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Hückeswagen: Alternativen zum abgesagten Hüttenzauber

Aktionen in Hückeswagen : Alternativen zum Hüttenzauber sind geplant

Obwohl wegen der Corona-Pandemie der Hückeswagener Weihnachtsmarkt nicht stattfinden kann, gibt es am zweiten Adventswochenende doch ein abgespecktes Programm in der Schloss-Stadt, inklusive verkaufsoffenem Sonntag. Was die Besucher außerdem erwartet.

Die Enttäuschung ist groß – auch wenn die Gründe allen vernünftig denkenden Menschen einleuchten dürften. Am zweiten Adventswochenende wird es auch in diesem Jahr keinen Hüttenzauber in der Schloss-Stadt geben. Zumindest nicht in der ursprünglich geplanten Form – mit einer Kombination aus vielen Buden, Attraktionen und dem verkaufsoffenen Sonntag des Einzelhandels auf der Islandstraße und am Schlossplatz. Auf der Internetseite der Stadt ist indes so etwas wie ein kleiner Hoffnungsschimmer zu lesen: „Am Wochenende 4. und 5. Dezember sind weiterhin einige Aktionen geplant, die aber derzeit noch abgestimmt werden müssen“,steht da in der Mitteilung zur Absage des Hüttenzaubers.

Bürgermeister Dietmar Persian teilt auf Anfrage dieser Redaktion mit, dass es tatsächlich eine – sehr – abgespeckte Hüttenzauber-Version geben werde. „Am Samstag und Sonntag wird das historische Karussell auf der Islandstraße aufgebaut, das auch beim eigentlichen Hüttenzauber mit dabei gewesen wäre. Außerdem wird es wohl bei Ritas Weinlädchen Glühwein und Punsch geben“, sagte Persian. Natürlich könne das kein Ersatz für einen echten Hüttenzauber sein. „Ich bin schon sehr traurig darüber, dass der Weihnachtsmarkt abgesagt werden musste. Aber die Pandemielage lässt nichts anderes zu.“ Andrea Poranzke, Geschäftsführerin des Stadtmarketing, ergänzt: „Ein Grund für die endgültige Absage waren auch die zahlreichen Absagen von Standbetreibern. So hätte es kein stimmungsvoller Hüttenzauber werden können.“ Persians Blick geht nun ins nächste Jahr: „Das Schloss steht auch 2022 noch, wir wollen im kommenden Jahr auf jeden Fall den Hüttenzauber auf der Islandstraße und am Schloss anbieten.“

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Der Einzelhandel werde am Sonntag seinen verkaufsoffenen Tag wie geplant stattfinden lassen können. Das sagt der Sprecher der Werbegemeinschaft, Optiker Bernd Lammert. „Wir können durch die abgespeckte Variante des Hüttenzaubers den Kaufsonntag stattfinden lassen – wir hoffen, auf diese Weise auch das Weihnachtsgeschäft in den kommenden Wochen ein wenig entzerren zu können“, sagt Lammert, auch mit Blick auf die am Freitag beschlossenen 2G-Regeln auch im Einzelhandel. Die sieht er mit fatalistischem Gleichmut. „Der Einzelhandel ist in der Vergangenheit niemals der große Superspreader für das Coronavirus gewesen. Dennoch werden wir alles dafür tun, damit das auch künftig so ist – und dazu gehört eben auch die 2G-Regel“, sagt er.

Die Geschäfte haben am Sonntag von 13 bis 18 Uhr geöffnet, an den Adventssamstagen haben zudem einige der Geschäfte auch ebenfalls verlängerte Öffnungszeiten bis 16 Uhr, sagt Lammert. Er habe auch mit unterschiedlichen Marktbeschickern gesprochen, ob sie sich im Kleinen mit anschließen würden. „Aber da hatte ich bis Freitag noch keine Zusagen. Vielleicht klappt es noch kurzfristig, das bleibt abzuwarten“, sagt Lammert. Die 2G-Regeln werde man in jedem Fall einhalten. „Wir werden die Regeln befolgen – und gegebenenfalls auch unsere Kundinnen und Kunden daran erinnern“, sagt Lammert.

Eine kleine Alternative zum Hüttenzauber hat sich auch Andreas Kölsch überlegt. Der Hückeswagener lebt in Stoote, dort gibt es viel Platz. „Wir sind zu viert: meine Holzwerkstatt Herstellerey, der Mehrwert Kaffee aus Scheideweg wird einen Stand haben, zudem wird es Kunsthandwerk aus Beton und selbstgezogene Kerzen am Stand von Gina Stellbrink sowie selbstgenähte Kinderkleidung und Accessoires bei Antje Borsig-Brüggemann geben“, sagt Kölsch. Er möchte den Hof-Weihnachtsmarkt in Stoote keinesfalls als „Rebellion“ gegen die aktuellen Corona-Regeln verstanden wissen. „Wir werden die 2G-Regeln am Eingang kontrollieren, außerdem sind wir im Freien und haben ausreichend Platz“, sagt er.

Natürlich muss auf einem Weihnachtsmarkt Glühwein auch ausgeschenkt werden, zum Essen wird es Champignons geben. Für Wärme und Gemütlichkeit wird ein großes Lagerfeuer auf dem Hof der Familie Kölsch sorgen. „Wir haben mit dem benachbarten Golfplatz gesprochen, auf dem Parkplatz dort können die Besucher ihre Autos abstellen“, sagt Kölsch. Der Hof-Weihnachtsmarkt in Stoote ist am Samstag von 12 bis 20 Uhr und am Sonntag von 12 bis 18 Uhr geöffnet.

Ebenfalls stattfinden wird die 24. Kulturmesse des Stadtkulturverbandes im Kultur-Haus Zach am Samstag und Sonntag jeweils von 11 bis 17 Uhr mit Kunsthandwerk und Mode von regionalen Herstellern. Dazu können sich die Besucher bei Waffeln und Kuchen, Punsch und Kaffee stärken. „Die Kulturmesse ist seit vielen Jahren eine wichtige Plattform für Künstlerinnen und Künstler aus der Region, die 24. Ausgabe steht unter dem Motto ‚Kreatives fürs Fest‘“, sagt Stadtkulturverbands-Vorsitzender Stefan Noppenberger. In diesem Jahr sei das Angebot zwar auch etwas abgespeckt, weil der eine oder andere Aussteller abgesagt habe. „Aber etwa mit Mode und Accessoires von Karin Pickenpack oder Weihnachtskränzen oder -gestecken von Brigitte Brand gibt es einiges zu entdecken“, sagt Noppenberger.