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Hückeswagen: ADFC fordert Radweg an der Blumenstraße

Hückeswagen : ADFC fordert Radweg an Blumenstraße

Über die Gemeindestraße könnten ab 2022 mehr Autos fahren, wenn an deren Ende der neue Edeka-Markt entstanden sein sollte. Anwohner wollen das nicht. Der ADFC regt jetzt an, dort einen Radweg anzulegen.

Unterstützung bekommen die Anwohner der Blumenstraße, die sich gegen die Zufahrt über die Gemeindestraße vor ihren Haustüren zu einem möglichen Edeka-Markt auf der Fläche zwischen dem Wendehammer nahe der Grundschule und der Bundesstraße 237 bei Grünenthal wehren. Der Allgemeine Deutsche fahrradclub (ADFC) stellt sich in einer Stellungnahme auf ihre Seite und fordert von der Stadt, an der ohnehin breiten Blumenstraße einen Radweg anzulegen. „Mit Recht beklagen die Anwohner der Blumenstraße eine Zunahme des motorisierten Verkehrs nach der Eröffnung des Supermarktes“, schreibt Alfons Herweg vom ADFC in der Mitteilung. Ob die Zunahme des Verkehrs ohne Weiteres hingenommen werden müsse, sei diskussionswürdig.

Die in den 70er Jahren für die automobile Erschließung gebaute Blumenstraße biete heute aufgrund ihrer Fahrbahnbreite die Möglichkeit, separate vom Autoverkehr getrennte Fahrradwege anzulegen, betont der Hückeswagener. Der ADFC setzt sich in Hückeswagen für eine Fahrradinfrastruktur ein, die eine Nahmobilität „Vorrang für Radfahrer und Fußgänger“ vorsieht. „Dazu stehen die Chancen gerade jetzt gut“, meint Herweg.

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Dass sich Anwohner über zu viel Verkehr beklagen, „macht deutlich, dass eine Umgestaltung der Blumenstraße notwendig ist“. Dazu nennt der ADFC sechs Eckpunkte:

▶ Wiedergewinnung der Straße als Lebensraum,

▶ Kampagne „Kinder gehen/fahren mit dem Rad in die Schule“,

▶ Einkauf geht auch mit dem Rad oder zu Fuß,

▶ Gestaltung von sicheren Radwegen als Zufahrt für Schule, Kindergarten und Supermarkt,

▶ Bürgerbeteiligung bei der Umgestaltung sowie

▶ Einbindung der Blumenstraße in ein Radverkehrskonzept.

Herweg: „Seitdem der Klimawandel in aller Munde ist, wird auch der Radverkehr mit seinen positiven Aspekten wieder ernst genommen.“ Auf der perfekten Fahrraddistanz zwischen zwei und fünf Kilometern würden momentan aber nur 11,5 Prozent mit dem Rad zurückgelegt, 65 Prozent mit dem Kraftfahrzeug. Dies hat laut Herweg verschiedene Ursachen: Der Tagesstress macht es notwendig, Fahrten zu verbinden. Es ist einfacher und schneller mit dem Auto. Es ist ungewohnt, mit dem Rad zu fahren, wenn es nicht in der Freizeit ist. Und man empfindet es für sich oder seine Kinder als zu gefährlich, das Rad zu nutzen.

„Nahmobilität mit dem Rad oder zu Fuß braucht also eine Verkehrswende, sichere Rad- und Fußwege, eine Akzeptanz von Fuß- und Radverkehr und ein Umdenken bei der Nutzung von Fahrrad im Nahbereich“, heißt es in der Stellungnahme des ADFC. Ganz wichtig aber sei die Unterstützung von Bürgern, der Politik und der Verwaltung, damit die Verkehrswende gelinge „Der ADFC versteht die Idee der Umgestaltung der Blumenstraße als eine Diskussionsgrundlage und bietet Unterstützung für weitere Schritte an“, betont Herweg.

Die Stadtverwaltung hat derzeit noch keine Pläne, wie es an der Blumenstraße weitergehen soll. „Müssen wir überhaupt etwas machen?“, stellte Bauamtsleiter Andreas Schröder in den Raum. Da die Straße aber breit sei, biete sie viel Gestaltungsraum. Bürgermeister Dietmar Persian wird in seinem Antwortschreiben auf den Brief des ADFC nicht konkret. Bisher sei lediglich das Bauleitplanverfahren für einen Lebensmittel-Vollsortimenter im Bereich gegenüber Grünental eingeleitet worden, schreibt er an Herweg. Einhellige Meinung sei, dass der Hauptverkehr und die Andienung hierfür direkt von der Bundesstraße erfolgen soll. „Allerdings brauchen wir auch eine Anbindung an die Blumenstraße, da der Markt natürlich auch und vor allem der Versorgung von Wiehagen dienen soll“, betont der Bürgermeister. Zudem verweist er darauf, dass es keine Durchfahrt von der Blumen- über das zukünftige Edeka-Gelände zur Bundesstraße geben wird.

Dietmar Persian schreibt an Alfons Herweg gerichtet weiter: „Ihre Anregung zur Gestaltung der Blumenstraße ist sicherlich davon unabhängig zu sehen. Ich nehme die Anregung erst einmal mit in das nächste Gespräch mit dem zuständigen Fachbereich.“