Hückeswagen: Gemütlichkeit, Gesang und Geschichten

Hückeswagen: Gemütlichkeit, Gesang und Geschichten

Beste Stimmung herrschte bei den 25 Besuchern der öffentlichen Chorprobe des Pfarrcäcilienchors. Sie trafen sich im Rahmen des offenen Adventskalenders Donnerstagabend im Gemeindezentrum der katholischen Kirchengemeinde.

Zum Advent gehören das Singen und die Gemütlichkeit genauso dazu, wie der Adventskalender. Und zu einem offenen Adventskalender, wie er in der Schloss-Stadt schon im dritten Jahr erfolgreich veranstaltet wird, gehört folgerichtig auch das öffentliche Singen. Wie in den beiden Vorjahren auch lud der Pfarrcäcilienchor der katholischen Kirchengemeinde St. Mariä Himmelfahrt für Donnerstagabend erneut zu einer öffentlichen Chorprobe ins Gemeindezentrum an der Weierbachstraße - pünktlich zum regulären Probentermin des Kirchenchors. An die 25 Sängerinnen und Sänger waren der Einladung gefolgt. Und schon nach wenigen Minuten erklangen die ersten Töne des Abends, frei nach der von Birgit Mostert ausgegebenen Devise: "Wir freuen uns auf einen gemütlichen Abend mit viel Gesang und schönen Geschichten. Dazu gibt es Plätzchen und Lebkuchen, Bier und Wein - gespendet vom Chor."

Die Stimmung war trotz des völlig unadventlichen Regenwetters draußen von Anfang an gut. Und das auch bei eher untypischen Advents- und Weihnachtsliedern jenseits von "Stille Nacht", "O Tannenbaum" oder "Macht hoch die Tür". Da wurde zwar nicht direkt das Lied von der "Weihnachtsbäckerei" gebracht, aber dafür gleich drei andere von Liedermacher Rolf Zuckowski, stilvoll begleitet von der Gitarre.

Und es wurde auch nicht die Weihnachtsgeschichte vorgelesen, dafür aber ein echt bergischer Krimi vom Wipperfürther Autor und Herausgeber Daniel Juhr. "Stadt der Engel" hieß die Geschichte, aus einer der drei bergischen Krimi-Anthologien, in denen auch Geschichten der Hückeswagener Vorleserin Irmgard Hannoschöck zu finden waren. Die humorvolle Schnurre über Herrn Röttel und seine Chefin Frau Wolter, die als Briefsortierer und Antwortschreiberin im Weihnachtspostamt in Engelskirchen allerlei kuriose Dinge und sogar den unglaublichen Diebstahl mehrerer Kisten Weihnachtspost erlebten, wurde lebendig vorgetragen und sorgte für den einen oder anderen gut gelaunten Lacher.

Auf dem gemütlich gedeckten Tisch standen zwei kleine, dampfende Räuchermännchen, die ihren Duft verströmten. Zusammen mit den vielen Kerzen und Teelichtern sorgte diese Dekoration für eine heimelige Atmosphäre im Gemeindehaus. Dazu passten dann auch die mit Leidenschaft gesungenen Weihnachtslieder wie "We Wish You A Merry Christmas", "O Du Fröhliche" oder "Jingle Bells" ganz hervorragend.

Und die Lieder gewannen in diesem Kontext dann auch noch umso mehr an Klasse, als sie von einem geschulten Chor in den verschiedenen Stimmlagen dargeboten wurden. Da gab es beim einen oder anderen Gast bestimmt eine kleine Andachts-Gänsehaut. Immer wieder auflockernd eingeschoben, waren kleine und humorvolle Gedichte wie "Tannengeflüster" von James Krüss, oder das als Mitmachübung zum Nachsprechen angelegte "Knecht Ruprecht", ehe wieder traditionellere Lieder wie "Engel auf den Feldern singen" mit dem bekannten "Gloria"-Refrain glockenklar gesungen wurden.

Je später der Abend wurde, desto weniger besinnlich war dann zwar die Stimmung - wer hatte aber schließlich gesagt, dass so ein Abend im Advent ganz ohne Spaß, gute Laune und viele Lacher auskommen müsste?

(wow)