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Hückeswagen: Hochzeitsfeier im Schlafzimmer

Hückeswagen : Hochzeitsfeier im Schlafzimmer

Auf ein ereignisreiches Leben schauen Christel und Franz Lütgenau zurück, die morgen, Mittwoch, ihre Goldhochzeit feiern können. Nach 50 Jahren kommt im Ehealltag keine Langeweile auf – dank vieler Hobbys.

Auf ein ereignisreiches Leben schauen Christel und Franz Lütgenau zurück, die morgen, Mittwoch, ihre Goldhochzeit feiern können. Nach 50 Jahren kommt im Ehealltag keine Langeweile auf — dank vieler Hobbys.

Amerika, Japan, China, Russland, Marokko, Israel — das Reisen ist ein gemeinsames Hobby der Eheleute Christel (74) und Franz Lütgenau (75). Auch nach 50 Ehejahren freut sich das Paar, mehrmals im Jahr die Koffer zu packen. Selbst wenn die Urlaubsziele jetzt hauptsächlich in Deutschland liegen.

An ihre Hochzeit morgen vor 50 Jahren können sich beide noch gut erinnern: "Vormittags ging es zum Standesamt in Wermelskirchen, nachmittags zur kirchlichen Trauung in die ehemalige Kirche in Tente." Gefeiert wurde anschließend im ausgeräumten Schlafzimmer der Brauteltern. Doch die Feier dauerte nicht lange, denn schon um 17 Uhr startete das junge Paar in die Flitterwochen ins spanische Calella.

Fünf Personen auf engstem Raum

Kennen gelernt hat sich das Paar beim Federball spielen. 1960 wurde Verlobung gefeiert, zwei Jahre später geheiratet. Nach den Flitterwochen zog Christel Lütgenau ins Haus ihrer Schwiegereltern an der Beethovenstraße. Zwischen 1963 und '68 kamen Sohn Thomas und die Töchter Sabine und Susanne zur Welt. Mit fünf Personen lebte die Familie auf 35 Quadratmeter. Erst durch den großen Anbau in Eigenleistung entspannte sich die Wohnsituation der jungen Familie.

Beruflich waren beide Partner in der Ausbildung tätig. Christel Lütgenau, gelernte Auslandskorrespondentin, schulte nach ihrer Konvertierung vom evangelischen zum katholischen Glauben zur staatlich geprüften Religionslehrerin um. Bis 1989 unterrichtete sie an der Katholischen Grundschule, dem Gymnasium Wermelskirchen und zuletzt am St.-Angela-Gymnasium Wipperfürth. Franz Lütgenau lernte Dreher bei der Firma Klingelnberg und blieb dem Unternehmen 42 Jahre lang treu. Nach der Meisterprüfung an der Abendschule war er 30 Jahre in der Ausbildung tätig — zuletzt als Ausbildungsleiter.

"Schwierig wird die Rentenzeit, dann beginnt ein neuer Lernprozess", erinnert sich das Ehepaar. Zahlreiche ehrenamtliche Tätigkeiten und Hobbys erleichterten jedoch die Umstellung. Der 75-Jährige findet Entspannung im Bau kunstvoller Uhren aus Holz und liebt seit seiner Jugend Autos, deren Anschaffung das eine oder andere Mal zu Diskussionen führte, wie seine Frau lachend berichtet.

Der Glauben gibt viel Kraft

Christel Lütgenau verbringt viel Zeit mit der Gemeindearbeit, früher als Jugendleiterin und im Pfarrgemeinderat, heute als Reise-Organisatorin der kfd-Ortsgruppe. Gemeinsam war das Ehepaar Lütgenau mehr als 25 Jahre im Pfarrcäcilienchor, und auch der große Garten und die acht Enkel halten das Goldpaar auf Trab. Kraft holen sie sich aus ihrem Glauben. Dass ihr Haus gleich neben dem Friedhof steht, ist für die Eheleute überhaupt kein Problem: "Bessere Nachbarn gibt es nicht", sind sie sich einig.

(heka)