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Hückeswagen: Andrang bei Islandtafel ist größer geworden

Zahl der Bedürftigen steigt auch in Hückeswagen : Andrang bei Islandtafel ist größer geworden

Im Vergleich zu anderen Tafeln wird die Einrichtung in Hückeswagen gut mit Lebensmitteln versorgt. Als Puffer werden Nudeln, Soßen oder Konserven hinzugekauft – finanziert durch Spenden.

Mehr Bedürftige, weniger Lebensmittel, knappes Personal: Der Druck auf die Tafeln, die mit der Ausgabe von Lebensmitteln einkommensschwache Bürger unterstützen, spitzt sich in einigen Städten zu. Aufmerksam verfolgen die ehrenamtlichen Helfer der Islandtafel in Hückeswagen die Entwicklungen in der Region. „Bei uns hat sich in den vergangenen Wochen der Andrang verdreifacht – insbesondere durch viele Flüchtlinge aus der Ukraine“, berichtet Vorstandsmitglied Karl-Peter Turck, der in den Räumlichkeiten an der Bachstraße 6 die Lebensmittel-Ausgabe koordiniert. „Im Gegensatz zu anderen Tafeln werden wir allerdings gut mit Lebensmitteln versorgt.“

Die ortsansässigen Filialen von Rewe, Penny und Aldi liefern ausreichend große Mengen an aussortiertem Obst und Gemüse, das dienstags und donnerstags an Bedürftige weitergegeben wird. „Zudem können wir uns glücklich schätzen, dass wir als freier Verband zahlreiche Spenden bekommen“, sagt Turck. Die Gelder werden in erster Linie für Zukäufe von Nudeln, Reis, Fertigsoßen oder Konserven verwendet. „Damit können wir uns einen Puffer schaffen.“ Einfacher gesagt als getan, denn die Supermärkte können länger haltbare Waren in größeren Mengen aktuell nicht auf Bestellung liefern, weil die eigenen Regale Vorrang haben. „Daher fahren wir selbst in den Großhandel nach Schwelm, um dort einzukaufen und das Lager aufzufüllen“, beschreibt Karl-Peter Turck den Aufwand, den das rund 25 Helfer zählende Team betreibt.

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Die Zahl der Ehrenamtler sei zwar groß genug, wenn sich aber die Aufgaben an einem Tag ballen, könne es auch schon mal eng werden – zum Beispiel dann, wenn auch die Kleiderkammer geöffnet hat. „Wir kommen an unsere Grenzen, was wir leisten können“, sagt das Tafel-Vorstandsmitglied. Über eine Registrierung der Kunden oder gar einen Aufnahmestopp habe man jedoch noch nicht nachdenken müssen: „Solange wir es schaffen, kann jeder kommen“.

Der Hauptgrund für den größeren Andrang ist in Hückeswagen fast ausschließlich der Flüchtlingsstrom aus der Ukraine, weniger die Inflation beziehungsweise die Preissteigerungen: „Einen direkten Bezug merkt man nicht“. Turck und das Islandtafel-Team wollen allerdings vorbereitet sein, falls die Nachfrage von Bedürftigen nach Lebensmitteln in den kommenden Wochen größer werden sollte.

So soll in Kürze ein Aufruf gestartet werden, um die Lager aufzufüllen: „Wir wollen die Hückeswagener bitten, von ihren Vorräten aus Kellern oder Küchen Konserven oder andere haltbare Lebensmittel mit einem bald ablaufenden Mindesthaltbarkeitsdatum zu spenden.“ Der Vorstand will in Kürze darüber informieren, wo und wann die Spenden abgegeben werden können.

christliche-islandtafel.de