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Hückeswagen: AfD fordert Umweltmess-Station für Bachstraße

B237 in Hückeswagen : Umweltmess-Station für Bachstraße?

Die AfD-Fraktion hat einen entsprechenden Antrag für die Ratssitzung gestellt – „zum Schutz der Kinder im Kindergarten und den Anwohnern an der Bundesstraße“.

Gerade in der zurückliegenden Diskussion um ein Diesel-Fahrverbot haben Umweltmess-Stationen eine große Rolle gespielt. Denn lag in so mancher deutschen Großstadt die Feinstaubbelastung über dem 24-Stunden-Grenzwert von 50 Mikrogramm pro Kubikmeter, durften Diesel betriebene Fahrzeige in diese Zonen nicht mehr einfahren.

Nun soll es auch für Hückeswagener eine Umwelt-Messtation geben: Die AfD-Fraktion fordert, der Stadtrat möge beschließen, dass die Stadt „zum Schutz der Kinder im Kindergarten Bachstraße und den Anwohnern der B 237 in der Innenstadt eine Umweltmess-Station errichtet und betreibt“. Diese soll laut Pressemitteilung von Fraktionschef Markus Lietza zehn Meter vor Beginn der 30er-Zone – von der Stadtbibliothek aus kommend – aufgestellt werden. Eine weitere bringt die AfD gegebenenfalls für die Peterstraße ins Spiel.

„In den verschiedensten Ausschüssen wurde nun seit 50 Jahren und oft über die B 237n gesprochen, aber nie wurde etwas umgesetzt“, bezieht sich Lietza auf die Äußere Ortsumgehung. Während sich die Luftqualität und andere atmosphärische Parameter gerade im Bereich des Kindergartens und in dem dazugehörigen Wohnbereich, verschlechterten, werde der Feinstaub seitens der Politik billigend in Kauf genommen. Der AfD-Fraktionschef bezeichnet ihn als „das unterschätzte Risiko“.

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Die Weltgesundheitsorganisation habe den Feinstaub bereits 2012 als definitiv krebserregend eingestuft und damit auf eine Stufe mit Asbest und Arsen gestellt. Lietza: „Nach einer Hochrechnung von ,Kinderumwelt’, einer gemeinnützigen Gesellschaft der Akademie der Kinder- und Jugendärzte (DAKJ), verschulden Dieselabgase 10.000 bis 19.000 Todesfälle jährlich.“ Zehn Prozent der Betroffenen würden an Lungenkrebs, 90 Prozent an Atemwegs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen sterben. Dies betreffe auch die Anwohner des betreffenden Bereichs in der Innenstadt an der B 237.

„Nach 50 Jahren und angesichts fast 16.000 Fahrzeugen täglich am Kindergarten“ sei es laut der AfD an der Zeit, diese Daten zu erfassen und auf ihrer Basis die Umgehungsstraße B 237n über das neue Planungsbeschleunigungsgesetz unmittelbar zu verwirklichen. Wobei ihr Fraktionsvorsitzender nicht schreibt, dass die Stadt Hückeswagen so gut wie keinen Einfluss auf die Realisierung der Äußeren Ortsumgehung hat. Wird diese doch geplant vom Landesbetrieb Straßen NRW – und das letzte Wort dazu hat der Bund, der die B 237n im Bundesverkehrswegeplans führt. Zurzeit steht sie dort in der Kategorie „vordringlicher Bedarf“.