Hückeswagen: 2019 mehr Einbrüche in der Schloss-Stadt

Polizei-Statistik : 2019 mehr Einbrüche in Hückeswagen

Wenn die Polizei des Oberbergischen Kreises im März oder April ihre Kriminalitätsstatistik für 2019 vorlegt, dann wird die Zahl der Einbrücke kreisweit, aber auch in Radevormwald und Hückeswagen gestiegen sein. Kein Grund zur Panik, sagt die Polizei.

Die Meldungen der Polizei über Einbrüche häufen sich. Gerade in der dunklen Jahreszeit ist Hochsaison für ungebetene Gäste auch in Hückeswagener und Radevormwalder Wohnungen und Häuser. So erwarten Experten für 2019 einen leichten Anstieg der Einbruchszahlen in beiden Kommunen. Es wird zwar noch bis März oder April dauern, bis die Polizei des Oberbergischen Kreises in ihrer Kriminalitätsstatistik auch die Wohnungseinbrüche in der Schloss- und in der Bergstadt mit aussagekräftigen Zahlen auswertet und analysiert, „aber wir gehen schon jetzt von einem leichten Zuwachs im Vergleich zum Vorjahr aus“, sagt Polizeipressesprecherin Monika Treutler. Sie verweist aber zugleich auf die extrem niedrigen Zahlen aus den Vorjahren. „Wir hatten immer mal wieder Spitzenwerte, dann aber auch deutliche Rückgänge und wieder leichte Anstiege“, sagt sie. Gerade in Hückeswagen und Radevormwald gehe die Polizei aber von ganz niedrigen Fallzahlen aus, da falle jede wenn auch leichte Steigerung sofort auf.

„Wir sind aber längst weg von den hohen Zahlen der vergangenen Jahre“, sagt Monika Treutler. Und dennoch stelle die Polizei nun wieder eine leichte Steigerung fest, deren Ursache festgestellt werden müsse. Ein Grund sei sicher die dunkle Jahreszeit und dass viele Objekte unbeleuchtet seien. „Es ist halt leider klassische Zeit für Einbrecher“, sagt Monika Treutler. Und ihr Kollege Michael Tietze ergänzt: „Gerade bei reisenden Tätern ist es schwierig, zu prognostizieren, wo sie hängenbleiben und einbrechen.“

Die Polizei verfahre in beiden Städten identisch und beobachte die Zahlen ganz genau. Mehr tun, im Sinne von einer deutlichen Ausweitung der Kontrollfahrten, könne die Polizei aber nicht. „Das haben wir im übrigen auch schon getan, weil auch das Land das Thema Wohnungseinbruch als Schwerpunkt erkannt hat“; sagt Tietze.

Landesweit gebe es unterm Strich und im Vergleich der Vorjahre einen massiven Rückgang der Einbruchszahlen. Das habe man sicher auch der Aktion der Polizei „Riegel vor“ zu verdanken, die sich vor allem mit der technischen Sicherung der Wohnungen und Häuser beschäftigt. Hier hätten viele Vermieter und Wohnungsbesitzer aufgerüstet, um es den Tätern möglichst schwer zu machen.

Ansonsten gebe die Polizei immer wieder gerne den Rat, die Augen offen zu halten und verdächtige Personen möglichst anzusprechen. „Das schreckt ab“, sagt Tietze. Der aufmerksame Nachbar helfe ungemein. Gegenseitig aufeinander zu achten, könne so manchen Einbruch verhindern. „Denn wer sich als Täter beobachtet fühlt, haut ab“, meint Tietze.

Ein Einbruchsversuch liege übrigens auch dann schon vor, wenn die Täter zwar die technischen Sicherungen eines Hauses oder einer Wohnung überwunden hätten, dann aber ohne Beute geflüchtet seien. „Schwerpunkte für Einbrüche zu finden, ist vor allem im ländlichen Raum schwierig“, sagt Tietze. In der Regel würden sich die Orte für Einbrüche in Radevormwald und Hückeswagen mehr oder weniger gleichmäßig verteilen.

Regelmäßig unternimmt die Polizei des Oberbergischen Kreises Schwerpunktkontrollen an den Einfallstraße, um Einbrecher und mögliches Diebesgut zu finden. „Wir haben vor allem die reisenden Täter im Blick, auch wenn es ganz sicher auch örtliche Täter in den Kommen gibt“, sagt der Sprecher der Polizei. Im Oberbergischen sei es aber schon auffällig, dass sich vor allem entlang der A 4 im Südkreis einige Einbrüche wegen der Nähe zur Autobahn ereignen.

Grundsätzlich würde sich die Polizei nach Angaben von Tietze natürlich über mehr Personal freuen, aber das sogenannte „Präsenzkonzept“ fahre die Polizei schon länger. Hierbei gehe es vor allem um Kontrollfahrten in den Kommunen. „Aber wenn man sich die Zahlen für Oberberg anschaut, dann ist es trotz des leichten Anstiegs ziemlich sicher im Kreis“, findet Tietze. Dem gegenüber stehe allerdings das subjektive Sicherheitsempfinden einiger Bürger, dieser Spagat sei sehr schwierig. Gerade in Radevormwald war es in den vergangenen Jahren immer wieder zu Kritik an angeblich zu wenig Polizeipräsenz gekommen.