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Hückeswagen: Gesprühtes Bekenntnis zum Standort

Hückeswagen : Gesprühtes Bekenntnis zum Standort

Der Textilkursus der neunten Klasse der Realschule hat ein Graffito erstellt. Zwei Außenwände des Schuleingangs wurden am Mittwoch besprüht, die dritte soll folgen. Nach dem Bürgerentscheid ist das ein deutliches Zeichen.

Es mag eine Binsenweisheit sein, die dennoch sehr wahr ist: Schule macht immer dann am meisten Spaß, wenn der Rahmen des normalen Unterrichts gesprengt wird und, etwa im Rahmen von Projektarbeiten, einmal ganz andere Aktionen gemacht werden. So wie es am Mittwoch der Textilkursus der neunten Jahrgangsstufe der Realschule an der Kölner Straße getan hat. Zusammen mit ihrer Referendarin Sabrina Fleuth haben die Schüler im Vorfeld das Design für ein Graffito entworfen. Seit Mittwoch prangt es in knallig-buntem Blau und Grün an zwei der drei Außenwänden am Haupteingang der Schule. Aufgesprüht haben es die Schüler unter Anleitung des Essener Graffiti-Künstlers David Landgraf. Dabei waren sie von der ersten bis zur fünften Stunde zugange.

Man mag sich nun natürlich fragen, was ein Graffito eigentlich mit Textilien zu tun hat. "Ursprünglich wollten wir eine Flagge gestalten. Aber eine solche gibt es ja schon, so dass wir das Graffito als Alternative gewählt haben", sagt Fleuth, die ihr Referendariat in Deutsch und Textilunterricht absolviert. Die Aufgabenstellung für die Schüler sei es gewesen, sich Gedanken darüber zu machen, was die Realschule für sie bedeute. "Wo stehen wir? Wer sind wir? Was macht uns aus? Das waren die Fragestellungen", sagt Fleuth.

Nachdem die Ideen gesammelt und eine erste Skizze erstellt waren, ist diese an Landgraf übermittelt worden, der daraus eine Vorlage für das aufzutragende Bild erstellt hat. "Dann hatten wir noch die eine oder andere Änderung, die Landgraf eingearbeitet hat, so dass wir dann am Mittwochmorgen loslegen konnten", sagt die Referendarin. Für Fleuth ist das Graffito an der Wand auch ein Bekenntnis zum Schulstandort an der Kölner Straße: "Unsere Motivation war entsprechend hoch, auch nach außen hin deutlich zu machen, dass wir hier an der Kölner Straße bleiben werden."

Dem stimmt auch das Schulleitungsteam, Leiterin Christiane Klur und Konrektor Thorsten Schmalt, zu. "Wir haben natürlich erst das 'Go!' gegeben, nachdem die Verhältnisse klar waren", sagt Klur und ergänzt zufrieden: "Ich freue mich einfach sehr über das schöne Werk." Schmalt betont zudem die Bedeutung der Unterstützung durch den Förderverein: "Der Vorsitzende Dieter Schruff hatte ja in der jüngsten Jahreshauptversammlung angekündigt, wieder in Gebäude und Ausstattung investieren zu wollen - das Graffito war jetzt der erste Schritt in diese Richtung." Zudem sei das Projekt ohne die Unterstützung des Fördervereins nicht möglich gewesen; etwa 1000 Euro habe die Gestaltung der zwei Wände gekostet. "Die dritte Außenwand werden wir dann in Eigenregie als Fortführung des Bildes demnächst bemalen", sagt Fleuth.

Auch die Schüler sind mit ihrer Arbeit zufrieden. Alle Schüler aus dem Textilkursus haben neben dem Graffito unterschrieben. Das ist übrigens gegen Vandalismus mit einer Schutzschicht geschützt. "Ich habe am Mittwochmorgen noch eine Arbeit geschrieben und bin erst danach dazu gekommen", sagt der 14-jährige Jules. Er habe es sehr interessant gefunden, einmal zu sehen, wie ein Graffito eigentlich entsteht: "Landgraf hat erst die groben Linien gezogen, die wir dann ausgefüllt haben", sagt der 14-Jährige. Der 15-jährige Simon ergänzt: "Es ist in den ersten Minuten ein bisschen schwierig gewesen, innerhalb der Linien zu bleiben. Aber wir haben das schnell rausgehabt."

Sein 15-jähriger Freund Carl sagt: "Man musste erst einmal ein Gefühl dafür bekommen, wie man die Farbe gleichmäßig aufgetragen bekommt. Dann war es aber eigentlich recht einfach, auch wenn einem nach einer halben Stunde der Arm wehgetan hat." In einem sind sich die drei Jungs allerdings einig: "Es hat richtig viel Spaß gemacht - und es war mal was ganz anderes als normaler Unterricht."

(wow)