Hückeswagen: Heim, WG — und was noch?

Hückeswagen : Heim, WG — und was noch?

Die Zahl der Hückeswagener geht insgesamt weiter zurück. Aber die Zahl der alten Menschen über 80 steigt. Das stellt Hückeswagen vor neue Herausforderungen rund um die Themen Wohnen, Pflege und Betreuung.

Mit dem "Haus Marienbrunnen" wird in wenigen Tagen die dritte Einrichtung für ältere Menschen, die nicht mehr allein zu Hause wohnen können oder wollen, in der Stadt eröffnet. Im ehemaligen Marienhospital entsteht die erste Senioren-Wohngemeinschaft am Ort für Menschen mit unterschiedlichen Pflegestufen.

Haus Marienbrunnen — die WG

Einziehen kann theoretisch allerdings auch, wer keine Pflegestufe hat. Er muss allerdings die Kosten komplett selbst tragen. Die sind deutlich höher als die für eine normale Mietwohnung, denn das "Haus Marienbrunnen" stellt die Betreuung durch Fachpersonal rund um die Uhr sicher. Die Kosten dafür kommen zur Miete hinzu. Dennoch: "Ein Platz in unserer Senioren-Wohngemeinschaft ist in aller Regel preiswerter als ein Platz im konventionellen Altenheim", sagt Birgit Hillebrand. Sie ist eine der Inhaberinnen und Geschäftsführerin des Wuppertaler "ABC-Pflegeversorgungszentrums", das das "Haus Marienbrunnen" betreibt.

Johannesstift — das Heim

Die größte — und älteste — Altenpflegeeinrichtung in Hückeswagen ist das Altenzentrum Johannesstift. ein Haus der Rheinischen Gesellschaft für Innere Mission und Hilfswerk GmbH. Das Altenheim bietet 181 Plätze in der stationären Vollzeit-Pflege an und neun Plätze in der Kurzzeitpflege. Hinzu kommt "Betreutes Wohnen" in 30 separaten Appartements unterschiedlicher Größe und verbunden mit einem Betreuungsangebot, das in Art und Umfang auf die individuell unterschiedlichen Bedürfnisse der Bewohner zugeschnitten ist.

Wie das "Haus Marienbrunnen" hat auch das Johannesstift das "Selbstbestimmte Leben im Alter" zum Ziel seiner Arbeit erklärt.

Schon in den 80er Jahren hatte die damalige Heimleitung übrigens versucht, eine Senioren-Wohngemeinschaft in einem Wohnhaus an der Rader Straße als ergänzendes Angebot der Altenpflege einzurichten. Dieser Versuch scheiterte damals — die Zeit war offenbar, anders als heute, noch nicht reif: Studenten lebten in WGs, alte Menschen nicht, jedenfalls nicht in der Kleinstadt Hückeswagen.

Wohnwerk — das Haus für Demente

Das dritte Wohn- und Pflegeangebot für alte und pflegebedürftige Menschen in Hückeswagen ist das "Wohnwerk" im umgebauten und aufwändig restaurierten ehemaligen Bauhof an der Ecke Montanusstraße/Peterstraße. Träger ist der OGB (Oberbergischer Verein zur Hilfe für psychisch Behinderte), die in Hückeswagen auch die "Wohnstätte Lindenhof" betreibt. Das "Wohnwerk", im Jahr 2009 eröffnet, ist so klein wie das "Haus Marienbrunnen" und ebenfalls eine Senioren-Wohngemeinschaft — allerdings ausschließlich für Menschen mit Demenzerkrankung. Platz ist für 16 Bewohner. Ihre Einzelzimmer liegen auf zwei Etagen, jeweils acht pro Wohnebene. An sieben Tagen in der Woche wird im "Wohnwerk" überdies eine Tagespflege (8 bis 16 Uhr) für Demenzkranke angeboten, die noch in ihren Familien oder im eigenen Zuhause leben.

Was fehlt: "Betreutes Wohnen"

Was in Hückeswagen, abgesehen von den Appartements im Johannesstift, weiterhin fehlt, ist "Betreutes Wohnen". Allerdings ist für 2011 die Realisierung eines Projekts in der Innenstadt geplant.

Wenn Sie noch Erinnerungen daran haben, schicken Sie uns ein paar Zeilen oder alte Fotos per Mail an: bergisches.land@rp-online.de oder an redaktion.hueckeswagen@bergische-morgenpost.de.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Die Geschichte des Marienhospitals

(RP)