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Hückeswagen: Aufregendes erstes Schuljahr für Nina Sonnborn

Hückeswagener Grundschülerin berichtet von ihrem ersten Schuljahr : Aufregendes erstes Schuljahr für Nina

Unsere Redaktion hat i-Dötzchen Nina Sonnborn das erste Schuljahr an der Grundschule Wiehagen begleitet. Es war ein erlebnisreiches Jahr – von der Schulbus-Irrfahrt bis zum häuslichen Distanzlernen aufgrund der Corona-Pandemie.

Stolz zeigt Nina ihren Ordner mit den lustigen Bienenmotiven, in dem ihr erstes Zeugnis abgeheftet ist. Statt aus Noten besteht das aus einer umfangreichen, mehrseitigen Beurteilung der Lehrerin über die Leistungen und das Sozialverhalten der Schülerin. Die guten Bewertungen zeigen, dass die Siebenjährige das erste Schuljahr an der Grundschule Wiehagen erfolgreich gemeistert hat.

Jetzt genießt Nina die wohlverdienten Sommerferien mit ihren Geschwistern Dana (9) und Michel (2) sowie mit ihren Eltern Sarah und René Sonnborn. Ihre Urlaubserlebnisse sammelt die Grundschülerin in der „Feriendose“ – eine beklebte Stapelchips-Packung, die die Kinder vor den Ferien mit Unterstützung der Lehrerin selbst gestaltet haben. Darin befinden sich bislang eine Kinokarte, ein Röhrchen mit Sand sowie das Foto einer rasanten Abfahrt auf der Sommerrodelbahn – eine Erinnerung aus dem Familienurlaub im Bayerischen Wald.

Bei der Einschulung vor einem Jahr war Nina die Aufregung und Freude auf die Schule anzumerken. Zu Beginn der Schulzeit musste die selbstbewusste und kontaktfreudige Erstklässlerin nicht nur lernen, sich an die Schulregeln zu halten. Auch der Schulweg mit dem Bus von Schückhausen nach Wiehagen und zurück verlief nicht immer reibungslos. „Nina ist einmal auf dem Rückweg von der Schule im Bus sitzengeblieben, weil sie weiter bis zu ihrer Oma fahren wollte. Wir haben uns echt Sorgen gemacht“, erinnert sich ihre Mutter an den Tag, als ihre Tochter nicht pünktlich von der Schule nach Hause kam.

Auch der neue Schulbus-Fahrplan brachte den Schückhausener Grundschülern Nachteile, da der Bus die Kinder schon um kurz nach sieben Uhr abholte und dann erst nach Wermelskirchen fuhr, um die Realschüler aus der Nachbarstadt zu holen. Die Familie Sonnborn hatte sich daher zusammen mit den Nachbarn und der Schulpflegschaft dafür eingesetzt, dass die Grundschüler nicht darunter leiden müssen. Gemeinsam habe man bei Bürgermeister Dietmar Persian das Anliegen vorgetragen – mit Erfolg: Seit Dezember werden die Grundschüler der Außenortschaft von einem Schulbus um 7.38 Uhr abgeholt, der sie auf direktem Weg nach Wiehagen bringt. „Herr Persian hat sich dem Anliegen angenommen und für uns eine passende Lösung gefunden, mit der wir mehr als zufrieden sind“, zeigt sich Sarah Sonnborn dankbar.

Ihre Tochter hat im ersten Jahr schon viel gelernt: Neben Lesen, Schreiben und Rechnen kann die Siebenjährige schon die ersten Wörter in Englisch sprechen. „Mein Lieblingsfach ist aber Sport“, betont die Grundschülerin, die in ihrer Freizeit gerne reitet oder sich mit der Jungschar der Evangelischen Kirchengemeinde trifft. Bücherlesen könnte ebenfalls zu einer Leidenschaft werden. „Ich lese manchmal heimlich am Abend und merke gar nicht, wenn meine Mama ins Zimmer reinschaut“, verrät das Mädchen mit dem einnehmenden Lächeln. Nur einige Rechenaufgaben bereiten Nina noch Kopfzerbrechen. „Manche Aufgaben kriege ich hin und manche nicht“, gibt sie zu.

Selbstbewusst geht das kontaktfreudige Mädchen mit seinem Handicap um, das nur an zwei kleinen Hörgeräten hinter den Ohren zu erkennen ist. Um im Unterricht keinen Nachteil gegenüber den Klassenkameraden zu haben, sprechen die Lehrer und Schüler der Klasse zur Verstärkung in Mikrofone – ein technisches Hilfsmittel, dass Nina trotz Hörschädigung den Besucher eine Regelschule ermöglicht.

Eine Doppelbelastung stellte für die Schülerin die Auflagen der Corona-Krise dar. „Die Mikrofone durften aus Hygienegründen nicht genutzt werden“, erklärt Sarah Sonnborn. Die Maskenpflicht nahm Nina zusätzlich die Möglichkeit des Lippenlesens. Während der Corona-Krise wurden die Erstklässler zunächst per Wochenplan zu Hause mit Aufgaben versorgt – die Schule besuchten sie nur etwa einmal pro Woche. Die letzten zwei Wochen vor Schuljahresende hatten die Grundschüler dagegen wieder täglich Präsenzunterricht. „Wir mussten die Masken im Bus, in der Pause und an der Tafel tragen“, berichtet die Siebenjährige. „Ich freue mich schon, wenn ich wieder ohne Maske in die Schule gehen darf.“

Mitte August beginnt für Nina das zweite Schuljahr mit neuen Herausforderungen und Erlebnissen. Auf den Schwimmunterricht im zweiten Halbjahr ist die Schülerin, die schon das Bronze-Abzeichen besitzt, bestens vorbereitet. Außerdem wird das Taschengeld, passend zur zweiten Klasse, auf zwei Euro pro Woche aufgestockt. Was sich wahrscheinlich jedoch nicht ändern wird, ist das lästige Wecken am Morgen. „Das frühe Aufstehen mag Nina nicht so“, sagt ihre Mutter und schmunzelt. Beim Wecken kuschelt sich Nina gerne noch mal in ihre Kissen – ganz nach dem Vorbild von Zwerghamster und Kinderzimmer-Mitbewohner Conni.