Hückeswagen: Gospelchor lässt Weihnachten werden

Hückeswagen: Gospelchor lässt Weihnachten werden

"Joyful Gospels" und die Chorgemeinschaft Strassweg 1888 sorgen für einen unvergesslichen Konzertabend. Während es draußen heftig schneit, haben die Sänger gleich mehrere Überraschungen vorbereitet. Das Publikum ist begeistert.

Von der Empore klingen klare Stimmen durch die katholische Pfarrkirche. Über den Bänken treffen sie auf Melodien, die Dirigentin Astrid Ruckebier aus dem Altarraum auf die Reise durch das Kirchenschiff geschickt hat. Das Ergebnis begeistert. Es klingt nach Weihnachten, nach starken Stimmen und Chorgemeinschaft, nach viel Übung und noch mehr Leidenschaft. So wenig wie es die Sänger des Ensembles "Joyful Gospels" am Sonntagabend auf ihren Plätzen hält, so wenig hält es am Ende das Publikum auf den Sitzen. Mit großem Applaus, teils mit stehenden Ovationen, bedanken sich die Zuhörer am Ende für einen besonderen Konzertabend.

Der ist nicht nur von viel Bewegung und wechselnden Standpunkten der Sänger geprägt, sondern auch von zahlreichen Überraschungen. Unterstützung bekommen die Gospelsänger von Petra Rützenhoff-Berg und ihrer Chorgemeinschaft Straßweg 1888. Während der große bunte Chor englischsprachige Gospels im Gepäck hat, präsentiert der Männerchor vor allem deutsche Weihnachtslieder - mit viel Schwung und einer engagierten Klavierbegleitung der Chorleiterin. Das "Ave Maria der Berge" erklingt ebenso wie der Wunsch nach einer weißen Weihnacht - während draußen die Schneeberge langsam zu schmelzen beginnen. Und schließlich nehmen die Sänger ihre Zuhörer mit auf hohe See, klingen für einen Moment fast wie ein Shanty-Chor, bevor sich die "Stille Nacht" in die Melodien schleicht.

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Überraschungen hat auch der Gospelchor dabei: Während die Männer und Frauen gerade noch in bunten Schals von dem Gesang der Engel erzählten, tauschen sie im nächsten Moment die Schals in afrikanische Tücher und die traditionellen Weihnachtsklänge in afrikanische Melodien. Dann beginnt der vielleicht faszinierendste Teil des Abends: Der Chor kommt in Bewegung. Plötzlich beginnen die Sänger zu klatschen und schnipsen und schaffen so ein musikalisches Kunstwerk. Das wird schließlich noch ergänzt durch Trommelschläge und Rasseln. Die Kirche scheint ein bisschen zu beben. Der Funke springt über, und die Weihnachtsfreude ist nicht nur den Sängern, sondern auch den Zuhörern ins Gesicht geschrieben. Es sei gar nicht so wichtig, den Text zu verstehen, hatte der Moderator vorher erklärt: "Die Musik will gefühlt werden." Und das gelingt mit den afrikanischen Melodien anscheinend spielend. Bevor die Sänger und Sängerinnen zu Kerzen greifen und mit einer stillen Meditation eines afrikanischen "Ave Maria" beginnen, lassen sie sich den begeisterten Applaus gefallen.

Zum großen Finale wechselt der Chor erneut die Sprache, wählt bei "Gaudete" erst das Lateinische und mit "Adiemus" schließlich jene erfundenen Laute von Karl Jenkins. Solistin Inka Weischet krönt das Konzert mit ihrem bewegenden Einsatz. Während die Sänger hinter ihr die bekannten Melodien des "Adiemus" formen, wächst sie über sich hinaus. Die perfekte Ergänzung. Dafür bedankt sich das Publikum mit tosendem Applaus - bevor es sich durch den hochgetürmten Schnee auf den Heimweg macht.

(resa)
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