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Hückeswagen: Ärger um Bewerbung für Altstdadtfest-Trödelstände

Bürgermonitor : Ärger um Altstadtfest-Trödelstände

Obwohl sie als eine der Ersten bei der Stadt ihre Bewerbung für einen Trödelstand zum Altstadtfest abgegeben hatte, erhielt Elke Boekstiegel eine Absage. Es gab so viele Bewerbungen wie noch nie, und der Platz für Trödelstände ist kleiner geworden.

Elke Boekstiegel hatte gewissermaßen die Pole Position – und doch ist die Hückeswagenerin bei der Verteilung der Trödelstände zum Altstadfest leer ausgegangen. Das ärgert sie. Hatte doch in der Mitteilung der Veranstalter am 14. April in unserer Zeitung gestanden: „Die Anmeldungen werden (...) in diesem Jahr nach dem Eingangsdatum bearbeitet – getreu dem Motto: ,Wenn voll ist, ist voll.’“ Elke Boekstiegel war sich sicher, nachdem sie auch am Tag nach der Bewerbung per Internet noch ein Gespräch mit Monika Winter geführt hatte, dass sie für das Wochenende 8./9. September mit einem sechs Meter breiten Trödelstand auf dem Altstadtfest vertreten sein wird. Stattdessen kam jetzt die Absage. Ihr erging es damit genauso wie etwa 50 anderen Bewerbern.

Die Hückeswagenerin hatte bereits häufiger auf dem Altstadtfest getrödelt, allerdings noch zu Zeiten, als das Goethetal für Stände zugelassen war. Das ist seit zwei Jahren nicht mehr möglich. Nun bewarb sich Elke Boekstiegel erstmals für einem Trödelstand auf dem Festgelände. Angegeben hatte sie einen sechs Meter breiten Stand, weil auch noch eine Bekannte und Kinder mittrödeln sollten. Allerdings stand in der Pressemitteilung auch, dass Trödelstände in der Regel drei Meter Breite nicht überschreiten sollten.

Darüber hatte die Hückeswagenerin auch am Tag nach der Bewerbung telefonisch mit Monika Winter gesprochen. Diese hatte ihr sinngemäß mitgeteilt, dass das schon in Ordnung gehe. „Ich habe auch vorige Woche noch einmal nachgefragt“, erzählt Elke Boekstiegel. Aber auch da war nicht die Rede von einer möglichen Ablehnung der Bewerbung. Die kam in dieser Woche per Post. Die Krux ist offenbar die Breite des Standes. „Ich wäre aber auch mit drei Metern oder sogar eineinhalb Metern nur für die Kinder einverstanden gewesen. Das habe ich Frau Winter auch gesagt“, berichtet die Hückeswagenerin am „Bürgermonitor“ unserer Redaktion. Und sie habe das auch abgesegnet.

Die Organisatorin bestätigt die Gespräche. Und sie gibt mit Blick auf die Passage „wenn voll ist, ist voll“ zu: „Vielleicht haben wir die Pressemitteilung nicht richtig formuliert.“ Auch versichert sie, dass es ihr um jede Absage leid getan habe. Allerdings stellt Monika Winter auf Anfrage unserer Redaktion klar, dass an den vielen Ablehnungen kein Weg dran vorbei geführt hat.

„Wir haben so viele Bewerbungen für Trödelstände erhalten, wie noch nie“, sagt sie. Etwa 170 Hobbytrödeler wollten auf dem Altstadtfest am zweiten September-Wochenende ihre Waren verkaufen. Doch mehrere Gründe sind dafür laut Organisatorin verantwortlich, dass erstmals Bewerber abgelehnt werden mussten. „Wir haben Trödler, die seit 20 Jahren und mehr dabei sind“, berichtet Monika Winter. „Die bekommen natürlich einen Standplatz.“ Ebenso wie die Hauseigentümer, die vor ihrem Haus im Hestbereich trödeln wollen. „Alles andere haben wir so verteilt, wie es passt.“

Hier kommt nun der Sicherheitsaspekt zum Tragen. Aufgrund der aktualisierten Sicherheitsbestimmungen nach der Loveparade-Katastrophe muss zwischen den Ständen jeweils eine Fahrbahnbreite von 3,50 Meter eingehalten werden für Rettungswagen – was gerade bei den Pavillons mitunter schwierig ist. Zudem steht den Organisatoren auf der Bahnhofstraße deutlich weniger Fläche zur Verfügung. Wurde im vorigen Jahr bis hinter dem Kriegerdenkmal getrödelt, ist dieses Mal bereits ab dem ehemaligen City-Pub Schluss. Der Grund: Für einen etwaigen Ernstfall muss die Aufstellfläche für die Rettungsfahrzeuge größer sein, als im vorigen Jahr. Ebenfalls aus Sicherheitserwägungen fallen seit einigen Jahren die obere Friedrichstraße und der Schmittweg als Trödelfläche und Festgelände weg.

Bei Elke Boekstiegel haperte es letztlich am zu breiten Stand. „Ich kann einfach nicht alle Leute anrufen und fragen, ob sie bereits sind, ihren Stand zu verkleinern“, unterstreicht Monika Winter. Aber auch so hätte sie eine Reihe von Absagen schreiben müssen. Sie geht davon aus, dass das kostenfreie Trödeln für die hohe Anzahl an Bewerbungen verantwortlich ist. Daher denkt die Organisatorin nach, für nächstes Jahr eventuell wieder Standgebühren einzuführen. „Wir werden das nach dem Altstadtfest einmal besprechen“, kündigt Monika Winter an.