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Hückeswagen: Abiturvorbereitung in Zeiten von Corona

Hückeswagenerin im Prüfungsstress : Abiturvorbereitung der besonderen Art

Clara Hölscher besucht das St.-Angela-Gymnasium in Wipperfürth. Die Hückeswagenerin muss sich derzeit, wie alle Abiturienten, zu Hause auf das Abitur vorbereiten. Mit der Verschiebung der Prüfungen hat die 17-Jährige gerechnet.

Die Abiturprüfungen in Nordrhein-Westfalen wurden wegen der Corona-Krise um drei Wochen nach hinten verschoben. Eigentlich sollten die ersten Prüfungen in den Leistungskursen der Naturwissenschaften bereits am Dienstag nach Ende der Osterferien, 21. April, stattfinden, jetzt ist es erst am Dienstag, 12. Mai, soweit. Die Abiturprüfungen des Jahrgangs 2019/2020 dauern dann bis Montag, 25. Mai. Das hat das Schulministerium entschieden. Die Begründung lautet, dass die Zeit vom 20. April bis zum 11. Mai von den Abiturienten als zusätzliche Vorbereitungszeit genutzt werden könne und die Schüler wegen der Bedingungen nicht zu sehr unter Stress stehen müssten. Aus dem Schulministerium heißt es zudem, dass die Ergebnisse trotzdem zum vorgesehenen Termin, also dem 27. Juni, verfügbar sein sollten.

Für die Hückeswagenerin Clara Hölscher, die sich derzeit auf ihr Abitur am St.-Angela-Gymnasium vorbereitet, ist die Verschiebung nicht ganz unerwartet gekommen. „Da bereits andere Bundesländer – auch mit weniger Infektionszahlen als in Nordrhein-Westfalen – die Prüfungen verschoben hatten, habe ich durchaus damit gerechnet, dass bei uns auch etwas Ähnliches passiert“, sagt die 17-Jährige. Auf der einen Seite sei sie erleichtert, weil so noch einmal ein wenig Aufschub gewährt werde. „Andererseits möchte man sie schon eigentlich nur hinter sich bringen“, sagt die Schülerin, die die Leistungskurse Englisch und Mathematik hat. Außerdem muss sie sich noch in Sozialwissenschaften und Musik auf das Abitur vorbereiten.

Die Abiturientin glaubt, dass die meisten ihrer Mitschüler die Verschiebung der Abiturprüfungen befürworten. „Insgesamt sind die Meinungen aber geteilt“, sagt die 17-Jährige. Denn auch in Zeiten der Corona-Krise steht sie in Kontakt mit ihren Mitschülern und den Lehrern, um sich möglichst gut vorbereiten zu können. „Vor allem mit den Lehrern in den Leistungskursfächern. Da habe ich auch entsprechende Übungsaufgaben bekommen“, sagt Clara Hölscher. Eine weitere Maßnahme zur Vorbereitung zu Hause seien die sogenannten Abitrainer – Lernhilfen in Buchform, die praktisch jeder Schüler verwende. „Das ist zwar alles anders im Moment, aber ich fühle mich dadurch jetzt nicht unbedingt weniger gut vorbereitet. Ich habe aber von Mitschülern auch schon andere Aussagen gehört“, sagt sie.

An den Freitag, als die Schließung der Schulen verkündet wurde, könne sie sich noch sehr gut erinnern. „Das war ein absolut surrealer Moment. Wir hatten an jenem Tag sieben Stunden und waren gerade in der Mensa, als die Nachricht kam“, erzählt die Hückeswagenerin. Für sie und ihre Mitschüler sei es nicht einfach gewesen, zu realisieren, dass damit gerade ihr tatsächlich letzter Schultag zu Ende ging. „Normalerweise hat man Zeit, sich darauf vorzubereiten. Das kam dann schon sehr plötzlich“, betont die 17-Jährige.

Jetzt, knapp drei Wochen später, sei das angekommen. Dennoch empfindet sie eine gewisse Traurigkeit, wenn sie daran denkt: „Es gibt sie eben für uns nicht mehr, diese ‚letzten Tage in der Schule‘, in denen auch die Motto-Woche gewesen wäre.“ Sie sei im Vorbereitungskomitee gewesen. Ob diese nun zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt werden wird, sei zum jetzigen Zeitpunkt nicht klar. Auch die Frage, ob der Abiturball, der für Ende Juni in der Mehrzweckhalle in Kürten geplant ist, stattfinden könne, müsse erst noch geklärt werden.

Im Moment stehen aber zunächst die Vorbereitungen auf das Abitur an. Und da wolle sie die Zusammenarbeit mit den Lehrern loben, die auch trotz der ungewöhnlichen und schwierigen Umstände ziemlich gut funktioniere. „Der Kontakt ist vorhanden, und das ist wichtig“, betont die 17-Jährige.