Heimatministerin auf „Heimat-Tour“ am Hückeswagener Schloss

Stopp in Hückeswagen : Ministerin auf „Heimat-Tour“ am Schloss

Ina Scharrenbach, Landesministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung, ist wieder mit großem Gefolge auf „Heimat-Tour“. Am Dienstag radelte sie dabei durch Hückeswagen und legte Stopps am Kultur-Haus Zach und Schloss ein.

Da war es doch für einen ganz kleinen Augenblick mit der ministeriellen Gelassenheit vorbei. Als sich Ina Scharrenbach am Dienstag gegen 11.45 Uhr unter dem Schatten spendenden Baum am Heimatmuseum auf einen extra dort platzierten Stuhl setzte, um sich ins Goldene Buch der Stadt Hückeswagen einzutragen, erblickte sie das Konterfei ihres Vorgängers derjenigen Prominenten, die sich bereits eingetragen hatten – Kevin Kühnert (SPD). Der Bundesvorsitzende der Jusos, der im Mai mit seinen Äußerungen zum Thema „Enteignung“ polarisiert hatte, war Anfang Mai zu Gast in der Schloss-Stadt gewesen und hatte sich damals auf der linken Seite im Goldenen Buch verewigt. Kommentar der Ministerin: „Mir bleibt aber auch nichts erspart.“

Doch Bürgermeister Dietmar Persian erwies sich als „guter“ Gastgeber und legte gleich mal ein paar Aufkleber mit dem Stadtwappen über das Foto des SPD-Politikers, so dass die Ministerin – schmunzelnd – ihre Unterschrift unter ihr Bild auf der rechten Seite setzte. Zu mehr habe der Platz nicht gereicht, sagte sie. Kühnert hat im Goldenen Buch immerhin hinterlassen, gerne einmal wiederkommen zu wollen.

„Lokalmatador“ Dietmar Persian gewinnt die „Bergwertung“ am Kultur-Haus Zach. Dort machte die Gruppe um die Ministerin den ersten Stopp in Hückeswagen. Foto: Stephan Büllesbach

Um 9 Uhr war der gesamte Tross von Radfahrern, die Ina Scharrenberg begleiteten, in Wipperfürth gestartet. Darunter war mit Justizminister Peter Biesenbach aus Hückeswagen ein Kabinettskollege. Persian sowie Vertreter aus Politik und Verwaltung erwarteten die Radler am gemeinsamen Bauhof in der Hansestadt, um sie nach Hückeswagen zu begleiten – und das bei Temperaturen von bereits 28 Grad.

Heimatministerin Ina Scharrenbach fährt mit Bürgermeister Dietmar Persian vor dem Schloss vor. Foto: Stephan Büllesbach

Erster Stopp in der Schloss-Stadt war das Kultur-Haus Zach, wo der Bürgermeister die (inoffizielle) Bergwertung gewann und als Erster eintraf. Die Ministerin „versteckte“ sich derweil noch im Fahrerfeld. Im Kultur-Haus Zach gab es nicht nur Erfrischungen durch diverse Saftschorlen von Rhabarber- über schwarze Johannisbeere bis hin zu Apfel und Traube, sondern auch Häppchen – dargereicht in Form von Informationen durch Detlef Bauer und Stefan Noppenberger vom Trägerverein des Kultur-Hauses. Der hatte vor acht Jahren, als das ehemalige Möbelgeschäft mit Mitteln aus dem Konjunkturpaket II in eine Kulturstätte umgebaut worden war, dank eines Zuschusses der NRW-Stiftung Teile der Inneneinrichtung und der Technik kaufen können. Die beiden Vorsitzenden berichteten der Ministerin über das ehrenamtliche Engagement, mit dem das Kultur-Haus Zach geführt wird, und die Zusammenarbeit mit der Musikschule.

Vor dem Heimatmuseum trug sich die Ministerin ins Goldene Buch der Stadt ein. Zuvor musste der Bürgermeister aber das Foto ihres Vorgängers als prominenter Besucher, Juso-Bundesvorsitzender Kevin Kühnert, mit Aufklebern der Schloss-Stadt verdecken, was für Heiterkeit sorgte. Foto: Stephan Büllesbach

So gestärkt, ging’s wenige hundert Meter weiter zum Schloss, wo die Radfahrer am Rosengarten ein Spalier aus Flaggen erwartete – je eine vom Land und von Deutschland sowie zwei mit dem Stadtwappen. Unter dem Baum am Heimatmuseum warteten nicht nur das Goldene Buch, es gab auch Energy-Drinks und Müsliriegel. Schließlich hatte der gesamte Tross die weitere Strecke über Wermelskirchen und Burscheid bis Leverkusen-Opladen vor sich.

Zuvor gab’s aber noch eine kleine Geschichtsstunde durch den Bürgermeister, der Ina Scharrenbach die Geschichte und die Funktion des Schlosses erläuterte. Die Ministerin war davon sichtlich angetan und der „Fauxpas“ mit dem Kühnert-Bild vergessen, als sie lächelnd meinte: „Hier lohnt es sich, Bürgermeister zu sein.“

Mehr von RP ONLINE