Hückeswagen: Guten Kerl an Land gezogen

Hückeswagen : Guten Kerl an Land gezogen

Seit Mitte September hat Hückeswagen einen Streetworker: Chris Weinert. Am Dienstagabend stellte sich der 35-Jährige den Politikern im Sozialausschuss vor. Viele junge Leute hatte er mitgebracht.

Die Kulisse im Ratssaal war ungewöhnlich — und sie machte eines offensichtlich: Die Jugendlichen in Hückeswagen kennen den Mann schon, der sich den Kommunalpolitikern gestern vorstellte. Viele von ihnen waren als Zuhörer zur Sitzung gekommen, die meisten davon sind zuvor wahrscheinlich nie im Schloss gewesen. Was sie im Übrigen von den erwachsenen Hückeswagenern nicht unterscheidet: Es ist ausgesprochen selten, dass sich interessierte Bürger in die generell öffentlich tagenden Fachausschüsse verirren.

"Die Jugendlichen, die Sie hier gesehen haben, sind die, die bei der Anlage des Beachvolleyball-Feldes richtig geackert haben. Fall Sie die mal wieder in der Stadt sehen, wissen Sie jetzt: Das sind keine Chaoten, die können richtig hart arbeiten." Sabine von Polheim (FDP) stellte das gestern Abend zum Ende der Sitzung klar. Sie kennt sich als Vorstandsmitglied im Verein der städtischen Jugendpflege aus in Hückeswagens junger Szene.

Für die, vor allem auch für problematische Kinder und Jugendliche aus der Stadt, ist Chris Weinert da. Angestellt ist er beim Deutschen Roten Kreuz, die Personalkosten trägt das Kreisjugendamt. Das war gestern durch Jochen Schacht im Sozialausschuss vertreten. Sein enthusiastischer Kommentar zu Chris Weinert: "Mit ihm haben wir für Hückeswagen einen wunderbaren Kerl an Land gezogen."

Weinert, der aus Ostfriesland ins Bergische kam und in Gummersbach wohnt, ist seit über zehn Jahren in der so genannten aufsuchenden Jugendarbeit tätig. Heißt: Sein Arbeitsplatz ist die Straße, sind die Treffpunkte unter freiem Himmel, wo junge Leute sich in Hückeswagen zusammenfinden. "Die sind weit verstreut in der Stadt und ringsum", hat der 35-Jährige inzwischen erfahren. Einige der Jugendlichen hat er dazu bewegen können, den städtischen Jugendtreff als ihren Treffpunkt anzunehmen. Die Zusammenarbeit mit dem Leiter des Jugendzentrums, Michael Schmoldt, sei eng und gut, unterstrich Weinert.

"Präsent sein und zuhören", sind für ihn die wichtigsten Merkmale seiner Arbeit. Aber auch konkrete Hilfe im Einzelfall gehört dazu.

(RP)
Mehr von RP ONLINE