Hückeswagen: Gymnasium-Dependance bleibt ein Ziel

Hückeswagen : Gymnasium-Dependance bleibt ein Ziel

Das Ziel ist abgesteckt: Bis zum Jahresende soll eine Entscheidung fallen, ob in Hückeswagen eine Dependance des Rader Theodor-Heuss-Gymnasiums (THG) eingerichtet wird oder nicht. Bis dahin "muss in einem vernünftigen Abwägungsprozess ergebnisoffen beraten werden". Das sagte Bürgermeister Uwe Ufer am Montagabend im Schulausschuss.

Ufers Worte waren quasi die Einleitung für den Vortrag von Mathias Fischbach-Städing, Leiter des Radevormwalder THG. Er will die gymnasiale Unterstufen-Filiale in Hückeswagen einrichten und stellte das von ihm erarbeitete Konzept dafür im Ausschuss vor.

Dabei verschwieg er auch nicht das Eigeninteresse des Theodor-Heuss-Gymnasiums: Mit rund 600 Schülern gehört es zu den kleinen Gymnasien in der Region. Angesichts des demografisch bedingten allgemeinen Schüler-Rückgangs muss auch das THG um den langfristigen Bestand kämpfen. Eine wichtige Schlacht in diesem Kampf wäre gewonnen, wenn künftig mehr Schüler aus Hückeswagen nach der Grundschule ans Rader Gymnasium wechselten. Seit vielen Jahren bevorzugen die Hückeswagener Kinder beziehungsweise deren Eltern aber die Gymnasien in Wipperfürth. Mit einer THG-Unterstufe am Ort dürfte sich das ändern.

Wie Fischbach-Städing in seinem Konzept erläuterte, soll für die Dependance aus dem Kollegium heraus ein eigener Leiter bestellt werden. Die Lehrer will er wohnortnah, die Klassenlehrer im Haupt- und in einem Nebenfach einsetzen. Fischbach-Städing denkt an einen offenen Ganztag inklusive gemeinsamem Mittagessen in der Schule und Hausaufgaben-Betreuung sowie Förderangebote am Nachmittag. Denkbar seien überdies ein Unterrichtstag pro Woche in der Stammschule, also in Radevormwald, sowie gemeinsame Ausflüge und Arbeitsgemeinschaften mit den Rader Schülern. Wünschenswert sei überdies die Gründung eines eigenen Fördervereins für die Hückeswagener Dependance.

Mit einer Eingangsklasse könnte es nach Vorstellungen des THG-Schulleiters in Hückeswagen losgehen. Dazu wären 28 bis 32 Anmeldungen von Schülern notwendig. Fischbach-Städing hofft, die Eltern der Kinder mit der Leistungsbilanz des Radevormwalder Gymnasiums überzeugen zu können. Dazu verwies er unter anderem auf die am THG angeboteten Sprachen-Zertifikate und auf Erfolge seiner Schüler bei europäischen Leistungswettbewerben.

(RP)
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