Hückeswagen: Hager gibt Fahrschule ab

Hückeswagen : Hager gibt Fahrschule ab

Ein Job bei Trude Herrs Schwester Nach 46 Jahren im Berufsleben ist für Jürgen Hager Schluss: Zum 1. Juli übergibt der 60-Jährige seine Fahrschule an der Peterstraße an seinen Angestellten Uwe Heimbruch (52). Der Name der Fahrschule ändert sich jedoch nicht.

Eigentlich wäre morgen Abend der Ruhestand erreicht. Doch Jürgen Hager muss noch zwei Tage warten, bis er endgültig einen Schlussstrich unter sein Berufsleben ziehen kann. "Ich muss am Montag noch Prüfungen fahren", erzählt der Hückeswagener. So gegen 15 Uhr sollte am 2. Juli dann aber endgültig Schluss sein. Nicht zuletzt wegen seiner sieben Enkelkinder, um die er sich demnächst mehr kümmern möchte. Das siebte, ein Junge, kam am vorigen Mittwoch zur Welt. Auch will er vermehrt mit dem Wohnwagen sein Lieblingsurlaubsland Kroatien ansteuern.

"Ich wollte immer mit Autos arbeiten", sagt Hager. So absolvierte er als Jugendlicher beim VW-Dienst Grüterich auf dem heutigen Gelände der Firma Pflitsch eine Ausbildung zum Auto-Schlosser. Danach hängte er eine zweite Lehre zum Auto-Elektriker beim Remscheider Bosch-Dienst Klaiss dran. Mit 18 machte der Hückeswagener seinen Pkw-Führerschein, die Prüfungen für Motorrad und Lkw folgten ein Jahr bzw. sechs Jahre später.

Der Start war ein wenig holprig

Fahrlehrer ist er seit dem 21. März 1978. Fünf Jahre war Hager zunächst bei der Fahrschule von Karl-Wilhelm Winkel, Kölner Straße, angestellt. "Das war eine schöne Zeit", blickt der 60-Jährige zurück. Doch dann war die Zeit gekommen, um sich selbstständig zu machen. Und der Start war ein wenig holprig.

Am 18. Juli 1983 hatte Hager die Erlaubnis erhalten, eine eigene Fahrschule führen zu dürfen — "aber in ganz Hückeswagen gab es kein Ladenlokal", erinnert er sich. Mit Mühe und Not gelang es ihm, den Besitzer des Hauses Peterstraße 38 davon abzuhalten, das ehemalige Lebensmittelgeschäft Picavé in eine Wohnung umzuwandeln. Doch bis er die renovierten Räume nutzen konnte, dauerte es noch etwas. Die Zeit bis zum 1. Januar 1984 überbrückte er mit angemieteten Räumen im Wohnhaus der Familie Wimmershof an der Marktstraße.

Seit dieser Zeit hat Hager, so hat er hochgerechnet, etwa 6000 Fahrschülern das Auto-, Motorrad- und Lkw-Fahren beigebracht. Was ihn besonders freut: "Heute kommen die Kinder von denen zu mir, die damals bei mir ihre Fahrprüfung gemacht haben."

Das schlimmste Erlebnis als Fahrlehrer war der Unfall einer Fahrschülerin, die in Rädereichen mit ihrem Motorrad in ein entgegenkommendes Auto gefahren war. "Das waren wir Schuld", gibt Hager zu. Die junge Frau hatte sich aber nur am Fuß verletzt, "und ich bin jeden Tag mit einem Blumenstrauß und Pralinen ins Krankenhaus gegangen".

Ein Lob für junge Fahrer

Dass die Autofahrer heutzutage aggressiver unterwegs sind, können Hager und Heimbruch nicht bestätigen. "Der Verkehr hat sich seit den 80ern einfach verdoppelt", sagt der zukünftige Fahrschul-Besitzer. Und Hager bricht eine Lanze für die jungen Autofahrer: "Die sind heute genauso lieb wie die früher."

(RP)
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