Hückeswagen: Abschied von Renate Mohr, Schulleiterin der Erich-Kästner-Schule

Viele Gäste kamen in die Hückeswagener Schule : Fröhlicher Abschied mit etwas Wehmut

Zum offiziellen Abschied von Renate Mohr, der langjährigen Schulleiterin der Erich-Kästner-Schule, waren am Donnerstagnachmittag etwa 100 Gäste gekommen. Darunter war auch ihr Vorgänger Oswald Ludwig.

Ungewohnter Betrieb auf dem Pausenhof der Erich-Kästner-Schule an der Nordstraße: Wo sonst Kinder ausgelassen ihre Pause verbringen, waren am Donnerstagnachmittag mehrere Pavillonzelte, Stühle, Tische und ein Grill aufgebaut. Es wurden Häppchen gereicht und mit Sekt angestoßen. Im Mittelpunkt stand dabei Renate Mohr, die nach 41 Jahren an der Förderschule, davon die vergangenen 19 Jahre als deren Leiterin, offiziell in den Ruhestand verabschiedet wurde.

Klar, dass so eine lange Zeit auf besondere Art und Weise gewürdigt werden musste. Etwa mit einem eigenen Lied, dargeboten vom Kollegium und den Gästen. „Renate Mohr, das bleibt im Ohr, hier im Bergischen Land“ lautete der Refrain auf die Melodie des bekannten Lagerfeuer-Oldies „Lady In Black“ von Uriah Heep. Das vielstrophige Lied war auf die Vita Renate Mohrs umgetextet worden, die Quintessenz lautete dabei: „Wir blicken auf die Zeit zurück und wünschen Dir für alles Glück, das eine wissen wir genau – du bist ne tolle Frau!“

Keine Frage, die Stimmung war herzlich, auch wenn sich das eine oder andere Tränchen seinen Weg bahnte. Bürgermeister Dietmar Persian, der mit Kollegen aus der Schulverwaltung gekommen war, brachte es auf den Punkt: „Sie werden uns sehr fehlen, Frau Mohr.“ In seiner kurzen Ansprache warf Persian einen Blick zurück. Und konnte sich dabei auf die Bürokratie verlassen: „So eine Verwaltung hat ja den Vorteil, dass die Dinge aufbewahrt werden. Zum Beispiel Ihr Bewerbungsschreiben auf die Stelle der Schulleitung“, sagte der Bürgermeister.

Daraus las Persian vor: „Aufgrund meiner bisherigen Erfahrungen an der Erich-Kästner-Schule fühle ich mich den anstehenden Aufgaben gewachsen und würde sie mit Engagement und Freude angehen.“ Jetzt, 19 Jahre später, könne er diese Aussage nur unterschreiben, sagte der Bürgermeister: „Ja, das haben Sie mit Bravour gemeistert.“ Der Umbau der Schule im laufenden Betrieb oder die Zusammenlegung von Erich-Kästner-Schule und der Radevormwalder Armin-Maiwald-Schule zur Fördeschule Nordkreis seien solche anstehenden Aufgaben gewesen. „Darüber hinaus haben Sie immer das Wohl Ihrer Schüler im Auge gehabt“, versicherte Persian.

Schulamtsleiter Jürgen Funke aus der Nachbarstadt überbrachte genau wie Schulrat Thomas Gunkel seinen Dank für die gute Zusammenarbeit. „Ich danke Ihnen auch besonders im Namen der Rader Kinder, die nie ein Anhängsel waren“, sagte Funke, während Gunkel betonte: „Sie haben die Schüler immer in Ihrer Individualität gesehen.“ Das wohl persönlichste Kompliment bekam Renate Mohr indes von ihrem Vorgänger Oswald Ludwig: „Liebe Renate, Du warst der kompetenteste Mensch, der mir in meiner beruflichen Zeit begegnet ist“, sagte der ehemalige Leiter der Erich-Kästner-Schule.

Renate Mohr war sichtlich gerührt. Ein schönes Beispiel für ihre Bescheidenheit war der Dank, den sie direkt an ihr Kollegium weitergab: „Dass alles so gut gekommen ist, liegt auch an den sehr kompetenten Menschen um mich herum“, versicherte die Kölnerin. Bei Fortbildungen habe sie bei Schilderungen anderer Schulleiter oft gedacht, wie gut sie es in Hückeswagen habe. Zwei ihrer vier Kinder seien mittlerweile in ihre Fußstapfen getreten und ausgebildete Sonderschulpädagogen. „Wenn es soweit gekommen ist, dann ist es Zeit, der jüngeren Generation die Bühne zu überlassen“, sagte Renate Mohr.

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