Betriebsausschuss in Hückeswagen Abwasser-Betrieb erwirtschaftet Überschuss

Hückeswagen · Anders als in den Vorjahren fällt der Gewinn 2023 vergleichsweise niedrig aus – bislang lag er immer um ein Vielfaches höher, in der Regel bei etwa 700.000 Euro pro Jahr.

 Regenwasser läuft durch einen Straßenablauf in die Kanalisation.

Regenwasser läuft durch einen Straßenablauf in die Kanalisation.

Foto: dpa/Caroline SeidSeidel-Dißmannel

Das ist so etwas wie ein Jahresgewinn zum Abgewöhnen: Der städtische Eigenbetrieb Abwasserbeseitigung hat auch 2022 wieder einen Überschuss erwirtschaftet – knapp 124.000 Euro. Das Geld fließt nach einstimmig gefasstem Beschluss des Betriebsausschusses in den städtischen Haushalt. So wurde auch schon in den Jahren zuvor mit den Betriebsgewinnen verfahren. Anders als in den Vorjahren fällt der Überschuss allerdings vergleichsweise mickrig aus. Bislang lag er immer um ein Vielfaches höher, in der Regel bei etwa 700.000 Euro pro Jahr.

Schon bald wird es mit der alljährlichen Gewinn-Abführung des Betriebs an den allgemeinen Haushalt der Stadt ganz vorbei sein, denn mit dem neuen Jahr wird – wie vom Rat beschlossen, das städtische Kanalnetz an den Wupperverband übertragen. Der öffentlich-rechtlich tätige Abwasserwirtschaftsverband übernimmt mit den Kanälen auch das Geschäft rund um die kommunale Abwasserbeseitigung. Der städtische Eigenbetrieb bleibt zwar trotzdem erhalten, wechselt aber quasi das Hauptgeschäftsfeld und ist künftig eher so etwas wie die stadteigene Hausbank, denn: Die etwa 61 Millionen Euro, die der Wupperverband für die Kanalnetz-Übertragung als Ausgleich an die Stadt zahlt, fließen erst einmal in den Abwasser-Betrieb.

Die Stadt wird dann aus der Summe Kredite entnehmen und damit einen Teil der vielen Investitionsprojekte finanzieren, die aktuell und in den nächsten Jahren auf der Agenda stehen. Solange nicht die ganze Summe verbraucht ist, kann der Eigenbetrieb den jeweiligen Restbetrag anlegen und dafür Zinsen erwirtschaften.

Für alle ambitioniert geplanten Vorhaben von den Projekten zum Stadtumbau bis hin zu neuen Sportstätten oder Investitionen in die Schulen reichen die 61 Millionen Euro im Eigenbetrieb-Kapital bei Weitem nicht. Die Stadt wird – zu ungünstigeren Konditionen – dafür auch Geld auf dem freien Kreditmarkt aufnehmen müssen. Das bedeutet eine zunehmend hohe Verschuldung und eine wachsende jährliche Belastung für den allgemeinen Haushalt durch Kreditkosten für Zinsen und Tilgung.

(bn)
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