Tierisches Familienmitglied: Große Liebe zu kleinem Fellknäuel

Tierisches Familienmitglied: Große Liebe zu kleinem Fellknäuel

Vor drei Jahren kam Labrador Leo zu Bernd und Sabine Müller. Seitdem ist der braune Hund ein treues Familienmitglied.

Leo klettert behutsam auf den schwarzen Lederhocker am Fenster. Dann legt der Labradorrüde seinen massigen, braunen Kopf auf die Fensterbank und schaut nach draußen. Dort, auf der Wupperstraße, tut sich allerdings gerade nicht allzu viel. Daher rollt er sich zusammen, wie es nur Hunde können, gähnt ausgiebig und schnauft zufrieden aus. Welch ein glückliches Hundeleben.

Zuvor allerdings war Leo mit seinem Herrchen, dem ehemaligen Stadtkämmerer Bernd Müller, auf ausgedehnter Tour um die Wupper-Vorsperre. "Da hat er sich mit anderen Hunden ausgetobt, wir wohnen ja ideal für solche Spaziergänge", sagt der 62-Jährige. Müller erinnert sich aber, dass es noch gar nicht so lange her ist, dass er mit Leo, dem Welpen, nur kurze Spaziergänge machen konnte.

Foto: B. Müller

Zu Bernd Müller und seiner Frau Sabine ist Leo vor knapp drei Jahren als Welpe gekommen. Damals hatte sich der Hückeswagener aus gesundheitlichen Gründen vorzeitig in den Ruhestand begeben müssen. "Wir hätten schon immer gerne einen Hund gehabt, scheuten aber davor zurück, weil wir beide in Vollzeit berufstätig waren", sagt Bernd Müller.

Die Situation hatte sich nun aber geändert, und so fuhr das Ehepaar nach Ratingen zu einem Labrador-Züchter. "Eigentlich wollten wir einen Hund aus dem Tierheim. Aber da wir unsere kleinen Enkelkinder oft bei uns haben, war uns das zu unsicher - man weiß ja nie, was so ein Tier schon alles hinter sich hat", sagt der 62-Jährige.

Beim Züchter war es eine Sache von wenigen Minuten, wie sich Bernd Müller schmunzelnd erinnert: "Meine Frau hat sich in die Box gebeugt, in der diese sieben braunen Fellknäuel lagen. Die Tiere waren um die drei Wochen alt." Es muss Liebe auf den ersten Streichler gewesen sein, denn der damals noch namenlose Leo legte sich sofort auf den Rücken und ließ sich ausgiebig von den Müllers den Bauch kraulen: "Da war direkt entschieden: Der Kleine wird unserer", sagt Bernd Müller.

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Weitere drei Wochen später wurde Leo abgeholt - und direkt an die verschiedensten Dinge gewöhnt: "Autofahren, mit dem Lift fahren, Freilauf ohne Leine - dazu sind wir immer ins Werbegebiet West 2 gefahren, da ist genügend Platz", berichtet Müller. Das Ehepaar hatte sich einiges angelesen: "Bis ein junger Hund zwölf Wochen alt ist, durchlebt er eine Prägungsphase, in der er unheimlich viel lernt." Ergänzend hat Leo die Welpen- und Hundeschule besucht - zunächst in Wipperfürth, dann in Wermelskirchen.

Heute ist aus dem kleinen Fellknäuel ein stattlicher Labrador geworden, kräftig und voller Energie. "Die erste Zeit war wie mit einem kleinen Kind. Alles musste man außer Reichweite bringen, weil er darauf herumgekaut hat", sagt Müller. Allerdings hat sich der junge Labrador sehr schnell als stubenrein und sehr lernfähig erwiesen: "Wir haben ihn immer zu uns zurückgerufen, wenn uns an der Vorsperre Leute entgegenkamen. Dann musste er von Anfang an neben uns sitzen, bis sie vorbei waren. Heute kommt er von alleine zurück."

Leo gehört fest zur Familie Müller: "Er ist ein echtes Familienmitglied", bestätigt der 62-Jährige, der ohne seinen Leo gar nicht mehr sein mag: "Für mich war das damals in doppelter Hinsicht ein Aufbruch in eine neue Zeit: Zum einen war da meine Pensionierung - und zum anderen das neue Leben bei uns zu Hause."

Auch die Familienmitglieder von Bernd und Sabine Müller haben den großen Vierbeiner ins Herz geschlossen - und umgekehrt: "Leo liebt unsere Enkelkinder heiß und innig. Und vor allem die Jüngste hat überhaupt keine Berührungsängste, ganz im Gegenteil", sagt Bernd Müller. Leo würde dem wohl zustimmen.

(RP)