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Kommentar: Gut gemeint, schlecht gemacht

Kommentar : Gut gemeint, schlecht gemacht

Es ist richtig, die Eltern frühzeitig mitzunehmen, wenn es um die Zukunft der Schullandschaft in Hückeswagen und damit um die schulische Bildung ihrer Kinder geht. Dennoch: Der Informationsabend am Montag war sicher gut gemeint - aber ebenso sicher schlecht gemacht.

Bei der Planung hatte die Stadt die Adressaten der Einladung, also die Mütter und Väter, und deren Problemlagen offenkundig nicht im Blick. Sie informierte so, wie sie die Politik informieren muss. Aber es ist Sache der Politiker, Grundsatzentscheidungen mit Blick auf die gesamte künftige Infrastruktur der Stadt zu treffen. Eltern haben schlicht andere Interessen. Sie wollen nicht wissen, wie in zehn oder 20 Jahren die Schulen am Ort optimal aufgestellt sind, sondern welche ganz konkret jetzt oder demnächst die beste Schule für ihr Kind ist. Da zählen pädagogische Inhalte, keine grundsätzlichen Strukturfragen. Die blieb die Stadt am Montag schuldig. Der Experte gab Antworten auf Fragen, die keiner von den Eltern gestellt hatte und die Mütter und Väter auch nicht primär bewegen. Von ihnen schon jetzt wissen zu wollen, welche Variante sie vom Grundsatz her bevorzugen, war blauäugig.

Nachvollziehbar, dass viele Eltern das am Montagabend verweigerten, weil sie eben nicht die "Katze im Sack" kaufen wollen. Gut dass die Stadt nacharbeiten und diesen Sack öffnen will. Ein weiterer Infoabend zu pädagogischen Konzepten und Inhalten - und vor allem zu dem, was die Sekundar- eigentlich von der Gesamtschule unterscheidet - ist der richtige Weg.

(bn)