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Hückeswagen: Gute Noten für die Menüs der Schulen

Hückeswagen : Gute Noten für die Menüs der Schulen

Das Ernährungsministerium schlägt Alarm: Laut einer Studie wird in den Schulen zu viel Fleisch und zu wenig Gemüse angeboten. Für die meisten Schulkinder in der Schloss-Stadt trifft das nicht zu. Hier ist das Angebot meist ausgewogen.

Gesundes Mittagessen ist an der Realschule eine Selbstverständlichkeit. Als Hauswirtschaftsmeisterin Monika Wurth das Ergebnis einer Studie des Ernährungsministeriums las, musste sie schmunzeln. In vielen Schulen im Land werde zu viel Fleisch und zu wenig Gemüse aufgetischt, lautete das Fazit der Untersuchung. Das ist an der Realschule ganz anders.

Seit sechs Jahren kocht Monika Wurth montags und donnerstags für Schüler und Lehrer, tatkräftig unterstützt von einem Schüler-Mensa-Team und Mechthild Waltermann, die beim Spülen und Aufräumen hilft. "Die Rückmeldungen sind positiv. Hier schmeckt es allen", sagt Monika Wurth. Für zwei Tage ist die begeisterte Köchin an der Schule angestellt und legt großen Wert auf gesundes und ausgewogenes Essen.

"Es gab schon Schüler, die gefragt haben, was Brokkoli ist. Als sie probiert haben, waren sie begeistert", berichtet der stellvertretende Schulleiter Thorsten Schmalt, der selbst gerne das Angebot in dem kleinen Speiseraum der Realschule nutzt. Die Mensa sei eine enorme Bereicherung, denn ob Fünft- oder Zehntklässler - hier säßen alle an einem Tisch und kämen ins Gespräch. So wie Tutor Nicolas Dehnert aus der Klasse 10a, der jeden Montag in der Schule isst. "Es gibt sehr unterschiedliches Essen, Abwechslung ist für mich ganz wichtig", sagt der 15-Jährige. Außerdem finde er es sehr gut, dass das Essen stets heiß serviert wird. Wünsche dürfen die Schüler auch äußern. Denn auch Pizza (nur bis zu 40 Personen möglich) und Spaghetti kommen auf den Tisch.

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Von 7 bis 16 Uhr ist Monika Wurth im Einsatz, um pünktlich das Essen auf den Tisch zu bringen. In der ersten großen Pause kaufen sich die Schüler, die zu Mittag essen wollen, einen Chip für 2,50 Euro und erhalten dafür einige Stunden später ihr leckeres Mittagsmahl - inklusive Getränk. Auf einer Kreidetafel steht morgens das Tagesangebot - meist zwei Gerichte, die sich beliebig kombinieren lassen und für die es auch Nachschlag gibt.

Finanziell sieht's bestens aus. "Monika Wurth setzt es perfekt um, führt penibel Buch über Ausgaben und Einnahmen. Da bleibt immer Geld übrig, das in die Mensa reinvestiert wird", sagt Schmalt. Die Ausstattung in der Küche ist professionell mit richtiger Gastronomieware. Die regelmäßigen Kontrollen des Kreisgesundheitsamtes haben noch nie ein negatives Ergebnis gebracht. Von jedem Essen muss Monika Wurth Proben nehmen und testen lassen.

Ist ein Essenstag vorbei, plant die Köchin ihren nächsten Einsatztag. Große Vorräte legt sie nicht an. Sie kauft nur in Hückeswagen ein und ist immer auf der Suche nach saisonalen frischen Angeboten, denn Grünkohl gibt es jetzt und nicht im Juli. Und Erdbeeren kommen bei ihr nur in der Saison auf den Tisch und nicht im Dezember. Dafür muss es im Sommer auch mal ein Eis zum Nachtisch sein. "Für uns war klar, wenn wir eine Mensa machen, dass dann auch frisch gekocht werden muss und kein Caterer beauftragt wird", betont Schmalt.

Monika Wurth liebt Hausmannskost: Sauerkraut, Kartoffelpüree, Leberkäse, Grünkohl, Mettwurst, Kartoffeln, dazu immer frische Salate und Obst. Auch die Bedürfnisse muslimischer Schüler und Vegetarier werden berücksichtigt. Viele freuen sich auf die Suppentage mit vier bis fünf Suppen. "Außerdem ist das Miteinander hier an der Schule sehr schön", sagt Monika Wurth.

(RP)