Hückeswagen: GiroGo: Zahlen mit Karte aber ohne PIN

Hückeswagen : GiroGo: Zahlen mit Karte aber ohne PIN

Bei Sparkassen-Kunden lag kürzlich ein Schreiben ihres Kreditinstituts im Briefkasten. Beigelegt war ein Heft mit dem Titel "Änderungen der Lastschrift- und SparkassenCard-Bedingungen". Beim genaueren Durchlesen findet sich eine interessante Neuerung: Die Sparkasse führt das kontaktlose Bezahlen GiroGo ein.

In der Pilotphase

"Zurzeit läuft ein Feldversuch im Raum Hannover. Hier werden Sparkassen-Kunden die neuen Karten aber erst 2014 erhalten", erklärt Michael Scholz, Pressesprecher der heimischen Sparkasse. "Die Sparkasse ist somit die erste Bank in Deutschland, die dieses innovative Zahlungsmittel einführt."

Mit den neuen EC-Karten, die ab 2014 verschickt werden, können Sparkassen-Kunden kleinere Beträge bis zu 20 Euro durch Auflegen der Karte auf ein Lesegerät bezahlen. Die Eingabe der PIN entfällt dann. Allerdings muss die Karte, wie bei der Geldkarte, aufgeladen werden – mit einem frei wählbaren Betrag bis zu 200 Euro. In den vorigen Wochen sind Bedenken im Bezug auf Sicherheit und Datenschutz bei GiroGo bekannt geworden, nachdem der Hacker-Verein ChaosComputerClub die Verschlüsselung der Karte geknackt hatte.

Andere Geldhäuser in der Region sind noch in Wartestellung. "Bis jetzt gibt es keine Erfahrungswerte mit der neuen Technik. Daher wollen wir den Feldversuch abwarten", sagt Thomas Knura, Pressesprecher der Volksbank Oberberg.

Bei der auch für Hückeswagen zuständigen Verbraucherzentrale in Remscheid sieht man die Diskussion um die Sicherheit von GiroGo differenziert. "Im Vergleich zu funkenden Kreditkarten, bei denen die gesamten Informationen ausgespäht werden können, ist GiroGo sicherer", erklärt Lydia Schwertner. Allerdings könnten die letzten Belastungsbuchungen, die mit der Karte getätigt wurden, ausgespäht werden.

Diebe haben leichtes Spiel

Sparkassen-Kunden, die der neuen Technik nicht trauen, rät Schwertner daher, die Karte einfach nicht mit Geld aufzuladen: "Bei Bedenken sollte man sie dann eben nicht benutzen." Denn einen anderen Nachteil hat GiroGo auch noch: "Da kein PIN mehr eingegeben werden muss, bezahlt man mit GiroGo wie mit Bargeld", sagt die Verbraucherschützerin. Sollte die Karte gestohlen werden, kann der Dieb ganz einfach auf fremde Kosten einkaufen.

(RP)
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