Hückeswagen: Anwohner sorgen für attraktive Spielplätze

Fürstenberg : Attraktive Spielplätze dank Anwohner

Schon in den 1970er Jahren setzte sich die Zehnergemeinschaft vom Fürstenberg für einen Abenteuerspielplatz ein.

Schon oft haben sich Hückeswagener für die Verschönerung der Schloss-Stadt eingesetzt. Im Sommer 2015 etwa gründete sich dazu der Ein-Euro-Verein, der mittels Spenden und Mitgliedsbeiträgen die finanzielle Mittel für Projekte zur Verfügung stellt, für die der Stadt das Geld fehlt. Auf dem Fürstenberg und Dierl engagieren sich schon seit Jahrzehnten die Anwohner für schöne Spielplätze, auf denen ihre Kinder und Enkel spielen und ihrer Fantasie freien Lauf lassen können.

So setzen sich die Dierl-Anwohnerinnen und Mütter Claudia Bauer und Babett Küpper seit dem Jahr 2015 für die Verschönerung und Instandhaltung des Spielplatzes an der Brüder-Grimm-Straße ein. Sie bewarben sich für Hückeswagen bei der Fanta-Spielplatzinitiative, bei der es Zuschüsse zwischen 1000 und 20.000 Euro zu gewinnen gab. Am Ende sprang Platz 77 und ein Preisgeld von 1000 Euro dabei heraus.

Das reichte nicht für ein neues Spielgerät. Daher organisierten die Anwohner im August 2016 ein Spielplatzfest, bei dem nochmal etwa 1300 Euro zusammenkamen. Durch Spenden von Firmen und Privatleuten sowie 3800 Euro aus der Stiftung „Ein Herz für Kinder“ kam letztlich die stattliche Summe von fast 7000 Euro zusammen. Angeschafft wurde unter anderem ein Gurt-Steg, auf dem auch die kleineren Kinder hüpfen und balancieren können. Aus dem Haushalt der Stadt sind solche Neuanschaffungen nicht zu stemmen.

„Wir haben jährlich 8000 Euro für die Erneuerung von Spielgeräten zur Verfügung. Diese Summe reicht soeben aus, die Geräte auf den etwa 25 Spielplätzen der Stadt durch den Bauhof regelmäßig warten und auf Sicherheit überprüfen zu lassen“, sagte Bürgermeister Dietmar Persian bei der Aufstellung des neuen Spielgeräts vor zwei Jahren.

Das Engagement der Anwohner war damit aber nicht zu Ende. Im Juni 2017 setzte sich Claudia Bauer erneut tatkräftig ein und versah mit Hilfe von zwei weiteren Müttern und einiger Vätern die hölzerne Kletterburg auf dem Spielplatz mit einem neuen Anstrich.

Einen besonders beliebten Spielplatz gab es in den 1970er Jahren an der Montanusstraße, wo sich heute das Margarete-Starrmann-Familienzentrum der Arbeiterwohlfahrt befindet. Auch dieser Spielplatz lebte vom Engagement der Anwohner. 1969 zogen viele Familien auf den Fürstenberg. Die Familien der ersten drei Häuser an der Fürstenbergstraße / Ecke Montanusstraße schlossen sich damals zur sogenannten Zehnergemeinschaft zusammen. Sie hegten und pflegten den Spielplatz und die Geräte und übernahmen auch teilweise selbst die Reparaturen.

Die Anwohner Friedhelm Dörpinghaus, Horst Gaida und Johannes Stawicki hielten das Fähnlein der „Zehnergemeinschaft“ auf dem Fürstenberg hoch, als von den ehemals zehn Mitstreitern nur sie übriggeblieben waren. Die drei Nachbarn pflegten den Spielplatz auch noch, als die eigenen Kinder längst erwachsen und sie selbst schon im Ruhestand waren. Sie setzten Maibäume und luden zu Festen ein, bevor sie sich aus Altersgründen zurückzogen. Der Spielplatz der „Zehnergemeinschaft“ war in den 1970er und 1980er Jahren etwas ganz Besonderes und sehr beliebt bei den Kindern, bevor er durch den Generationswechsel weniger genutzt und das Grundstück dem Kindergarten als Außengelände zugewiesen wurde.