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Hückeswagen: Bärbel und Kurt Müller feiern Diamantene Hochzeit

Diamantene Hochzeit in Hückeswagen : 60 Ehejahre voller Harmonie

Bärbel und Kurt Müller haben im Partner die perfekte Ergänzung gefunden. Am Mittwoch, 26. August, feiern sie ihre Diamanthochzeit nach 60 Ehejahren. Seit 20 Jahren wohnen sie in Hückeswagen – im ehemaligen „Audiminimum“.

Ein Bier zur abendlichen Brotzeit gehört für Bärbel und Kurt Müller dazu. Als gelernter Bierbrauer kann der 83-Jährige das Hopfengetränk nicht nur genießen, sondern weiß auch, wie es hergestellt wird. Der gebürtige Siegener, der in Braunschweig aufgewachsen ist, war 24 Jahre lang Kellermeister der Remscheider Brauerei Kipper.

In Remscheid lernte er auch Bärbel Wollmer auf Umwegen über einen Freund kennen und lieben. Am 26. August 1960 heiratete das Paar in der katholischen Kirche St. Marien in Remscheid. Einen romantischen Heiratsantrag mit Blumen und auf Knien hatte es jedoch nie gegeben. „Es hat sich irgendwie ergeben“, sagt Bärbel Müller und lacht. Sie war damals gerade 18 Jahre alt und benötigte noch die Erlaubnis der Eltern zum Heiraten. 60 Jahre hält die Ehe nun schon – am Mittwoch kann das Paar seine Diamantene Hochzeit feiern. „Wegen Corona werden wir aber wohl nur mit der Familie Essen gehen“, kündigen die Jubilare an.

 Am 26. August 1960 heiratete das Paar in der katholischen Kirche St. Marien in Remscheid.
Am 26. August 1960 heiratete das Paar in der katholischen Kirche St. Marien in Remscheid. Foto: Müller

Ihr gemeinsames Leben ist ohne große Schicksalsschläge und größtenteils harmonisch verlaufen. Jeder hat im Partner die perfekte Ergänzung gefunden, sei es als im Leben, bei der Arbeit oder auch im Haushalt. „Meine Frau macht den Haushalt, und ich koche“, erklärt Kurt Müller die gerechte Aufteilung der häuslichen Pflichten.

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2000 sind Bärbel und Kurt Müller nach Hückeswagen gezogen und bewohnen dort die ehemalige Kultkneipe „Audiminimum“. Aus der Jugendkneipe ist ein schmuckes Wohnhaus mit Balkon, Gartenhütte und offener Küche entstanden, wo sich die ehemaligen Remscheider zu Hause fühlen: „Wir sind hier richtig glücklich geworden und finden es klasse.“

Nach der Hochzeit hatten sich die Frischvermählten jedoch zunächst mit einer Eineinhalb-Zimmer-Wohnung zufriedengeben müssen, die der Brauerei Kipper gehörte. „Es war ein altes Gebäude, in dem unten die Pferde standen. Wir haben Apfelsinenkisten gestapelt, um unser Zeug unterzubringen“, erinnert sich der 83-Jährige. Erst durch eine Tante von Bärbel Müller sei man an einen Wohnberechtigungsschein für eine neue Wohnung gekommen.

Die heute 78-Jährige arbeitete zunächst als Bürokauffrau bei den Alexanderwerken. Später wurde das Paar zu Hausmeistern an der Grundschule Menninghausen und an der Freiherr-vom-Stein-Schule in Lennep. „Ich war gerne Bierbrauer, aber der Job als Hausmeister hat mich geformt“, versichert Kurt Müller. Mit Kindern und Hunden könne er schon immer gut umgehen, wie er selbst sagt. „Man war auch mehr oder weniger selbstständig“, fügt der Jubilar hinzu. Bevor seine Ehefrau eine eigene Schule als Hausmeisterin übernahm, war sie Angestellte ihres Mannes. „Da hatte ich endlich das Sagen“, witzelt der Rentner. Das viele Stühle- und Tischeschleppen während seiner Berufstätigkeit merke er heute jedoch in den Knochen.

Aus der Ehe gingen die Kinder Nicole (50) und Mike (48) sowie zwei Enkelkinder hervor. Der Sohn war in Remscheid Inhaber der Saxo Bar, die als Deutschlands beste Whisky-Bar ausgezeichnet wurde. Noch heute veranstaltet der gelernte Versicherungskaufmann Whisky-Tastings – unter anderem in Schottland. „Die drei Reisen mit unserem Sohn nach Schottland waren die schönsten, die wir gemacht haben“, ist sich das Paar einig. Auch die Tochter, die in Wermelskirchen lebt, liebt das Land und hat in Schottland geheiratet.

„Bis vor zwei Jahren sind wir noch jedes Jahr auf die Nordseeinsel Wangerooge in den Urlaub gefahren“, sagt der ehemalige Bierbrauer. Dort habe er auch die Liebe zum herben Jever-Pils entdeckt, das er zu seinem Lieblingsbier erklärt hat. Seine Ehefrau habe er erst zum Biertrinken „erziehen“ müssen. „Heute weiß sie es zu schätzen“, fügt Kurt Müller hinzu. Amerika lernte das Paar auf einer Rundreise kennen. Dorthin war Kurt Müllers Bruder in früheren Jahren ausgewandert. „Wir haben auch einen Astronauten in der Familie, der schon den Mond umrundet hat“, fügt er hinzu.

Seit der 83-Jährige freiwillig den Führerschein abgegeben hat, bucht das Ehepaar hauptsächlich Busreisen und Kurzurlaube. Fit halten sich die agilen Jubilare mit Wandern. „Wir gehen jeden zweiten Tag mindestens drei Stunden“, sagt Bärbel Müller. Ein Rezept für eine funktionierende Ehe hat das Paar nicht. „Wir harmonieren einfach gut zusammen“, sagt Kurt Müller und fügt lachend hinzu: „Bei den Finanzen verlasse ich mich ganz auf meine Frau. Vielleicht ist das das Rezept.“