Hückeswagen: Anwohner der Blumenstraße wehren sich gegen Edeka-Zufahrt

Hückeswagen : Anwohner der Blumenstraße wehren sich gegen Edeka-Zufahrt

Gegen die Ansiedlung eines Supermarkts auf der Fläche am Ende ihrer Straße haben sie nichts, wohl aber wollen die Anwohner der Blumenstraße die Zufahrt dorthin an ihren Haustüren vorbei verhindern. Die Stadt sieht das anders.

Nicht alle Betroffenen freuen sich darüber, dass auf einer Fläche am Ende der Blumenstraße bis 2022 ein neuer, dann etwa 1400 Quadratmeter großer Edeka-Markt entstehen soll. Der Rat hat zwar in seiner jüngsten Sitzung vor zwei Wochen einstimmig den Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan „Am Grünenthal“ beschlossen, und auch die Verwaltung befürwortet die Plänen der Edeka Handelsgesellschaft Rhein-Ruhr. Auf Widerstand stoßen diese jedoch bei Anwohnern der Blumenstraße. Sie kritisieren, dass jetzt schon häufig zu schnell vor ihren Haustüren gefahren wird, und befürchten, dass der Verkehr deutlich zunehmen wird, sollte der Lebensmittelmarkt gebaut werden. „Wir sind allerdings nicht gegen die Ansiedlung des Edeka-Markts“, betont Hans-Peter Grünewald im Gespräch mit unserer Redaktion.

Inzwischen hat sich die Bürgerinitiative Blumenstraße gebildet, die ihre Forderungen in einem Brief an den Bürgermeister und die Vorsitzenden der Ratsfraktionen formuliert hat. So kritisieren die Anwohner, dass die Stadt den Wunsch von Edeka ablehnt, sich in Junkernbusch, dem künftigen Gewerbegebiet West 3, niederzulassen. Gleichzeitig werde aber eine Erreichbarkeit mit dem Auto über eine Wohnstraße, der Blumenstraße, für die Wiehagener angestrebt. Politik und Verwaltung hatten jedoch bereits vor zehn Jahren beschlossen, dass in dem Gewerbegebiet kein Vollsortimenter angesiedelt werden darf, um den Einzelhandel in der Innenstadt nicht zu schwächen.

Die Bürgerinitiative schreibt weiter: „Einen geringen Umweg über die Bundesstraße, um den Supermarkt zu erreichen, ist den Wiehagener Autofahrern zumutbar.“ Die Anwohner halten es für nicht vertretbar, dass der Autoverkehr zum Einkaufen durch eine Wohnstraße führen soll. „Neben den vermehrten Abgasen ist die zu erwartende Lärmbelastung für ein Wohngebiet unzumutbar.“ Erst recht unsinnig sei es, die Kinder der Grundschule und des Kindergartens durch ein verstärktes Verkehrsaufkommen zusätzlich zu gefährden. „Hier war bisher ein sicherer und optimaler Schulstandort und Schulweg. Es ist unverantwortlich, diese Situation im Interesse des Autoverkehrs aufzugeben und die Kinder einer zusätzlichen Gefahrenquelle auszusetzen“, heißt es in dem Schreiben an Politiker und Bürgermeister.

Die Bürgerinitiative Blumenstraße fordert daher, dass der Autoverkehr begrenzt und auf die vorhandenen Hauptverkehrswege, also die Bundesstraße, gelenkt werden müsse. Aus ihrer Sicht ist die B 237 die einzige vertretbare Zufahrt zum zukünftigen Supermarkt, während es in den aktuellen Plänen der Stadt eben zwei Zufahrten geben soll. Allerdings sollen sie auch zu zwei voneinander abgetrennten Parkplätzen führen, um so einen Schleichverkehr über die Blumenstraße zu unterbinden. Die Anwohner fordern dennoch, der Ansiedlung eines Supermarkts nur zuzustimmen und ihn zu genehmigen, „wenn die Zufahrt über die Bundesstraße gesichert ist und nur ausschließlich darüber erfolgt“.

In einer Zufahrt durch die Wohnsiedlung zum Supermarkt sehen die Anwohner außerdem nicht nur eine erhöhte Lärmstörung, sondern auch eine zusätzliche Gefahrenquelle. Auch verlangen sie, dass während der Bauphase keine Baufahrzeuge über die Blumenstraße geleitet werden. Abschließend heißt es in dem Schreiben: „Eine Supermarktzufahrt über die Blumenstraße ist für Grundschule, Kindergarten und Anwohner des Wohngebietes wegen des extrem erhöhten Verkehrsaufkommens und der damit verbundenen Gefahren nicht akzeptabel.“ Die Bürgerinitiative fordert Politik und Verwaltung daher auf, „unsere Bedenken ernst zu nehmen und eine angedachte Straßenanbindung zum Supermarkt über die Blumenstraße abzulehnen“.

Info Mit dem Bau des Wohngebiets wurde Anfang der 1970er-Jahre begonnen, die Blumenstraße selbst 1976 fertiggestellt. Im Sommer 1999 wurde die Grundschule, sechs Jahre später der benachbarte Johanna-Heymann-Kindergarten in Betrieb genommen.