Hückeswagen: Gesamtschule bleibt für die SPD der Favorit

Hückeswagen : Gesamtschule bleibt für die SPD der Favorit

Auf der Mitgliederversammlung fand Fraktionschef Hans-Jürgen Grasemann deutliche Worte.

Fraktionschef Hans-Jürgen Grasemann brach jetzt bei der Mitgliederversammlung im Hotel Kniep noch einmal eine Lanze für die Einrichtung einer Gesamtschule in Hückeswagen. Sie sei seit Jahrzehnten ein "ureigenes Projekt" der SPD und seit Langem eine in der Bevölkerung hoch akzeptierte Schulform.

"Im Gegensatz zu anderen Schulen ist es so, dass an den Gesamtschulen auch bei überall zurückgehenden Schülerzahlen meist mehr Anmeldungen eingehen als Kinder angenommen werden können. Da besteht hoher Bedarf", sagte Grasemann. Im Übrigen biete sie für Hückeswagen die Chance auf eine Oberstufe, die es bislang an den staatlichen Schulen der Stadt nicht gebe, sondern nur am Berufskolleg in privater Trägerschaft.

Grasemann stellte aber auch eindeutig klar, dass die Schloss-Stadt in diesem Fall keine "einsame politische Entscheidung" treffen kann. Die Einrichtung einer Gesamtschule sei nur möglich im Zusammenwirken mit den Nachbarstädten, vor allem mit Radevormwald, das mit seinem Gymnasium bereits eine Oberstufe hat und dazu keine Konkurrenz aufbauen möchte.

"Wir hängen da politisch in diesem Punkt am Tropf von Radevormwald", betonte der SPD-Politiker. Die Nachbarstadt steht allerdings unter akutem Handlungsdruck: Die Hauptschule dort ist zum Auslaufmodell geworden, nachdem wegen mangelnder Anmeldungen zum neuen Schuljahr keine neue Eingangsklasse gebildet werden konnte.

Unabhängig davon machen in Rade inzwischen Eltern Druck, die ausdrücklich eine Gesamtschule wünschen (die BM berichtete am Donnerstag). Letztlich, unterstrich Grasemann, liege die Entscheidung ohnehin bei den Müttern und Vätern, die die richtige Schulform für ihr Kind suchen und dabei die Wahl haben. Das habe gerade erst das Scheitern der Sekundarschule gezeigt. Sowohl in Hückeswagen als auch in Radevormwald war die neue Schulform politisch gewünscht. Doch die Eltern verhinderten sie letztlich: Es wurden in beiden Städten nicht genug Kinder angemeldet.

Bei einer Gesamtschule sieht Grasemann diese Gefahr nicht: "Bei der neuen Sekundarschule hatten Eltern Sorge, dass ihre Kinder einem Experiment unterzogen werden. Bei der inzwischen seit Jahrzehnten existierenden Gesamtschule besteht diese Befürchtung nicht."

(bn)