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Hückeswagen: Hasch-Handel vor Gericht

Hückeswagen : Hasch-Handel vor Gericht

"Da haben sie sich aber brutalst übers Ohr hauen lassen", sagte der Staatsanwalt in der Verhandlung vor dem Wipperfürther Schöffengericht zu dem unglücklichen Angeklagten aus Hückeswagen. Der Erwerb, Besitz und Handel von Betäubungsmitteln in acht Fällen wurde ihm vorgeworfen.

Der Angeklagte hatte mehrfach, wie er selbst hinterher auch erkannte, am Düsseldorfer Bahnhof jeweils 50 Gramm Haschisch von "überzeugend bescheidener, extrem minderwertiger Qualität" gekauft. Vom Gesamtgewicht sei ein guter Teil nicht konsumierbar gewesen, deswegen bewahrte er diese Reste — Stängel und Blätter — zu Hause in einer Tüte auf.

Die Polizei fand knapp 144 Gramm davon in seiner Wohnung. Doch der ermittelte THC-Gehalt war dabei erstaunlich gering und lag bei nur 4,19 Gramm. Außerdem wurden in seiner Wohnung eine digitale Feinwaage, Cliptüten und ein Holzbrettchen sichergestellt.

Nicht der Klischee-Dealer

Eine Haftstrafe von einem Jahr und vier Monaten, ausgesetzt auf zwei Jahre zur Bewährung, kassierte der 26-jährige Hückeswagener für seine Versuche, mit dem Verkauf von Marihuana einen Teil seines Eigenkonsums zu finanzieren. Der Rechtsanwalt des Angeklagten hatte zuvor verdeutlicht, dass es sich bei seinem Mandanten nicht um den erfolgreichen Klischee-Drogendealer handele, der mit einer Luxuslimousine durch Hückeswagen rolle.

Der heute 26-Jährige hatte, wie er selbst erzählte, nach der achten Klasse die Hauptschule verlassen, danach eine Lehre als Maler und Lackierer schon nach sechs Monaten abgebrochen. Bereits in der Schulzeit hatte er, wie er berichtete, mit dem Kiffen angefangen. Heute ist er arbeitslos.

Einen Teil seiner monatlichen Einkäufe habe er an andere verkauft. Dadurch habe er ein zusätzliches Einkommen von 60 bis 100 Euro pro Woche gehabt, erklärte er. Da der voll geständige Angeklagte nicht vorbestraft war, kam er, wie Amtsrichter Armin Lührs darlegte, noch mit einer relativ milden Bewährungsstrafe davon. Der Staatsanwalt hatte zuvor eine etwas höhere Bewährungsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten gefordert .

(RP)