1. NRW
  2. Städte
  3. Hückeswagen

Hückeswagen: Anwohner müssen Bäume als Ausgleich pflanzen

Bürgerveranstaltung : Anwohner müssen Bäume als Ausgleich pflanzen

Die Hückeswagener Stadtverwaltung lädt alle Bewohner im Neubaugebiet Weierbachblick zu einer Informationsveranstaltung in die Aula der Realschule ein. Es geht um den Bebauungsplan Nr. 70 und eine je nach Grundstücksgröße festgesetzte Verpflichtung, Ersatzpflanzungen vorzunehmen.

Wer zu schnell fährt und erwischt wird, darf meist sofort zahlen – oder wird später mit einem hübschen Foto an sein Vergehen erinnert und dann zur Kasse gebeten. So weit will es die Stadt bei den Anwohnern im Wohngebiet Weierbachblick nicht kommen lassen und lädt sie zu einer Bürgerveranstaltung für Donnerstag, 17. Januar, 17.30 bis 19 Uhr, in die Aula der städtischen Realschule an der Kölner Straße ein.

Konkret geht es um den Bebauungsplan Nr. 70 „Kölner Straße“, dessen Geltungsbereich die Grundstücke der Menschen im Weierbachblick umfasst. Laut dessen Festsetzungen sind je nach Grundstücksgröße ein bis zwei Bäume zu pflanzen. „In Ihrem Kaufvertrag wurden Sie ebenfalls auf diese Verpflichtung hingewiesen“, heißt es in dem Schreiben der Stadt, das Bürgermeister Dietmar Persian unterschrieben hat.

Etwa zehn Jahre nach Rechtskraft dieses Bebauungsplans sei das Wohngebiet nun vollständig bebaut, und inzwischen sei die Umsetzung der Pflanzmaßnahmen auf den Grundstücken auch überprüft worden – Ergebnis: Die vorgegebene Anzahl an Baumpflanzungen wurde nicht erreicht. Deshalb lädt die Stadt nun alle betroffenen Bürger ein, um sie mit dem Bebauungsplan und den entsprechenden Verpflichtungen nochmals vertraut zu machen und Rückfragen zu beantworten.

„Es geht uns ganz bewusst nicht darum, den erhobenen Zeigefinger zu zeigen, sondern um die Information der Bauherren und Grundstückseigentümern“, erläutert Persian. Die Stadt wolle sie auf die Pflicht hinweisen und erläutern, warum es diese Regelung überhaupt gibt. „Wir wollen werben für die Pflanzverpflichtung, denn letztlich liegt es an jedem selber, ob zum Beispiel das Bienensterben weitergehen soll und wir irgendwann eine ganz böse Überraschung erleben, wenn eben keine Pflanzungen vorgenommen werden“; sagt der Bürgermeister. Denn wenn sich Bürger bewusst gegen die Pflanzungen entscheiden, ist das ein klarer Verstoß gegen geltendes Recht.

„Wir hätten auch jedem Bürger einen Brief schreiben können, wir wollen den Sachverhalt aber lieber persönlich erläutern und miteinander sprechen“, sagt Persian. Natürlich erwartet der Bürgermeister eine entsprechende Reaktion der Bürger, schließlich habe auch die Stadt gewisse Aufgaben zu erledigen, wie zum Beispiel Ausgleichspflanzungen von Bäumen oder Ausgleichszahlungen. 70 bis 80 Grundstücke umfasst das Gebiet im Weierbachblick, und die Stadt hat bewusst alle Bürger eingeladen – also auch die, die ihrer Verpflichtung nachgekommen sind. Denn die gibt es auch, wie Persian betont.

Er glaubt, dass Menschen, die wissen, warum sie einen Baum pflanzen müssen, ganz anders mit diesem Baum umgehen werden und vielleicht auch mit dem kompletten Garten. „Uns ist wichtig festzustellen, dass es eine Verpflichtung gibt, die eindeutig im Bebauungsplan festgelegt ist“, sagt Persian. Er sagt auch, dass es durchaus Sanktionsmöglichkeiten gibt, die die Stadt aber nur äußerst ungern anwenden würde.

Do. 17. Januar, 17.30 bis 19 Uhr, Aula städtische Realschule, Kölner Straße