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Hückeswagen: Gilde macht den Wochenmarkt bunter

Hückeswagen : Gilde macht den Wochenmarkt bunter

Seit drei Monaten organisiert die Marktgilde den Wochenmarkt auf der Bahnhofstraße. Die meisten Händler, die Stadtverwaltung und auch die Verantwortlichen der Gilde sind zufrieden - wenn auch nicht alles optimal läuft.

Oliver Krause redete Tacheles: "Das hier ist unkoordiniert, ein völliges Durcheinander", hatte der Koch, der Erbsen- und Gulaschsuppe verkauft, am 6. März, dem ersten Wochenmarkt unter der Regie der Marktgilde, noch kritisiert. Zwar habe sich der Markt nicht viel verändert, "aber mit dem Marktmeister bin ich zufrieden. Das klappt prima", sagte Krause gestern Morgen. Hans Dellweg sei ein lieber Kerl.

Auch bei anderen ist der Wipperfürther für seine ruhige und fröhliche Art beliebt. "Ich habe immer ein offenes Ohr für sie und spreche mit ihnen darüber, wo es Probleme gibt, was verändert oder besser gemacht werden sollte", sagte Dellweg. Er habe den Eindruck, dass der Hückeswagener Wochenmarkt an Qualität gewonnen hat, seit die Marktgilde die Organisation übernommen hat. "Das habe ich auch schon von Leuten von außerhalb gehört", berichtete der Marktmeister. Sie hätten ihm attestiert, der Hückeswagener Markt sei richtig schön geworden.

Dieser Meinung ist auch Friedrich Holzhauer, der Prokurist der Marktgilde. Er sah sich gestern auf der Bahnhofstraße um und suchte ebenfalls das Gespräch mit den Händlern. Zudem war die Unternehmenstochter "Emma" dabei, deren "Frische-Moderator" Harry Flint das Marktgeschehen mit fröhlichen Sprüchen und einem Gewinnspiel bereicherte. Viele Marktbesucher ließen sich zu einem Spiel animieren, bei dem es als Hauptpreise Einkaufsgutscheine der Markthändler zu gewinnen gab.

"Die drei Monate hier in Hückeswagen sind ganz gut gelaufen", zeigte sich Prokurist Holzhauer sicher. Vor allem die neuen Händler - der Scherenschleifer und der Feinkosthändler - kämen sehr gut an bei den Hückeswagenern.

Holger Glück, der mediterrane Antipasti der Firma Bramers anbietet, freut sich immer, wenn er nach Hückeswagen kommt. Der Donnerstag sei zwar nicht so gut wie der klassische Samstagswochenmarkt, "aber er ist absolut in Ordnung. Unsere Feinkost ist von den Kunden hier sehr gut angenommen worden", sagte Glück. Schade findet er nur, dass der Wochenmarkt ausfällt, wenn, wie kommende Woche, der Donnerstag auf einen Feiertag fällt. Wenn sich mehrere Händler zusammenschließen würden, könnte er sich vorstellen, mittwochnachmittags nach Hückeswagen zu kommen. "Die Kapazitäten dafür hätten wir", versicherte Glück.

Nach einigen Vorbehalten mancher Händler der Marktgilde gegenüber laufe es inzwischen im Großen und Ganzen gut, sagte Michael Kirch, der zuständige Fachbereichsleiter der Stadtverwaltung. "Wir sehen den Wochenmarkt bei der Marktgilde in guten Händen." Vor allem freut ihn, dass sie neue Händler für den Markt gewinnen konnte und damit Lücken schloss. "Die Stadt verfügt einfach nicht über dieses umfangreiche Portfolio, aus dem die Marktgilde schöpfen kann", sagte Kirch.

Dass sich der Hückeswagener Wochenmarkt für die Händler lohnt, beweist Oliver Krause. Seine Gulaschkanone ist bei den Kunden derart beliebt, dass die Ersten bereits um 10 Uhr mit Dosen oder Töpfen bei ihm anstehen. "Der Markt hier ist der kleinste, den ich besuche. Er ist trotzdem mein bester", sagte Krause.

(RP)