Hückeswagen: Große Herausforderungen

Hückeswagen : Große Herausforderungen

Mit großen Herausforderungen sieht sich die Forstwirtschaft konfrontiert. Zwar nicht erst seit „Kyrill“, aber der verheerende Januar-Sturm hat deutlich gemacht, dass es im Bergischen mit der Fichte so wohl nicht weitergehen kann. Denn „Kyrill“, prophezeien die meteorologen und Klimaforscher, wird wohl nicht der letzte Orkan dieser Gewalt gewesen sein, der in der Region in den nächsten Jahren „marodieren“ wird.

Doch wie wird der bergische Wald der Zukunft aussehen? „Da haben die Forstwissenschaftler noch keine eindeutige Stellung zu bezogen“, meint Revierförster Heiner Grüter. Andere Nadelhölzer wie etwa die Douglasie bieten sich als Alternative zur Fichte, dem „Brotbaum“ des Bergischen, an. So braucht die Pseudotsuga menziesii, wie der botanische Name der Douglasie lautet, nur wenig Wasser zum Überleben. Was mit Blick auf einen möglichen Klimawandel durchaus Sinn macht. Sagen die Forscher für Mitteleuropa doch weniger Regenfälle und mehr Trockenperioden voraus. Eine Fichte aber benötigt laut Heiner Grüter für ein gutes Gedeihen rund 1000 Liter Wasser im Jahr auf den Quadratmeter. Im regenreichen Bergischen bekommt sie davon noch genug (im Jahresdurchschnitt 1300 Liter). Aber auch noch in 20, 30 Jahren? Es sieht eher nicht danach aus.

So betont der Revierförster: „Jetzt weiter nur auf die Fichte zu setzen wäre der falsche Weg.“ Im Bergischen müsse man die Baumarten-Vielfalt mittelfristig erweitern. So wird die Zukunft wohl eher im Mischwald liegen. Auch Laubbäume wie etwa die robuste Eiche dürften verstärkt die bergischen Wälder beherrschen. Doch der Fichte will Grüter seine Liebe nicht entziehen: „Ganz auf sie verzichten geht nun auch wieder nicht.“ Schließlich dürfte ihr Holz auch weiterhin vor allem für die Bau- und Möbelindustrie von großer Bedeutung sein.

Wie es weitergeht in den von „Kyrill“ verwüsteten Wäldern? Der revierförster wiegt den Kopf: „Auch die Wiederaufforstung ist eine größe Herausforderung.“ Was in den betroffenen Gebieten wie in Neumühle angepflanzt wird kann er jetzt einfach noch nicht sagen. „Wir müssen einfach noch ein halbes jahr abwarten“, sagt Grüter. Eines aber steht für ihn fest: „Wir werden uns bemühen einen stabilen und Standort-gerechten Mischwald zu pflanzen.“

(RP)
Mehr von RP ONLINE