"Greta-Effekt" in Hückeswagener Reisebüros bleibt aus

Hückeswagen : „Greta-Effekt“ in Reisebüros bleibt aus

Der „Greta-Effekt“ nach der 16-jährigen schwedischen Klimaaktivistin Greta Thunberg bedeutet, dass Urlauber immer mehr auf Fernreisen verzichten. In Hückeswagen ist davon noch nichts zu spüren.

Derzeit sind wenige Themen mehr in aller Munde als die Klimabewegung „Fridays For Future“, die von der 16-jährigen Schwedin Greta Thunberg gestartet wurde. Weltweit demonstrieren seit Wochen Hundertausende Schüler und Studenten gegen die ihrer Ansicht nach zu laxe Haltung der Politik in Sachen „Klimaschutz“. Die Bewegung, die laut Greta Thunberg gar nicht als solche gedacht war, wird mittlerweile auch von mehr als 10.000 Wissenschaftlern unterstützt, die die Thesen der jungen Schwedin untermauern. Der Klimaschutz und die Sorge vor dem Klimawandel sind darüber hinaus mittlerweile bei vielen Menschen im Alltag angekommen. Viele denken zweimal darüber nach, ob sie mit dem Auto fahren sollen, wie sie Plastik vermeiden können oder wie sonst die Umwelt geschützt werden kann.

Einen dahingehenden Effekt vermelden derzeit die großen Anbieter in der Reisebranche, etwa TUI oder DER-Touristik. Sie klagen über etwas, das sie als „Greta-Effekt“ bezeichnen – einen nicht unerheblichen Buchungsstau im für die Branche so wichtigen Sommergeschäft und der Fernreisen. Die Verantwortlichen rätseln, ob es mit dem heißen Sommer 2018 zu tun hat, der die Menschen dazu bewogen hat, in diesem Jahr lieber zu Hause zu bleiben. Oder ob es die Auswirkungen der Klimastreiks sein können – eben der „Greta-Effekt“.

In den drei Hückeswagener Reisebüros ist davon indes aktuell nichts zu bemerken. So sagt Rita Langer vom TUI-Reisebüro an der Bahnhofstraße: „Es ist zwar insgesamt im Moment schon so, dass wir auf das Sommergeschäft warten und es um Ostern immer recht ruhig ist. Mit dem Sommergeschäft sind wir auch etwas später dran in diesem Jahr. Im Vorjahr wurde schon sehr früh viel für den Sommer gebucht.“ Allerdings seien der Januar und Februar extrem gut gewesen. „Es kann schon sein, dass die Leute ein wenig die Prognosen für den Sommer abwarten – aber ein Rückgang gerade von Fernreisen können wir nicht feststellen“, sagt Rita Langer.

Auch im Reisebüro Beeh im Island sieht es nicht nach einem Buchungsstau aus, wie Anke Drosten erklärt: „Wenn überhaupt, merken wir einen Rückgang wegen der politischen Verhältnisse in den Destinationen.“ Da seien die Kunden durchaus sensibel. Im Reisebüro von Dirk und Cornelia Hövel an der Peterstraße kennt man den „Greta-Effekt“ nicht. „Ganz im Gegenteil: Unsere Kunden haben in diesem Jahr bereits sehr viele Fernreisen gebucht“, versichert Cornelia Hövel.

(wow)
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