Hückeswagen: Gotteslob kommt jetzt nach Hückeswagen

Hückeswagen : Gotteslob kommt jetzt nach Hückeswagen

Am 22. und 23. Februar wird das Liedbuch in allen Kirchen und bei allen Messen des katholischen Seelsorgeverbandes Radevormwald-Hückeswagen erstmals verteilt und eingesetzt. Das Gotteslob soll religiöses Hausbuch für Familien sein.

In dieser Woche haben besondere Kartons den Seelsorgeverband Radevormwald-Hückeswagen erreicht — Inhalt: das neue Gotteslob. In drei Wochen soll das Lieder- und Gebetbuch auch in der katholischen Pfarrgemeinde St. Mariä Himmelfahrt Hückeswagen verteilt werden.

Regionalkantor Bernhard Nick gefällt das Gotteslob sehr gut. Der graue Einband wirkt edel und modern, die Illustrationen stammen von Künstlerin Monika Bartholomé. Das Buch ist etwas größer als sein Vorgänger und besteht aus einem Stammteil, der in allen deutschsprachigen Bistümern gleich ist, und einem 240-seitigen Eigenteil des Erzbistums Köln. Die Schrift ist fast so groß wie der alte Großdruck, allerdings nicht ganz so schwarz. Diesen schwächeren Kontrast haben vor allem ältere Menschen bereits kritisiert.

"Das neue Gotteslob ist seit zehn Jahren überfällig", betont Nick. Die alte Fassung stammt aus dem Jahr 1975. "In den Gemeinden hat sich viel verändert, auch im Glauben der Menschen", sagt der Regionalkantor. Das neue Gotteslob decke eine größere Bandbreite an Liedern an.

Vor der Veröffentlichung hatte es Untersuchungen gegeben, in den herausgefunden wurde, dass die Gemeinden individueller geworden sind. "Viele Christen kamen durch ihr eigenes Glaubensempfinden nicht mehr mit dem alten Gotteslob zurecht", berichtet Nick. Daher finden sich im neuen wieder vermehrt Marienlieder, die teils auch ihren ursprünglichen Titel bekommen haben — wie das "Maria Maienkönigin", das bislang "Maria Himmelskönigin" hieß. In vielen Liedern findet sich wieder der ursprüngliche Text. "Jede Epoche hat ihre Sprache und ihre Bedeutung. Sie texten ja auch einen Goethe oder Schiller nicht um", sagt Nick. 60 Prozent des alten Liedgutes wurden ins Gotteslob übernommen, 153 Lieder sind erstmals im Stammteil enthalten, davon 57 neu komponierte geistliche Lieder, die von Pop und Jazz geprägt sind.

Am neuen Gotteslob wurde 13 Jahre lang gearbeitet, viele Lieder wurden gesichtet und bewertet. In den Gemeinden gab es Umfragen, wodurch eine Liste von 3100 Liedern entstand. 286 schafften es ins neue Gotteslob — unter anderem auch das 800 Jahre alte Lieblingslied des Regionalkantors "Christ ist erstanden". Jedes Lied hat eine rote Nummer, allerdings wurde die Reihenfolge im Vergleich zum alten Gotteslob durcheinandergewirbelt.

Für den Anhang des Erzbistums schrieb Nick zwei Sätze zu "Hör Schöpfer mild den Bittgesang" und "Wie mein Gott will, bin ich bereit". Trotzdem haben ihm im alten Gotteslob vor allem die modernen Lieder gefehlt. Auch Taizé-Gesänge werden jetzt in hohem Maße berücksichtigt, "weil sie den ökumenischen Gedanken in sich tragen und für jeden Gottesdienst geeignet sind". Nick freut sich besonders, dass anspruchsvolle Werke der Komponisten Thomas Gabriel und Klaus Wallrath im Gotteslob stehen.

Neu ist, dass es auch ein religiöses Hausbuch für die ganze Familie sein soll. Wer weiß schon, dass er mit Anleitung den eigenen Adventskranz zu Hause segnen darf? Hierzu gibt es ebenso Anregungen wie Texte und Erläuterungen, wie man sich die Texte der Bibel erschließen kann. "Das neue Gotteslob stärkt das Bewusstsein, dass wir getaufte Menschen sind", sagt der Kantor. So gibt es eine grundsätzliche Erklärung, was das Kreuz-Zeichen bedeutet. Nick: "Dieses Buch geht an die Basis."

Seit der "Woche der Gemeinde" im September probt er die Lieder. "Vor allem die modernen Lieder kommen sehr gut an", sagt Nick.

(RP)
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