Ansichtssache : ATV und Stadt sind gefordert, für mehr „Spaß“ zu sorgen

Der ATV verkauft seinen Triathlon leider unter Wert. Dafür könnte der Guildo-Horn-Auftritt der Start zu einer eigenen Veranstaltungsmarke der Stadt vorm Schloss werden.

In Radevormwald ist an diesem Wochenende die Hölle los: Bei der Mountainbike-Veranstaltung „Night on Bilke“ starten 1000 Radler, kommen tausende von Zuschauern und es gibt ein umfangreiches Rahmenprogramm. Eine Woche zuvor fand in Hückeswagen eine mindestens ebenso trendige Veranstaltung statt. Auch beim ATV-Triathlon, dem mittlerweile 36., starteten an die 900 Sportler und zeigten großen und faszinierenden Sport. Es gab auch durchaus Zuschauer – nur waren das vornehmlich die Betreuer und Freunde der Teilnehmer und die Anwohner am Streckenrand. Es könnten deutlich mehr sein. Ein Rahmenprogramm? Leider Fehlanzeige!

Der ATV-Triathlon ist etwas ganz Besonderes. Er ist nicht nur mit der älteste Wettbewerb dieser Art in ganz Europa, sondern vor allem auch Hückeswagens größtes Sportereignis. Aber viel davon mit bekommen die Hückeswagener nicht. Bis auf wenige Banner an den Einfallstraßen gab es keine Werbung für den Wettbewerb. Plakate? Kein einziges. Wettbewerber wie die Ironman-Triathlons im fränkischen Roth oder Frankfurt/Main mögen viel größer und von deutlich höherer sportlicher Bedeutung sein. Sie zeigen aber, wie man Massen für diese faszinierende Sportart im Wasser und zu Lande mobilisiert. Da kann der ATV nicht nur von lernen, er muss es auch. Denn ein solches Sportereignis wie sein traditioneller Triathlon muss einfach mehr in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt werden. Und es braucht ein buntes Rahmenprogramm vor allem auf dem Sportplatz, um noch mehr Zuschauer anzulocken – die Sommerbob-Rennen haben es gezeigt. So aber führt der ATV-Triathlon ein Mauerblümchen-Dasein. Und das ist schade. Vielleicht könnten sich die Veranstalter mit dem Stadtmarketing zusammentun und gemeinsam ein zukunftsfähiges Konzept entwickeln.

  • Wesel : Vollgas-Auftritt von Guildo Horn
  • An manchen Stellen der Radstrecke müssen
    Großveranstaltung : Straßensperrungen für ATV-Triathlon
  • An manchen Stellen der Radstrecke müssen
    Großveranstaltung in Hückeswagen : Straßensperrungen für ATV-Triathlon

Endlich gibt’s in der Schloss-Stadt mal wieder mit dem Auftritt von Guildo Horn am 14. September vor dem Schloss einen richtigen „Knaller“. Das Konzert im Rahmen der „Singenden Schlossgärten“ könnte zukunftsweisend sein. Zumal das Stadtmarketing das Seinige an der Organisation mit Sicherheit locker stemmen wird. Dort und im Rathaus sollten die Verantwortlichen das Guildo-Horn-Konzert jetzt zum Anlass nehmen, über weitere Veranstaltungen vor dem Schloss nachzudenken. Das ist ohnehin längst überfällig, daher bietet sich der Auftritt geradezu an. Warum holt das Stadtmarketing nicht selber bekannte Künstler auf die Bühne vors Schloss? Oder knüpft Kontakte zu Veranstaltern von Open-Air-Theaterstücken oder -Opern? Das wäre doch etwas, das perfekt in das historische Ambiente der Stadt passen und dafür sorgen würde, dass Hückeswagen mal wieder weit über das Bergische Land in aller Munde ist. Daran hat’s in den vergangenen Jahren doch arg gehapert.

Es ist ein Thema, dass jeden irgendwann in seinem Leben beschäftigen wird: die Pflege. Entweder die eigene oder die eines nahen Angehörigen. Die Stadt hat das erkannt und vor allem den Bedarf und bietet daher schon seit Jahren eine Senioren- und Pflegeberatung an. Nachdem Sabine Röntgen in den Ruhestand gegangen ist, kümmert sich jetzt Diana Hintemann darum, die Betroffenen und ihre Angehörigen über alles rund ums Thema Pflege zu informieren. Und das ist deutlich mehr als nur die Antworten auf die Fragen, wo der nächste Pflegedienst ist oder wie man ans „Essen auf Räder“ kommt. Sie kann viel mehr Tipps geben, die den Pflegebedürftigen und den pflegenden Angehörigen ihren Alltag erleichtern. Kennt Kniffe und Tricks, auch finanzieller Art.

Nur gibt es offenbar jedoch ein großes Problem: Viele Betroffene scheuen sich, die Beratung in Anspruch zu nehmen. Bei vielen, so lautet die Erfahrung der Senioren- und Pflegeberaterin, ist die Hemmschwelle hoch. So mancher dürfte sich auch schlicht schämen oder zu stolz sein, um Hilfe anzunehmen. Doch das ist der falsche Weg! Niemand hat etwas zu verschenken, und schon gar nicht, wenn er auf Hilfe angewiesen ist. Deshalb braucht auch niemand Angst vor dem Telefonat mit Diana Hintemann haben. Die kommt auf Wunsch sogar zu den Betroffenen in deren eigenen vier Wänden.

(büba)