1. NRW
  2. Städte
  3. Hückeswagen

Hückeswagen: Am Friedhof entsteht ein Mehrfamilienhaus

Bauprojekt in Hückeswagen : Am Friedhof entsteht ein Mehrfamilienhaus

Die Lenneper Firma Montosus errichtet an der Kölner Straße einen Neubau mit zehn ­Mietwohnungen. Baubeginn soll nach den Sommerferien sein. Bürgermeister Dietmar Persian ist glücklich darüber.

Das brach liegende Grundstück zwischen Kölner Straße und Friedhof nahe des Friedhofswegs hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich. Bis in die 80er Jahre hinein stand darauf ein Fachwerkhaus, ehe es abgerissen wurde. An seiner Stelle wurden drei Pavillons mit Satteldächern errichtet, in denen zu Beginn der 90er Jahre Flüchtlinge des Balkankriegs und Aussiedler eine erste Unterkunft fanden.

Doch auch diese sind längst Geschichte. Seit etwa acht Jahren wird die Fläche vornehmlich als Parkplatz genutzt, etwa von Anwohnern, Lehrern der nahen Grund- und der Realschule sowie von Friedhofsbesuchern. „Ein Parkplatz ist sie aber nicht“, betonte Bürgermeister Dietmar Persian am Mittwoch im Gespräch mit unserer Redaktion. Zwar duldet die Stadt, Eigentümerin des Geländes, das Parken dort. Aber das dürfte im September ein Ende haben. Denn dann will dort die Lenneper Firma Montosus ein Mehrfamilienhaus mit zehn Wohnungen errichten.

Der Bauantrag ist eingereicht. Nun hofft Geschäftsführer Maximilian Girnus, dass er kurzum genehmigt wird. „Wir hoffen, dass wir nach den Sommerferien loslegen können“, sagte er. In der zweiten Jahreshälfte 2021 soll das Mehrfamilienhaus mit dem leicht geneigten Pultdach fertiggestellt sein, so dass die ersten Mieter eventuell ab dem Spätsommer einziehen können.

Für Persian trifft das, was das Lenneper Unternehmen an der Kölner Straße plant, „genau den Bedarf. Das stärkt uns sehr“, betont er. Denn neben Ein- und Zweifamilienhäusern würden in Hückeswagen gerade solche kleinen Wohneinheiten zum Mieten gesucht. Diese hatte die FDP für den Bolzplatz ins Spiel gebracht, war aber an der Ratsmehrheit gescheitert. Bei diesem Projekt am Friedhof jedoch seien sich alle einig gewesen, versicherte der Bürgermeister. Nachdem das Grundstück für die Bebauung öffentlich ausgeschrieben war, hatte Montosus vor etwa einem Jahr den Zuschlag erhalten.

Bürgermeister Dietmar Persian (l.) und Alisa Roggen vom Regionalen Gebäudemanagement der Stadt schauen sich auf dem Grundstück mit Maximilian Girnus, Geschäftsführer der Firma Montosus, die Pläne für den Neubau an. Foto: Moll, Jürgen (jumo)

Der Investor wird nun ein Angebot an zehn Mietwohnungen schaffen, die vor allem auf ältere Menschen zugeschnitten sind. Etwa auf solche, die demnächst aus ihrem Eigenheim ausziehen und sich mit dem Wohnraum verkleinern, aber in Hückeswagen und vor allem stadtnah wohnen wollen. „Wir haben in Lennep Projekte mit ähnlicher Wohnungsgröße und für Mieter“, berichtete Girnus. Interessiert hätten sich dafür vor allem Menschen, die noch lange Zeit in den eigenen vier Wänden leben wollten. Zur barrierefreien und altengerechten Ausstattung der künftigen Wohnungen an der Kölner Straße zählt etwa ein Aufzug. Zudem sei das Niedrigenergiehaus ein Standard für geringe Heizkosten, wirbt der Investor. Die Wohnungen werden modern und hell ausgestattet, Fußbodenheizung und ein Kellerraum gehören ebenfalls dazu.

Montosus hatte sich nach weiteren „interessanten Möglichkeiten“ in der Region umgeschaut und war dabei auf das Grundstück am Rand der Hückeswagener Altstadt gestoßen. „Wir kommen aus dem Bergischen Land und finden es schön“, versicherte der Geschäftsführer.

Wenn der Neubau hochgezogen wird, kann auf der Fläche gearbeitet werden. Allerdings müssen die Anwohner über einen längeren Zeitraum mit einem verstärkten Aufkommen an Lkw sowie Lärm und Dreck rechnen. „Wir prüfen, ob wir die Baustelle auch von hinten andienen können“, sagte Persian mit Blick auf den dahinterliegenden Besucherparkplatz des Friedhofs.

Die Gebäudeform, die ähnlich der der Eversberg-Häuser im Zentrum ist, dürfte bei einigen Hückeswagenern auf wenig Gegenliebe stoßen. Das weiß auch Maximilian Girnus, der aber betont: „Wir bauen, was in die Zeit passt.“ Allerdings werde es bei den Außenfarben den „bergischen Dreiklang“ geben aus Schwarz, Weiß und Grün. So wird beispielsweise an die grünen Klappläden erinnert.