müssen.“ SPD-Fraktionsvorsitzender Hans-Jürgen Grasemann gab zu bedenken: „Damit würden wir uns aber direkt eine Barriere in die Vermarktung setzen, das wollen wir vermeiden.“ Er verwies dabei auf die Probleme, die es mit dem Bolzplatz gegeben habe. Unterstützung kam dazu vom FDP-Fraktionsvorsitzenden Jörg von Polheim: „Wir wollen Wohnungen bauen und keine Luftschlösser.“

Brigitte Thiel, Vorsitzende der FAB-Fraktion, stimmte zu: „Wenn wir Beschränkungen einbauen, stehen die Grundstücke unter Umständen jahrelang vergeblich zum Verkauf.“ SPD-Ratsherr Winfried Boldt betonte: „Ich finde es wichtig und gut, wenn sich die Stadtverwaltung verantwortlich dafür fühlt, dass Wohnraum für Menschen mit geringerem Einkommen geschaffen wird. Das ist sicher nichts, was im kommenden Jahr gelöst werden kann, sollte aber grundsätzlich auf der Agenda stehen.“

Darauf ergriff Persian das Wort: „Wir sind da ja alle einer Meinung: Wir brauchen sozialen Wohnungsbau. Derzeit sind aber die Konditionen einfach so schlecht, dass kein Privatmensch investieren will.“ Gemeinsam mit Bürgermeisterkollegen der Nachbarstädte versuche er, bei der Landesregierung dafür zu werben, die Förderkonditionen zu erhöhen. Grasemann ergänzte: „Wir müssen politisch Druck ausüben. Außerdem müssen wir erheben, wie groß der Bedarf tatsächlich ist.“

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