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Hückeswagen: Ärger um Sparkassen-Terminal in Wiehagen

Bürgermonitor : Ärger um Sparkassen-Terminal

Seitdem die Wiehagener Sparkassen-Filiale geschlossen ist, gibt es dort nur noch ein Selbstbedienungsterminal. Und das funktioniert nicht immer. Die Sparkasse macht die lang anhaltende Hitze für einige Störungen verantwortlich.

Viele Wiehagener Sparkassen-Kunden sind sauer. Ende September vorigen Jahres stellte die Sparkasse Radevormwald-Wiehagen nach fast 50 Jahren auf Wiehagen die persönliche Kundenberatung ein und wandelte den Standort Zur Landwehr in eine Selbstbedienungsfiliale (SB) um. Doch Geldabholungen gestalten sich mittlerweile schwierig, denn der Geldautomat war in den vergangenen Wochen offenbar mehrfach außer Betrieb – teilweise über mehrere Tage. Sabine Burghoff hat dieses Szenario beobachtet. Besonders negativ stößt der Wiehagenerin auf, dass auch der Briefkasten für Überweisungsträger zugeschraubt wurde. Zwei Schrauben wurden so an der Seite der Klappe angebracht, so dass diese nicht mehr geöffnet werden kann. „Das ist eine Unverschämtheit, vor allem für ältere Anwohner, die kein Online-Banking nutzen oder kein Auto haben, um mal eben in die Stadt zu fahren“, sagt sie.

Es gebe zwar ein Überweisungsterminal (das auch als Kontoauszugsdrucker funktioniert)l, aber auch damit kämen nicht alle Kunden zurecht. Zumal das Display schwarz bleibt. „Viele gehen halt gerne noch an den Schalter“, fügt Sabine Burghoff hinzu. Sie weiß von nahen Verwandten, die sich bei der Sparkasse an der Peterstraße schon mehrfach beschwert haben, dass das Problem mit dem defekten Geldautomaten dort bekannt ist. Die Sparkasse verweise jedoch auf ein externes Unternehmen, dass die Automaten der SB-Filiale betreut. Kein Trost für die Wiehagener, die den Weg zum Geldautomaten der Sparkasse Wiehagen umsonst gemacht haben und unverrichteter Dinge nach einer anderen Lösung suchen müssen, um an ihr Geld zu kommen.

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Fast 50 Jahre gab es die persönliche Beratung in der Sparkasse Wiehagen. Mit der Umwandlung in eine SB-Filiale reagierte der Sparkassenvorstand auf das geänderte Kundenverhalten und der zunehmenden Nutzung digitaler Zugangswege. „Statistiken haben ergeben, dass Kunden im Durchschnitt nur noch einmal im Jahr die Geschäftsstelle aufsuchen, um am Schalter ihre Bankgeschäfte zu tätigen“, sagte Pressesprecher Michael Scholz am 29. September 2017, dem letzten Öffnungstag des Kundenschalters.

Die Schließung bedeutet eine große Umstellung für viele Wiehagener: Wer schnell Bargeld benötigt, könne sich das mittlerweile auch per EC-Karte in den Supermärkten Edeka und Penny an der Wiehagener Straße auszahlen lassen, weiß Sabine Burghoff. Dafür sei aber ein Mindesteinkauf von 20 Euro Voraussetzung.

 Der Briefkasten dem Weihagener Sparkassen-Selbstbedienungsterminal wurde zugeschraubt. Foto: Heike Karsten
Der Briefkasten dem Weihagener Sparkassen-Selbstbedienungsterminal wurde zugeschraubt. Foto: Heike Karsten Foto: Heike Karsten

Michael Scholz, Sprecher der Sparkasse, spricht von „einer Verkettung vieler unglücklicher Umstände“. Im Hause sei festgestellt worden, dass die Techniker in jüngster Zeit deutlich mehr Einsätze gehabt hätten. Ein großes Problem sei die Hitze der vergangenen Wochen gewesen, betont Scholz. „Die hat sich in dem Raum gestaut und konnte nicht entweichen, weil man die Eingangstür ja nicht ständig offen lassen kann.“ Dadurch hätten sich die Geräte erhitzt, was zum Beispiel zur Folge hatte, dass der Bildschirm des Kontoauszugsdruckers schonmal schwarz geblieben ist.

Weil in der ehemaligen Wiehagener Filiale nun seit fast einem Jahr keine Mitarbeiter mehr tätig sind, muss die Technik mitteilen, wenn etwas klemmt. Scholz: „Bei einem Problem, etwa Papierstau, gibt es ein Signal bei uns in der Hauptstelle und jemand fährt raus.“ Zudem habe die Sparkasse mit dem Hersteller der Geräte einen taggleichen Erfüllungsvertrag geschlossen – das bedeutet, dass dessen Techniker noch am gleichen Tag in Wiehagen sein muss, um den Schaden zu beheben. „Das Ganze stand jetzt unter der Überschrift ,Pech’“, meint der Sparkassen-Sprecher. Der Briefkasten sei dagegen bewusst zugeschraubt worden, betont er. „Wir sind verpflichtet, innerhalb einer bestimmten Frist tätig zu werden“, erläutert Scholz. Doch könne nicht jeden Tag jemand nach dem Briefkasten schauen, zumal er zuletzt kaum genutzt worden sei. „Manchmal lag wochenlang nichts drin.“