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Hückeswagen: Autoteile landen illegal bei Purd im Wald

Müll in Hückeswagen : Autoteile landen illegal im Wald

Wieder wurde bei Purd Müll entsorgt. Weil immer wieder Abfall, darunter auch Sondermüll wie Eternitplatten, in den Hang geworfen werden, will Waldbesitzer Ernst-Oskar Lambeck nun eine Schranke auf dem Waldweg errichten.

Dass Ernst-Oskar Lambeck in seinem Wald nahe der Außenortschaft Purd illegal Grünschnitt und Müll, wie Dachziegel und Beton, entdeckt, ist für ihn zum traurigen Normalfall geworden. Die Stelle an der Spitzkehre der K 14, in der sich immer wieder einmal Lkw festfahren, ist auch zu attraktiv für Schwarze Müll-Schafe – abgelegen, dunkel und von der Kreisstraße aus schnell zu erreichen. Über das Laub oder den Grünschnitt, den Unbelehrbare ihm dort immer wieder in den Hang kippen, verliert er kaum noch ein Wort. Schließlich wird das irgendwann verrotten. Doch jetzt hat der Straßweger erneut kopfschüttelnd feststellen müssen, zu was manch einer fähig ist: Nur wenige Meter von der Straße entfernt in der Böschung liegt die ausgeschlachtete Innenverkleidung eines Autos. Das sind etwa Metallteile, Gummidichtungen und Blenden.

Erst im vorigen August hatte Lambeck eine größere Umweltsauerei entdeckt: Im Hang hatten Unbekannte mehrere Winkelplatten aus Eternit, die von einem Hausgiebel stammen mussten, illegal entsorgt. Die nun dort weggeworfenen Autoteile sieht er als Sondermüll an. Seinen Fund hat er beim Ordnungsamt der Stadt gemeldet; eine Anzeige bei der Polizei machte er nicht.

Das übernahm jedoch die Stadt, wie Stefanie Heymann vom Bauamt auf Anfrage unserer Redaktion bestätigt. „letztlich kommt das auf Art und Umfang des wilden Mülls an, aber wir erstatten schon Anzeige gegen Unbekannt bei der Polizei“, sagt sie. Oder aber der Bergische Abfallwirtschaftsverband (BAV) erledige das, denn an den hat die Stadt schon vor Jahren die Aufgabe übertragen, illegal entsorgten Müll auf Hückeswagener Stadtgebiet zur Deponie zu bringen. Das wird auch im Fall der Autoverkleidung so sein. Revierförster Heiner Grüter hat nach eigener Aussage mit dem Ordnungsamt vereinbart, dass die Innenverkleidung noch vom BAV zur endgültigen und vor allem illegalen Entsorgung abgeholt wird.

Die Ermittlung der Verursacher solcher Müllkippen ist erfahrungsgemäß schwierig. Sollte doch jemand ermittelt werden können, droht ihm ein Bußgeld. Außerdem muss er auch noch die Verwaltungs-, Entsorgungs- und Transportkosten begleichen. Christoph Rösgen, Leiter der Abfallwirtschaft beim BAV, rechnet in diesem Fall „mit mehreren hundert Euro“.

Bald könnte es im Übrigen schwieriger werden, zumindest sperrige Sache in Lambecks Wald bei Purd illegal zu entsorgen. Denkt der Straßweger doch ernsthaft darüber nach, den Privatweg, der ansonsten nur für Holzarbeiten genutzt wird, mit einer Schranke zu sperren. Dann könnte niemand mehr mit seinem Fahrzeug dort hineinfahren und seinen Müll den Hang hinunter werfen kann.