ATV Hückeswagen Die Handball-Diva will weniger launisch sein

Hückeswagen · Die ATV-Handballer stehen vor dem Saisonstart. Wenn alle vier Teams ihr Potenzial abrufen, könnten die Ziele erreicht werden. Allerdings gibt es große Probleme mit den Trainingszeiten, was die Vorbereitung auf Saison und Spiele nicht gerade einfacher macht.

 Drei Herrenteams und eine Damenmannschaft des ATV gehen in der neuen Saison auf Punktejagd in ihren Handballligen.

Drei Herrenteams und eine Damenmannschaft des ATV gehen in der neuen Saison auf Punktejagd in ihren Handballligen.

Foto: ATV

Das wäre eine Sensation: In der „aktuellen“ Tabelle der Landesliga, Gruppe 2, steht der ATV Hückeswagen auf Platz zwei. Das Problem an der Sache: Das ist nur die Auflistung der Vereine auf dem Internetportal handball.net, denn die Saison hat noch nicht begonnen: Die Erste des ATV startet erst am Sonntag, 3. September,19 Uhr, mit einem Heimspiel in der Mehrzweckhalle. Doch sollte es tatsächlich so kommen, dass die Hückeswagener die Landesligasaison zumindest auf einem der ersten sechs Plätze beenden, ist das Hauptziel erreicht: „Wir müssen versuchen, unter die ersten Sechs zu kommen“, betont Handball-Abteilungsleiter Horst Mettler, den die meisten als „Mecki“ kennen.

So steht den Handballern der Zusammenschluss des Handballverbands Nordrhein und des Westfälischen Handballbunds bevor. Daher wird diese Landesliga in dieser Form ab der Saison 2024/25 nicht mehr bestehen. „Es soll so eine Art Bezirksoberliga gebildet werden“, sagt Mettler. Doch Genaues wisse man noch nicht. Um allem Unbill aus dem Weg zu gehen, wäre ein Platz in der oberen Tabellenhälfte das Sicherste.

Einfach wird das nicht für das Team von Trainer Jens Greffin, gilt die Mannschaft doch als „launische Diva“. Die vergangenen zwei Spielzeiten sind ein deutliches Indiz dafür: Vor zwei Jahren fast aussichtslos am Tabellenende gelegen, startete der ATV eine Aufholjagd sondergleichen und schafften den für unmöglich gehaltenen Klassenerhalt. Voriges Jahr hielt sich die Mannschaft lange im gesicherten Mittelfeld mit Kontakt zum oberen Drittel auf, um am Ende beinahe noch zu zittern.

Aber bei einer „launischen Diva“ kann das Pendel auch mal in die andere Richtung ausschlagen, und darauf hoffen die Verantwortlichen im ATV. Denn das Potenzial des Teams, das laut Mettler keine Ab- und keine Zugänge hat, ist vorhanden, um eine ganze Saison oben mitzuspielen. Der „Mr. Handball“ fordert von den Jungs aber auch, dass sie alles in die Waagschale legen, auch wenn’s mal nicht so gut läuft. Das sei in der Vergangenheit schon des Öfteren vorgekommen und habe dann für eine Missstimmung unter den Zuschauern gesorgt.

Das Saisonziel der zweiten Mannschaft lautet ganz klar: Klassenerhalt. Der Bezirksliga-Aufsteiger, der es bei seinem ersten Spiel am kommenden Sonntag, 27. August, 19 Uhr, in der Mehrzweckhalle gleich im Lokalderby mit dem SV Wipperfürth zu tun bekommt, hat aber durchaus das Potenzial, im Mittelfeld mitzuspielen. Und auch für die Dritte, die am 3. September, 17.15 Uhr, zu Hause in die Kreisligasaison startet, gilt es in erster Linie, den Abstieg zu verhindern.

Definitiv in die andere Richtung gehen soll es bei den ATV-Damen, die in der Vorsaison als Zweite den Aufstieg in die Bezirksklasse knapp verpasst hatten. Ihr Pech war es, dass sie mit dem HSV Solingen-Gräfrath die dritte Mannschaft eines Bundesliga-Aufsteigers als Konkurrenten hatten, der dank der Unterstützung aus der Zweiten immer wieder höherklassig spielende Handballerinnen einsetzen konnte. Die ATV-Damen, die am 10. September, 17.15 Uhr, daheim in die neue Saison gehen, können jetzt aus dem Vollen schöpfen, stehen doch bis zu 24 Spielerinnen parat. Genügend eigentlich, um eine zweite Mannschaft zu bilden. „Aber wir wissen einfach nicht, wie wir noch weitere Trainingszeiten einplanen können“, bedauert Mettler.

Die Hallenzeiten sind ohnehin das große Problem (nicht nur) der Handballer. Zwar kann die Mehrzweckhalle jetzt wieder weitgehend uneingeschränkt genutzt werden, dafür haben die Sanierungsarbeiten an der Turnhalle der Montanusschule begonnen, die voraussichtlich nicht vor Ende 2024 abgeschlossen sein werden. Die dritten Herren, die bislang dort trainiert haben, müssen nun in die Mehrzweckhalle ausweichen. Und letztlich trainieren alle Handball-Seniorenteams dienstags und donnerstags irgendwann in der Zeit zwischen 19 und 22 Uhr (s. Info-Kasten).

Immerhin haben er und die übrigen Handballer eine große Sorge weniger: Die Zuschauer sind wohl wieder zugelassen. Das war in der vorigen Saison nur sehr eingeschränkt möglich, weil der Kreis aufgrund der Probleme mit dem Brandschutz nur maximal 199 Menschen in der Halle zugelassen hatte. „Wir hatten dadurch immer wieder Probleme mit den Schiedsrichtern und dem Handballkreis und mussten Ordnungsstrafen bezahlen“, sagt Mettler. Denn einige Zuschauer, auch bis maximal 20 der auswärtigen Teams, standen ebenerdig nur wenige Meter vom Spielfeldrand entfernt. Und weil es nicht selten auf dem Spielfeld hitzig zuging, schwappten die Emotionen auf die Zuschauer über. Nun können die Tribünen wieder ausgezogen und deutlich mehr Zuschauer – mit mehr Abstand zum Spielfeld – eingelassen werden.