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Heimatverein Hückeswagen muss Auflösung vertagen.

Hückeswagen : Vereinsauflösung ist vertagt

Heimatverein war nicht beschlussfähig. Nächste Versammlung am 19. Dezember.

Eigentlich sollte am Donnerstagabend im Hotel Kniep die Auflösung des Hückeswagener Heimat-, Verkehrs und Verschönerungsvereins vollzogen werden. Doch wer zum einen über die Satzung Bescheid wusste und zudem die Mitgliederstruktur des vor 131 Jahren gegründeten Vereins kannte, dem war schon zu Beginn der vorausgehenden ersten Jahreshauptversammlung seit 2012 klar, dass daraus zumindest an diesem Abend nichts werden würde. „Satzungsgemäß kann die Vereinsauflösung nur mit einer Zweidrittelmehrheit beschlossen werden“, sagte der Vorsitzende Lutz Jahr. Das sei nun zwar nicht das Problem, schließlich habe man sich im Vorfeld lange und ausführlich beraten – und sei zu dem Schluss gekommen, dass die Auflösung unumgänglich ist. „Aber es müssen mindestens zwei Drittel der Vereinsmitglieder zur Abstimmung anwesend sein“, sagte Jahr.

Da am Mittwochabend jedoch nur acht der 23 Mitglieder ins Hotel Kniep gekommen waren, jedoch 16 nötig gewesen wären, konnte die Vereinsauflösung nicht beschlossen werden. „Unsere Satzung schreibt für diesen Fall vor, dass innerhalb von vier Wochen ein neuer Termin einberufen werden muss“, sagte Jahr weiter. Bei diesem Termin könne dann die Auflösung unabhängig von der Zahl der anwesenden Mitglieder und mit einer einfachen Mehrheit beschlossen werden. Als neuer Termin, der zudem noch offiziell angekündigt werden müsse, legten die Vereinsmitglieder Mittwoch, 19. Dezember, 19 Uhr im Multifunktionssitzungssaal im Bürgerbüro fest.

Zuvor warf Jahr einen Blick zurück. Der Heimat-, Verkehrs- und Verschönerungsverein habe ja bereits im Jahr 2012 beschlossen, alle Tätigkeiten für eine gewisse Zeit ruhen zu lassen. „Wir waren allerdings in dieser Zeit nicht ganz untätig“, sagte Jahr. So habe man Ruhebänke an der Trasse und auf dem Friedhof angeschafft und die Weihnachtsbeleuchtung finanziell unterstützt. Angesichts der zu beschließenden Vereinsauflösung wurde überlegt, was mit dem noch vorhandenen Vereinsvermögen gemacht werden solle. „Wir werden weitere vier Ruhebänke auf dem Friedhof anschaffen, den Angelverein unterstützen, der ja die Reparatur der Pumpen und der Wasserfontäne im Stadtparkteich sowie der Häuschen übernommen hat“, sagte Jahr.

Außerdem solle der vor 30 Jahren angeschaffte Pilz „Waldesruh“ an der Wupper-Vorsperre renoviert werden. „Das Dach ist undicht, wir werden da ein Metalldach installieren“, sagte Jahr. Laut eines Gutachtens könne der Pilz zwar noch zehn Jahre stehen, der Vorstand habe jedoch entschieden, die Renovierung noch zu veranlassen. Das restliche Geld im Vereinsvermögen werde dann nach der Auflösung einem der Vereinssatzung entsprechenden Verein gespendet. „Wer das sein wird, steht aber noch nicht fest“, sagte Jahr.

Die Entscheidung zur Auflösung habe man sich nicht leicht gemacht, betonte Jahr. „Viele ältere Mitbürger unserer Stadt werden es mit Wehmut aufnehmen“, sagte der Vorsitzende.