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Hückesewagen: Diatmanthochzeit von Günther und Maria-Luise Diehr

Hückeswagener Paar feiert Diamantene Hochzeit : Harzer Liebe hält seit nunmehr 60 Ehejahren

Feste wurden im Hause Diehr immer groß gefeiert. Am Montag begehen Günther und Maria-Luise Diehr nach 60 Ehejahren Diamantene Hochzeit.

Entspannt sitzen Günther (84) und Maria-Luise Diehr (79) unter dem Sonnenschirm. An der Balkonbrüstung blühen die Geranien in den schönsten Farben. Auch wenn es im Leben des Ehepaars heute etwas ruhiger zugeht, die Gelenke nicht mehr so richtig mitmachen und auch der Kopf schon mal etwas vergisst, so hört man kein Klagen. „Wir sind zufrieden“, sagt das Paar, das am Montag seine Diamantene Hochzeit feiert.

Wenn die Jubilare aus ihrem gemeinsamen Leben berichten, stehen Familie und Freunde immer an oberster Stelle. Drei Kinder und vier Enkel sind aus der Ehe hervorgegangen. Kennengelernt hat sich das Paar im Harz. Als Beifahrer auf dem Motorrad eines Freundes war Günther Diehr 1958 von Hückeswagen zu dessen Cousinen nach Langelsheim gefahren. Eine davon war Maria-Luise Scheybal, wie sie damals noch hieß. Bei den beiden hatte es direkt gefunkt: „Es war Liebe auf den ersten Blick“, sagt Günther Diehr. Es folgten drei Jahre Fernbeziehung, in denen sich das Paar höchstens drei Mal pro Jahr sehen konnte. Am 1. August 1961 heirateten die Verliebten im Standesamt von Langelsheim nahe Goslar. „Die Hochzeitsnacht verbrachten wir in der Waschküche mit Spinnen und einem tropfenden Wasserhahn“, erinnert sich der 84-Jährige an die Nacht im Keller. Das Paar zog nach Hückeswagen zu Günther Diehrs Mutter in eine Baracke in Hummeltenbergermühle, damals auch „Kretzer Loch“ genannt. 1964 kam Sohn Karl-Heinz, 1966 Tochter Iris und 1969 der jüngste Sohn Carsten zur Welt. Die erste eigene Wohnung bezog das Paar in Wiehagen, seit 1974 fühlt es sich in der Wohnung an der Grenzstraße nahe dem Sportplatz Schnabelsmühle pudelwohl. „Wir zählen noch zu den Erstmietern des Hauses“, berichtet Günther Diehr, und seine Frau fügt hinzu: „Wir haben hier tolle Nachbarn, wo jeder füreinander da ist.“ An Feiertagen wie Ostern, Pfingsten, Mutter- und Vatertag werde das Treppenhaus geschmückt und gemeinsam mit den Nachbarn gefeiert. „Aber ganz ohne Topfgucken“, lobt Günther Diehr die gesunde Distanz.

 Marie-Luise und Günther Diehr im Juli 1961 bei ihrer Hochzeit.
Marie-Luise und Günther Diehr im Juli 1961 bei ihrer Hochzeit. Foto: Diehr
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Die gemeinsame Leidenschaft des Paares ist das Tanzen. Schon im Harz hatten beide die Tanzsäle aufgesucht und zur Musik der Sechs-Mann-Kapelle geschwoft. Auch Kinder spielten im Leben des Ehepaars immer eine wichtige Rolle. So hatte sich Günther Diehr 15 Jahre lang im RSV 09 Hückeswagen unter anderem als Jugendtrainer eingebracht. Die eigenen Kinder wurden von den Eltern zum Training, den Spielen und anderen sportlichen Wettkämpfen begleitet. „Wir sind auch viel mit unseren Kindern durch Wälder und Wiesen marschiert“, erinnert sich die 79-Jährige. Gut in Erinnerung geblieben ist Günther Diehr auch die dreiwöchige Fahrradtour mit dem damals 14-jährigen Sohn Carsten Richtung Harz bis in den Norden nach Kiel-Gaarden und Büsum. 1600 Kilometer hatte das Vater-Sohn-Gespann dabei zurückgelegt.

Mit der Familie und den befreundeten Ehepaaren der „Karquellen-Wanderer“ haben Günther und Maria-Luise Diehr viele unvergessliche Urlaube in Marokko, Rumänien, Kroatien, Spanien, Ungarn, der Türkei und auf Mallorca verbracht. Schon die Ehejubiläen zum 25., 40. und 50. Hochzeitstag wurden groß gefeiert. Die Diamantene Hochzeit soll nun im Familienkreis begangen werden.

Gegenseitiges Vertrauen ist aus Sicht der Hückeswagener Jubilare der Schlüssel zu einer langjährigen Ehe. Beide wissen genau, was sie aneinander haben. So liebt Günther Diehr an seiner Frau besonders, dass sie nicht nachtragend und immer zufrieden ist. Woher das kommt, erklärt die 79-Jährige prompt: „Man braucht nur ein Wort zu sagen, dann macht er es“, lobt sie die Zuverlässigkeit und den Fleiß ihres Mannes.

Für die Zukunft wünscht sich das Paar vor allem Gesundheit. Und auch wenn größere Reisen und gemeinsame Tanzabende gesundheitlich nicht mehr möglich sind, so ist das Paar dennoch zufrieden und dankbar im Rückblick auf die gemeinsamen 63 Jahre ihres Lebens, seit sie sich im Harz zum ersten Mal begegnet sind.